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Die erste Zitronenmelisse wurde durch den arabischen Arzt Avicenna im 11. Jahrhundert nach Spanien gebracht. Wie bei vielen anderen Heilpflanzen wurde sie durch Mönche in unsere Breitengrade verbreitet und war ab dann in Kloster- und Bauerngärten ein gesehener Gast.

Die Zitronenmelisse ist sehr anspruchslos und einfach zu halten. Sie ist eine Alleskönnerin, welche nicht nur eine Duft-, Gewürz- und Genusspflanze, sondern auch eine Arzneipflanze ist.

Zitronenmelisse – Melissa officinalis

Die Zitronenmelisse gehört der Familie der Lippenblütler (Lamiacea) und der Pflanzengattung der Melissen (Melissa) an. Diese sind eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Lippenblütler die vier Arten umfasst. Die bekannteste Art ist die Zitronenmelisse (Melissa officinalis). Wie der lateinische Name «officinalis» sagt, ist sie auch eine Heilpflanze.

Zitronenmelisse im Balkonkasten
Die Zitronenmelisse eine richtige Alleskönnerin. Sie ist Gewürz-, Duft- und Genusspflanze. Photo by Andrea Rothenbeger

Es gibt viele bekannte Pflanzen, die zu der Familie Lippenblütler gehören. Wir kennen sie als Gewürz- oder Teekraut. Unter anderem gehören dazu gehören auch Pfefferminze, Salbei, Rosmarin oder der Thymian.

Alle diesen Kräutern haben eines gemeinsam. Sobald man die oberirdischen Teile der Pflanzen leicht zwischen den Fingern verreibt, verströmen sie einen aromatischen Duft. Die einen würzig oder nach Kräutern, die anderen pfeffrig oder gar exotisch.

Buschig und aufrecht

Die Zitronenmelisse ist eine buschige und aufrecht wachsende mehrjährige Pflanze und kann bis zu 70 cm hoch werden. Ihre unscheinbaren weissen Blüten erscheinen von Ende Mai bis in den August hinein. Die Blätter sind hell- bis dunkelgrün, leicht gezackt und spitz zulaufend. Sie bildet unterirdische Ausläufer und hat die Tendenz sich im Garten auszubreiten.

Blätter der Zitronenmelisse
Blätter der Zitronenmelisse Photo by Andrea Rothenberger

Die glänzende und grüne Oberfläche der Blätter sind dicht mit kleinen Öldrüsen besetzt. Diese verströmen bei Wärme oder durch leichte Berührung einen intensiven zitronenähnlichen Duft, von welchem sich auch Bienen angezogen fühlen. In der botanischen Bezeichnung Melissa ist das griechische Wort für Biene und Honig versteckt.

Die Zitronenmelisse löscht nicht nur den Durst

Die Pflanze enthält ätherische Öle, Vitamin C, Saponine, Harz, Thymol, Gerb- und Bitterstoffe. Die Blätter der Melisse haben eine antimikrobielle und antivirale Wirkung. Ihre ätherischen Öle sollen das Wachstum von Herpes-Viren hemmen und können bei Erkältungskrankheiten und Kreislaufschwäche helfen. Ebenso soll sie ein Frauenkraut sein, da die Inhaltsstoffe der gesamten Pflanze Frauen im Wechsel gut tun. Sie kann beim Einschlafen helfen und stärkt das Gedächtnis. Der Zitronenmelissen wird eine beruhigende Wirkung auf den Magen und sie fördert die Verdauung.

Passt sehr gut zu Nachspeisen

Durch das zitronenartige Aroma passt Zitronenmelisse sehr gut zu Nachspeisen. Vielleicht haben Sie auch schon einmal Zitronensorbet verfeinert mit Zitronenmelisse probiert. Das schmeckt köstlich! Sie passt aber auch hervorragend zu Suppen, Saucen, Gemüsegerichten, Salaten und Getränke. Bei Kindern sehr beliebt ist der Zitronenmelissen-Sirup.

Fruchteis mit Zitronenmelisse
Zitronenmelisse wird gerne in der kalten Küche eingesetzt. Photo by Pixabay

Erfrischendes Sommergetränk

Die Zitronenmelisse ist als erfrischendes Sommergetränk ein Dauerbrenner und wird als Tee aufgebrüht oder als aromatisiertes Wasser serviert.

Am besten schmeckt der Tee mit frisch abgeernteten jungen Triebspitzen oder Blättern. Kurz mit heissem Wasser aufgiessen und anschliessend heiss oder kalt trinken.

Zitronenmelisse im Kaltgetränk
Melisse als Tee oder Kaltgetränk ist der ideale Durstlöscher. Photo by Joanna Kosinska on Unsplash

Eine andere Möglichkeit eines erfrischenden Sommergetränkes ist die Aromatisierung von kaltem Wasser mit frischer Zitronenmelisse.

Dazu füllt man einen Krug aus Glas mit kaltem Wasser und „aromatisiert“ diesen mit einem Zitronenmelissen-Zweig. Am Zweig dürfen auch schon Blüten dran sein. Der Zweig kann auch beim mehrmaligen Auffüllen des Glaskruges einige Male verwendet werden. Selbstverständlich dürfen es aber auch einzelne Blätter sein.

Wasserkrug, aromatisiert mit Zitronenmelisse
Wasserkrug mit Zitronenmelisse aromatisiert. Photo by Andrea Rothenberger

Ein Topf im Garten reicht schon

Ab April kann die Melisse mit Samen ausgesät werden oder aber beim Gärtner besorgt werden. Da die Pflanze wie Pfefferminze unterirdische Ausläufer macht, reicht jedoch schon eine Pflanze im Garten. Aber aufgepasst, gebietet man Zitronenmelisse keinen Einhalt, kann sie sich ähnlich wie die Pfefferminze ganz schön im Garten ausbreiten.

Ich selber habe die Zitronenmelisse im Topf (mindestens 5 Liter Inhalt), da ich nicht möchte, dass sie sich verselbstständigt und erneuere diesen alle 2 Jahre durch Teilung.

Zitronenmelisse im Topf vor dem Haus
Zitronenmelisse in Topf vor dem Haus. Photo by Andrea Rothenberger

Im Garten kann man natürlich auch unterirdisch eine Wurzelsperre einbauen. Wurzelsperren sind einzelne Kunststoffelemente oder Teile aus Blech, welche man vor der Pflanzung unterirdisch rund um die Pflanze einbaut. Mit dieser Massnahme wird bezweckt, dass die Pflanze sich nicht zu rasch ausbreitet und alles überwuchert. Es sollte jedoch darauf geachtet werden, dass der Platzbedarf mindestens einen Quadratmeter gross ist. So kann sich die Pflanze optimal entwickeln und bedrängt nicht andere Pflanzen.

Vermehrung und Teilung

Eine Möglichkeit der Vermehrung ist die Teilung von Pflanzen. Gerade, wenn Sie Melisse im Topf oder in einem Balkonkasten gepflanzt haben, ist dies eine gute Möglichkeit um die Pflanze zu «verjüngen». So erhält man weitere Melissenpflanzen. In einem kleineren Balkonkasten gepflanzt, sollte die Zitronenmelisse im nächsten Jahr auf jeden Fall in ein grösseres Gefäss oder in den Garten gepflanzt werden.

Zitronemelisse im Balkonkasten vor dem Haus
Die Melisse gedeiht im Balkonkasten sehr schön. Photo by Andrea Rothenberger

Zitronenmelisse ist wie Petersilie ein Mittelzehrer. Das heisst, dass Pflanzen die in einen Topf gepflanzt sind, jedes Jahr frischen Dünger brauchen. Ganz wichtig: wenn es sehr heiss ist, benötigt die Pflanze zusätzliche Wassergaben und sie wird es Ihnen mit vielen jungen und zart nach zitronenduftenden Blättern danken.

In einer Kräuterspirale gehört die Zitronenmelisse an den Grund der Kräuterspirale, weil die Pflanze mehr Platz benötigt und das Pflanzenklima dort feuchter ist.

Ernte der Melissenblätter

Ein häufiges Schneiden der Melisse sorgt für frischen Nachschub an zarten Blättern. Zum Trocknen der Melissenblätter für Tee kappt man die Pflanze am besten im Juni kurz vor der Blüte.

Nun wünsche ich Ihnen viel Spass und Genuss beim Ernten Ihrer Zitronenmelisse und noch viele schöne Sommertage.

Ihre Andrea Rothenberger

 

Zitronenmelisse, ein gesunder Durstlöscher par excellence
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