Die Gurke – eine Allrounderin im Gemüseland

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Die Gur­ke (Cur­cu­mas sa­ti­vus) ge­hört bo­ta­nisch ge­se­hen zu den Kür­bis­ge­wäch­sen. Ihre Her­kunft ist nicht ganz klar. Ur­sprüng­lich in Nord­in­di­en be­hei­ma­tet, soll sie dort an den Süd­hän­gen des Hi­ma­la­jas ih­ren Ur­sprung ha­ben. Eben­falls exis­tiert die Theo­rie, dass sie aus dem tro­pi­schen Afri­ka stammt und über Ägyp­ten in den Mit­tel­meer­raum gelangte.

Bei der Gur­ke wird zwi­schen zwei Un­ter­grup­pen un­ter­schie­den: die Sa­lat­gur­ke und die Ein­le­ge- oder auch Es­sig­gur­ke genannt.

Bei den Sa­lat­gur­ken un­ter­schei­det man wie­der­um zwi­schen der Schlan­gen­gur­ke, wel­che vor al­lem im Ge­wächs­haus auf­ge­zo­gen und kul­ti­viert wird. Früch­te der Schlan­gen­gur­ken kön­nen bis 60 cm lang und 500 Gramm schwer wer­den, was je­doch im kon­ven­tio­nel­len Ge­mü­se­bau nicht wirt­schaft­lich ist. Nor­ma­ler­wei­se wer­den die Schlan­gen­gur­ken bei ei­nem Ge­wicht von 100 Gramm im Su­per­markt im Ge­mü­se­re­gal angeboten.

Schlangengurke
Die Schlan­gen­gur­ke kann bis zu 60cm lang werden.

Un­ter­des­sen wer­den in Gar­ten­fach­märk­ten oder in Sa­men­fach­ge­schäf­ten vie­le ver­schie­de­ne Gur­ken­sor­ten für je­den Ge­schmack an­ge­bo­ten. Mei­ne per­sön­li­che Fa­vo­ri­tin ist die Nost­ra­no-Gur­ke. Sie ent­hält viel mehr Frucht­fleisch und ent­wi­ckelt trotz ih­rem ho­hem Was­ser­ge­halt ei­nen sehr in­ten­si­ven und aro­ma­ti­schen Geschmack.

Nostrano Gurke
Die kur­ze, kräf­ti­ge Nost­ra­no-Gur­ke gilt im­mer noch als Geheimtipp.

Die kur­ze, kräf­ti­ge Gur­ke mit leicht sta­che­li­ger Haut, ist un­ter Ge­mü­se­ken­nern im­mer noch ein Ge­heim­tipp und wird vor al­lem auf Ge­mü­se­märk­ten, in Re­form­häu­sern und Bio­lä­den ver­kauft. Im Frei­land oder im Gar­ten aus­ge­pflanzt ist sie äus­serst ro­bust und wi­der­stands­fä­hig und auch we­ni­ger an­fäl­lig für Krank­hei­ten. Da in der Scha­le die meis­ten Vit­ami­ne und Mi­ne­ra­li­en ent­hal­ten sind, soll­te man die Gur­ke gut wa­schen und un­be­dingt mit der Scha­le ge­nies­sen und wenn mög­lich auf bio­lo­gi­schen An­bau achten.

Standort, Aussaat und Pflanzung der Nostrano-Gurke

Der idea­le Zeit­punkt der An­zucht der jun­gen Gur­ken­pflänz­chen soll­te frü­hes­tens Ende April/Anfangs Mai be­gin­nen. Am bes­ten je zwei bis drei Sa­men in ei­nen Topf mit ei­nem Durch­mes­ser von ca.  8 – 10 cm aus­sä­en oder je ei­nen Sa­men in ei­nen Quell­topf – wie im Vi­deo ge­zeigt – stup­fen. Den Sa­men fin­ger­dick be­de­cken, auf die war­me Fens­ter­bank oder in ein Zim­mer­ge­wächs­haus auf­stel­len und gut feuch­ten hal­ten. Keim­tem­pe­ra­tur soll­te bei min­des­tens 15 Grad (im Frei­land) oder bes­ser bei ca. 25 Grad lie­gen. Keim­dau­er liegt bei 10 – 15 Tagen.

Gurkenblüte
Gur­ken soll­ten nur alle vier Jah­ren am sel­ben Stand­ort ge­pflanzt werden.

Nach den Eis­hei­li­gen im Mai (zwei­te Mo­nats­hälf­te) kön­nen Gur­ken auch di­rekt ins Frei­land ge­sät wer­den, dann aber un­be­dingt ge­gen Schne­cken­frass schüt­zen. Der Ab­stand der ein­zel­nen Pflanz­rei­hen soll­te un­ge­fähr ei­nen Me­ter und der Ab­stand in der Rei­he etwa 30–40 cm be­tra­gen. Gur­ken mö­gen Erb­sen, Boh­nen, Sa­lat und Sel­le­rie in ih­rer Nach­bar­schaft. Auch Dill eig­net sich gut als Be­glei­ter für die Gur­ken­pflan­zen, so­wohl im Beet, als auch im Salat.

Gur­ken sind mit sich selbst un­ver­träg­lich, dass heisst, sie soll­ten frü­hes­tens nach vier Jah­ren wie­der am sel­ben Stand­ort ge­pflanzt werden.

Pflege, Düngung und Fruchtfolge der Gurke

Da die Gur­ken­pflan­zen ähn­lich wie die To­ma­ten sehr frost­emp­find­lich sind, soll­ten sie erst dann ins Frei­land kom­men, wenn die Ta­ges­tem­pe­ra­tu­ren in Bo­den­hö­he min­des­tens 15 Grad Cel­si­us er­rei­chen. Sie brau­chen viel Wär­me und mö­gen ei­nen wind­ge­schütz­ten Platz. Bei Spät­frost kann auch ein Gar­ten­vlies zum Schutz vor Käl­te ein­ge­setzt wer­den. Wer die Mög­lich­keit hat, soll­te für die Gur­ken ein Rank­ge­rüst aus ein­fa­chem Ma­schen­draht, Bam­bus­stä­ben oder eine Rank­hil­fe auf­stel­len. Das er­leich­tert die Pfle­ge und spä­te­re Ernte.

Rankgerüst für Gurken
Eine Rank­hil­fe er­leich­tert die Pfle­ge und spä­te­re Ernte.

Ähn­lich wie die To­ma­ten lie­ben die Gur­ken ei­nen nähr­stoff­rei­chen und hu­mo­sen Bo­den. Kom­post und Mulch­de­cke sind von Vor­teil. Als Mul­chen wird im Gar­ten­bau das klein- oder groß­flä­chi­ge Be­de­cken des Bo­dens mit un­ver­rot­te­tem or­ga­ni­schen Ma­te­ria­li­en be­zeich­net. Vor­sicht mit Dün­gen wäh­rend der Blü­ten­bil­dung. Die Gur­ken­pflan­ze ist wäh­rend die­ser Zeit sehr salz­emp­find­lich und soll­te vor­her und nach­her ge­düngt werden.

Die kleine Gurke wächst heran
Eine klei­ne Gur­ke wächst heran.

Wäh­rend den Som­mer­mo­na­ten (Ende Juni bis Mit­te Au­gust) und wäh­rend der Bil­dung von Früch­ten, ist es wich­tig, dass die Gur­ke reich­lich ge­gos­sen wird. Stau­näs­se soll­te aber ver­mie­den wer­den. Zu emp­feh­len ist Re­gen­was­ser aus der Re­gen­was­ser­ton­ne oder aber, falls dies nicht zur Ver­fü­gung steht, nor­ma­les Lei­tungs­was­ser, wel­ches je­doch nicht zu kalt sein darf. Da­mit die Pflan­zen gut ge­dei­hen kön­nen, soll­te der Bo­den im­mer gleich­mä­ßig feucht ge­hal­ten werden.

Krankheiten und Schädlinge

Mehl­tau und die Ge­mei­ne Spinn­mil­be ist der größ­te Feind der Gur­ken. Von Mehl­tau be­fal­le­ne Blät­ter müs­sen so­fort ent­fernt wer­den. Zur Vor­beu­gung hilft oft schon ein ge­nü­gen­der Pflanz­ab­stand zwi­schen den ein­zel­nen Pflanzen.

Verwendung der Gurke

Gur­ken sind vor al­lem im Som­mer eine will­kom­me­ne Er­fri­schung, denn durch ih­ren ho­hen Was­ser­ge­halt von bis zu 96 Pro­zent ver­sor­gen sie un­se­ren Kör­per mit viel Flüs­sig­keit. Ob als er­fri­schen­der Gur­ken­sa­lat, als Dip-Ge­mü­se mit Jo­ghurt oder Quark und Kräu­tern aber auch als ge­düns­te­tes Gur­ken­ge­mü­se, sind sie im Som­mer die ob­li­ga­ten Be­glei­ter zu fei­nen Som­mer­ge­rich­ten. Bei ge­schwol­le­nen Füs­sen und Bei­nen soll die Gur­ke Ab­hil­fe schaf­fen, da ihr eine ent­wäs­sern­de Wir­kung nach­ge­sagt wird.

Gurken Snack
Bei der klei­nen Zwi­schen­mahl­zeit darf die Gur­ke na­tür­lich nicht fehlen.

Aber nicht nur zum Es­sen kann das le­cke­re Ge­mü­se ver­wen­det wer­den, auch in der Haut­pfle­ge spie­len Gur­ken eine gro­ße Rol­le. Gur­ken, in fei­ne Schei­ben ge­schnit­ten aufs Ge­sicht und die Au­gen­par­ti­en auf­ge­legt sind eine wun­der­bar er­fri­schen­de Ge­sichts­mas­ke. Auf­grund ih­rer wohl­tu­en­den und küh­len­den Wir­kung sagt man ihr bei Son­nen­brän­den eine schmerz­lin­dern­de und küh­len­de Wir­kung nach.

Gurken als Schönheitsmaske
Die Gur­ke wird auch für die Haut­pfle­ge ver­wen­det. Bild ©Fo­to­lia

Wie sie se­hen ist die Gur­ke eine ech­te All­roun­de­rin, die in der Kü­che wie auch im Gar­ten nicht mehr weg­zu­den­ken ist. Wann star­ten Sie mit Ih­rer ers­ten Er­fah­rung der Gur­ken im Gar­ten oder auf dem Balkon?

Auf je­den Fall wün­sche ich Ih­nen viel Spass und gu­tes Gelingen.

Ihre An­drea Rothenberger

Die Gur­ke – eine All­roun­de­rin im Gemüseland
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