Mit der richtigen Pflege bleibt der Christbaum lange schön

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Überall leuchten sie uns im Moment entgegen, die geschmückten und hell erleuchteten Christbäume. Sei es im Einkaufscenter, funkelnd und schön geschmückt oder auf dem Adventsmarkt, wo sie eine gemütliche und heimelige Ambiente schaffen. Auch auf öffentlichen Plätzen dürfen sie nicht fehlen, präsentieren sie sich als übergrosse mit unzähligen Lichtern behängten Tannen-Riesen. Sie erfreuen unser Herz und stimmen uns auf die bevor liegende Advents- und Weihnachtszeit ein.

Obwohl schon in der römischen Antike die Römer ihre Häuser zum Jahreswechsel mit Lorbeerzweigen bekränzten, hat die Verwendung eines geschmückten Baumes historisch gesehen kein nachweisbaren Anfang.  Jedoch findet die Verwendung von immergrünen Pflanzen schon sehr früh in verschiedenen Kulturen und Bräuchen ihren Ursprung.

Immergrüne Pflanzen verkörperten Lebenskraft und darum glaubten die Menschen in früheren Zeiten, sich Gesundheit ins Haus zu holen, wenn sie ihr Heim mit grünen Zweigen schmückten. In nördlichen Gebieten wurden im Winter Tannenzweige ins Haus gehängt, um böse Geister zu vertreiben und ihnen das Einnisten im Haus zu erschweren. Zudem gab das Grün der Zweige Hoffnung auf die Wiederkehr des Frühlings.

Wie der Christbaum in die gute Stube kam

Verschiedene Kulturen feierten oder ehrten durch Schmücken eines Baumes ihre Brauchtümer oder Götter. Schon im Mittelalter bestanden an vielen Orten Bräuche, zu bestimmten öffentlichen Festen ganze Bäume zu schmücken, wie zum Beispiel den Maibaum oder den Richtbaum.

Da Tannenbäume in Mitteleuropa selten waren, konnte sich dies zunächst nicht jedermann leisten. Es war den begüterten Schichten vorbehalten und die städtische Bevölkerung musste mit Zweigen und anfallendem Grün auskommen. Erst ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt, sodass der städtische Bedarf ebenfalls gedeckt werden konnte.

Als dann in evangelischen Kreisen der «Christbaum» ins Brauchtum übernommen wurde, trat er seinen Siegeszug an.

Christbaum vor Kirche

Welcher Christbaum eignet sich am besten

Rotfichte/Rottanne

Früher wurden vor allem Rotfichten aus heimischen Wäldern angeboten. Diese «Nadeln» jedoch sehr rasch und sind aus diesem Grund oft nicht sehr lange haltbar. Zudem liegen die Tannenzweige der Rotfichten bei kleineren Bäumen sehr eng beieinander. Darum ist es eher schwierig, Kerzen so an den Ästen zu befestigen, dass die Flammen nicht einen direkten Kontakt zum oberen Zweig haben. Somit fällt ein Einsatz von Wachs-Kerzen leider vielfach weg. Selbstverständlich kann aber auch eine Lichterkette oder elektrische Kerzen verwendet werden. Diese einfach schön regelmässig um den Baum winden.

Rottanne als Christbaum
Lichterketten verleihen ebenfalls eine stimmungsvolle Atmosphäre.

Neuerdings gibt es sogar Lichterketten, welche sehr einfach und schnell zu Montieren sind und einen wunderschönen Effekt haben. Ein weitere Eigenschaft der Rotfichte ist, dass die Nadeln bei unsachgemässer Handhabung etwas spitz sind und ziemlich kratzen und stechen können. Dies muss einfach beim Aufstellen berücksichtigt werden. Am besten dem Baum einen schön geschützten Platz geben, wo er seine Ruhe hat. Ich persönlich bin der Meinung, dass eine schön gewachsene Rotfichte durchaus ihren Reiz hat. Mit ihrem schönen, etwas helleren Grün und dem Rot-Stich und ihrem filigranen Habitus ziehe ich sie der dunklen Nordmanns-Tanne sogar vor. Einer meiner schönsten Kindheitserinnerungen zu Weihnachten – die wunderbar duftende Rotfichte beim Weihnachts-Besuch bei unseren Grosseltern.

Nordmannstanne

Der meist verkaufte Weihnachtsbaum in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist unterdessen die Nordmanns-Tanne. Der Vorteil der Nordmanns-Tanne ist klar ihre gute Haltbarkeit, die weichen Nadeln und ihr schön regelmässiger Wuchs. Dadurch dass die Tannenzweige meist weiter auseinanderliegen, kann sie ohne Probleme mit Wachskerzen bestückt werden.

Verkauf von Nordmanntannen boomt
Nordmanntannen sind die beliebtesten Christbäume

Sie besitzt ein sehr schönes dunkles Tannengrün und ist ohne grossen Aufwand mit Weihnachtsschmuck zu dekorieren. Da sie nahezu geruchlos ist, fehlt ihr der etwas typische Geschmack nach Fichte leider ein wenig.

Natürlich werden im Verkauf nebst Rotfichte und Nordmanns-Tanne auch noch andere Koniferen, wie zum Beispiel Blaufichte, Zedern oder Föhren angeboten. Dies sind jedoch eher «Exoten».

Auf was muss ich beim Christbaum-Kauf achten?

Bei einem Kauf von einem Weihnachtsbaum ist es wichtig, dass der Baum möglichst frisch geschlagen ist, das heisst nicht zu lange gelagert wurde. Je länger der Baum schon im Verkauf steht, um so schneller trocknet er in der Wohnung dann auch aus und verliert die Nadeln. Eine Möglichkeit, dem etwas entgegen zu wirken ist, den Baum möglichst lange draussen an der Kälte stehen zu lassen und mit dem Aufstellen in der Wohnung möglichst lange zu warten.

Die Normanntanne ist der beliebteste Christbaum
Die Auswahl an Christbäumen ist riesig.

Was tun, damit der „Christbaum“ nicht plötzlich „abstürzt“

Wer das nicht möchte, der sollte unbedingt einen mit Wasser befüllbaren Weihnachtsbaum – Ständer kaufen und seinen Weihnachtsbaum hineinstellen. Selbstverständlich darf das regelmässige Wässern des Baumes dann nicht Vergessen werden. Sonst haben Sie sehr viel schneller als Ihnen lieb ist einen zappendusteren und dürren Baum.

Die andere Möglichkeit des Aufstellen des Weihnachtsbaumes ist das Weihnachtsbaum – Kreuz. Hier wird der Baum in der Mitte des Kreuzes ähnlich wie bei einem Schraubstock «eingespannt» und mit einer Schraube befestigt. Vorteil des Kreuzes ist, dass es auf kleinstem Raum aufzubewahren ist. Nachteil, dass keine Möglichkeit zum Wässern des Baumes besteht.

Christbaumständer hat vor- und nachteile

Anspitzen des Weihnachstbaumes ein Muss!

Idealerweise lassen Sie Ihren Baum vom Weihnachtsbaum – Verkäufer frisch «Anspitzen», eventuell im unteren Stammbereich auch etwas schmäler schneiden. So passt der Baum auch besser in den Ständer hinein. Ebenfalls empfiehlt es sich den Baum für den Transport in ein Netz verpacken zu lassen. Nicht Erschrecken beim Auspacken. Sollte ihr Baum beim Auspacken etwas zerdrückt und verknittert wirken, geben Sie ihm einfach etwas Zeit sich wieder «auszurichten». Gerade wenn die Temperaturen draussen unter dem Gefrierpunkt sind, kann das einige Stunden bis zu einem Tag dauern, bis sich Ihr Baum  im Wortwörtlichsten Sinn wieder «voll entfaltet hat».

Christbäume zum Verkauf bereit
Nach dem Kauf des Christbaumes muss er sich erst etwas entfalten.

Christbaum-Kulturen

Heute stammen die meisten Bäume aus eigens dafür angelegten Kulturen. Es werden hauptsächlich Tannen als Weihnachtsbaum genutzt, daneben Fichten und andere Nadelbäume. Der Marktanteil der Nordmann-Tanne liegt bei rund 80 Prozent.

Christbaum Kulturen
Christbaum-Kulturen sind weit verbreitet und sind nur für Weihnachten ausgelegt.

Weihnachtsbäume im Kulturtopf?

Unterdessen werden auch immer mehr Tannenbäume im Kulturtopf angeboten und  es besteht auch vermehrt die Möglichkeit einen Tannenbaum zu mieten und liefern zu lassen.

Christbaum zum selber grossziehen
Christbäume im Topf liegen im Trend.

Künstliche Weihnachtsbäume

Nicht zu vergessen ist die immer grösser und schöner werdende Fülle von künstlichen Weihnachtsbäumen, welche jedes Jahr einfach wieder ausgepackt und aufgestellt werden können.

Künstlicher Christbaum
Künstliche Christbäume werden immer beliebter und sind oft in Single-Haushalten zu finden.

Christbaum – Schmuck

Was wäre ein Weihnachtsbaum ohne Weihnachtsschmuck in Form von Christbaum-Kugeln, Lametta, Strohsterne, Holzfiguren sowie Süssigkeiten?. Natürlich darf der Spitz in Form eines Sternes auf der Weihnachtsbaum-Spitze nicht fehlen. Genauso wenig wie die Geschenke unter dem

Christbaum schmücken
Der Christbaumschmuck ist so individuell wie Weihnachten selbst und ist in der Familie oft generationsübergreifend.

Wie halte ich meinen Christbaum möglichst lange frisch?

Idealerweise kaufen Sie den Christbaum möglichst zeitnah zu Weihnachten bei einem regionalen Anbieter. Erst kurz vor Weihnachten von draussen hineinnehmen. Den Baum in einen mit Wasser gefüllten Ständer stellen.

Leider viel zu oft, muss die Feuerwehr in der Advents- und Weihnachtszeit wegen Wohnungs- oder Zimmerbränden ausrücken. Meist ist es nicht einmal der Tannenbaum der innerhalb von Sekunden in Flammen aufgeht. Oft ist es eine Kerze, welche zu nahe am Vorhang steht, oder trockene Tannenzweige welcher Feuer fangen und lichterloh zu brennen beginnen.

Einige Tipps zur Verhütung von Bränden:

  • Nie brennende Kerzen in der Nähe von Textilien aufstellen oder unbeaufsichtigt stehen lassen
  • Unbedingt einen Sicherheitsabstand zu jeglichem brennbaren Materialien halten
  • Die Kerze gehört auf einen stabilen, nicht brennbaren Untersatz, welcher nicht kippen kann
  • Alle Kerzen löschen, wenn man den Raum verlässt
  • Kinder und Tiere gehören nicht unbeaufsichtigt in einen Raum mit brennbaren Kerzen oder einem Weihnachtsbaum
  • Kerzen am Weihnachtsbaum auch während des Weihnachts-Festessens unbedingt im Auge behalten
  • unter dem Baum eine nicht entflammbare Decke auf dem Boden ausbreiten
  • dem Weihnachtsbaum einen guten Stand geben, damit er nicht umkippen kann
  • Kerzen welche am Baum befestigt werden, und deren Flammen dürfen nicht unmittelbar mit den Tannenästen in Berührung kommen
  • Kerzen, rechtzeitig auswechseln, auch wenn sie noch nicht komplett abgebrannt sind
  • Löschdecke anschaffen, und für den Ernstfalle bereit halten
Brandgefahr Kerze
Kerzen sind brandgefährlich und sollten niemals brennend alleine gelassen werden.

Eine gute Alternative, welche unterdessen in den verschiedensten Ausführungen im Handel erhältlich ist, sind künstliche Kerzen oder Lichterketten sein. Diese können sehr stilvoll und entschärfen die ganze Situation um die Brandgefahr um einiges.

Falls dies jedoch nicht erwünscht ist, den Weihnachtsbaum einfach nicht aus den Augen lassen und Kerzen, sobald nicht mehr benötigt sofort auslöschen. Grundsätzlich gilt, sobald Weihnachtsbäume oder Tannenzweige zu «nadeln» zu beginnen, diese sofort abräumen und entsorgen, da sie im wahrsten Sinne «brandgefährlich» sind.

Weihnachtsbaum entsorgen

Unterdessen kann in den meisten Kommunen und Gemeinden der Weihnachtsbaum gratis entsorgt beziehungsweise gebracht werden. Am besten informieren Sie sich in Ihrer Kommune/Gemeinde darüber.

Christbaum entsorgen
Viele werfen anfangs Jahr ihre Christbäume aus dem Fenster, um sie danach zu Entsorgungsstellen zu bringen. ©dpa

Nun wünsche ich Ihnen frohes Gelingen beim Kauf Ihres Weihnachtsbaumes, viel Spass und Musse beim Schmücken des Baumes und Ihnen und Ihrer Familie ein frohes und erholsames Weihnachtsfest,

Ihre Andrea Rothenberger

5.0
07

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