Ausrutscher Schoko-Eier: Wie Ostern nicht zum Jammertal wird

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Ich wusste, dass ich sie nicht kaufen sollte, denn der Ausrutscher war vorprogrammiert. Eigentlich sollte ich noch nicht einmal in die Nähe des Einkaufsregals gehen, wo sie standen. Ich hatte durch Erfahrung gelernt, dass ich, wenn ich am Regal vorbeilief, einen Sack von ihnen kaufen würde.

Und auch wenn ich mir vornahm, täglich genüsslich eins oder zwei von ihnen zu naschen, wusste ich schon dann, dass dies nicht klappen würde. Doch dann passierte es: Ich stand unversehens vor ihnen, und kaufte sie. Und ich nahm mir wieder vor, täglich voll Genuss nur eins, maximal zwei, zu geniessen. Wovon ich rede? Von meiner absoluten Schwäche für Schoko-Eier.  

Was macht den speziellen Reiz genau dieser Schoko-Eier aus?

Sie haben die perfekte Grösse: Sie sind eher klein und lassen sich nur mühsam aus ihrer Aluminiumhülle befreien. Dadurch garantieren sie einen langen Genuss. Weil es schlicht unmöglich ist, sie schneller zu essen. Im Mund entwickeln sie einen vollmundigen Milchschokoladegeschmack. Gepaart mit der perfekten Form des Eis, um es genüsslich im Mund vergehen zu lassen. Dabei kommt mir Hermann Scherer, Speaker und Business Experte, in den Sinn. Er beschreibt in seinem Buch «Fokus» wunderbar, wie er sich durch Kinderschokolade, am liebsten gleich als Grosspackung, verführen lässt. Dies kann ich absolut nachfühlen.

Ich weiss, wie schwer ich ihnen widerstehen kann. Darum habe ich mir angewöhnt, während der Osterzeit noch nicht einmal in die Nähe des Regals zu gehen. Wenn ich jedoch plötzlich unversehens vor ihnen stehe, werde ich meistens schwach. Anderen Schoko-Eiern kann ich ganz gut widerstehen, nur dieser einen Sorte nicht. Warum dies so ist? Fragen Sie mich nicht. Sicher sind sie gut. Es gibt jedoch durchaus auch andere, die ausgezeichnet schmecken. Weshalb erzähle ich Ihnen das? Weil ich glaube, dass viele von uns genauso eine Schwäche für irgendein Genuss- oder Lebensmittel haben. Doch wie sollen wir reagieren, wenn wir der Versuchung nachgegeben haben?

Süsse Ausrutscher
Süsse Versuchung: Fast jeder hat irgendeine «Schwäche», bei dem es ihm unheimlich schwerfällt zu widerstehen.

Nun, ich hatte meine Lieblings-Schoko-Eier gekauft. Und Sie ahnen es: Trotz meines Vorsatzes konnte ich ihnen nicht widerstehen. Hätte mich nicht meine Schwester beim Wegfuttern unterstützt, hätte ich sie alle alleine gegessen.

Wenn der Ausrutscher doch passiert

Wenn ich früher einen solchen Ausrutscher hatte, machte ich meist gleich weiter. Ich regte mich so sehr über mich selbst auf, dass ich meine ganze Energie negativ verbrauchte. Damals hatte ich eine Schwarz-Weiss-Sicht, man könnte sie auch als «Entweder-Oder-Sicht» bezeichnen. Ich glaubte, mich zu 100 Prozent an alle Vorgabe halten zu müssen. Schaffte ich das nicht, fühlte ich mich als Versagerin. Also ass ich gleich weiter. Und aus lauter Frust über mein erneutes «Versagen», wurde aus dem Ausrutscher meist eine regelrechte Bauchlandung.

Ausrutscher Stolperstein
Wichtig ist Schadensbegrenzung. Sonst wird aus einem einmaligen Ausrutscher eine volle Bauchlandung. Geschieht dies wiederholt, ist die Gefahr einer Rückkehr in alte Gewohnheiten mit all ihren Folgen wie Gewichtszunahme gross. Bild © fotolia

Deshalb habe ich mir abgewöhnt, mich aufzuregen. Wenn ich heute wieder mal in eine der Essfallen hineintappe und zuviel Süsses oder Schokolade gegessen habe, bleibe ich ruhig. Zwar analysiere ich kurz, wieso es passiert ist. Schliesslich möchte ich wenigstens aus meinem «Fehler» was lernen, bzw. ihn in Zukunft vermeiden. Danach versuche ich, meine Energie positiv einzusetzen. Doch was heisst dies im konkreten Fall?

Ja, es kommt darauf an, was Sie nun machen!

Viele denken, wenn sie einen Ausrutscher hatten: «Ach, es kommt jetzt auch nicht mehr darauf an …!» Die Erfahrung hat mich gelehrt, dass dies nicht stimmt: Es kommt darauf an. Ob ich nun einen kleineren oder grösseren Absturz habe, spielt gerade beim Abnehmen und Angewöhnen von gesunden Ernährungsgewohnheiten sehr wohl eine Rolle.

Je länger und stärker ich dem Verlangen nachgebe, umso schwerer fällt es mir, wieder zurück zu meinem «normalen» gesunden Essverhalten zu finden. Bei einem kleinen Ausrutscher legen wir nur unwesentlich an Gewicht zu. Schnell erreichen wir wieder unser vorheriges Gewicht. Dauert der Ausrutscher jedoch länger, dauert es auch länger, bis unser Körper wieder das vorherige Gewicht hat. Und wir müssen meist mehr Energie aufwenden um zu unserem erwünschten Essverhalten zurückzufinden. So geht es zumindest mir.

Passiert uns dies einmalig, ist dies kein Problem. Desto häufiger dies jedoch vorkommt, umso mehr Energie kostet es uns, unser Gewicht zu halten, geschweige, noch weiter abzunehmen. Kommt dann irgendwann zum Beispiel noch zusätzlich Stress dazu, ist es meist schon passiert: Der Anfang vom Ende der Gewichtsabnahme beginnt. Wir nehmen nach und nach wieder zu. Irgendwann sind wir plötzlich schwerer als jemals zuvor waren und fragen uns vermutlich: «Wie konnte dies nur wieder passieren?» Und, was für mich noch viel schlimmer ist, der Verlust der Selbstachtung geht damit einher. Mir zumindest ging es so.

Nach Ausrutscher nach vorne schauen
Energie damit verschwenden, was war, macht wenig Sinn. Denn diese Energie fehlt nachher. Lieber nach vorne schauen.

Ich weiss nicht, wieviel ich während meines Lebens genau auf diese Weise ab- und wieder zugenommen habe. Zusammengezählt sind es sicherlich weit über 100 Kilogramm. Was für eine Energie-Verschwendung! Darum: Schwamm drüber und gleich da weitermachen, wo noch alles passte.

Bu­sse muss sein

Wenn ich gegenüber jemandem eine geringfügige Rechtsverletzung verschulde, muss ich eine Busse bezahlen. Was ist, wenn ich mir selber durch meinen Ausrutscher Schaden zufüge? Wie heisst es so schön: «Wo kein Kläger, da kein Richter». Nur, vielleicht will ich ja meinen Ausrutscher wieder gut machen? Und mir vielleicht auch beweisen, dass ich es, trotz Ausrutscher, Ernst mit meinem Ziel abzunehmen meine? Ich glaube, dass es den meisten hilft, wenn sie auf irgendeine Art «Busse» tun.

Commitment

Einerseits will ich so mein «Commitment», man könnte sagen meine Hingabe in meinen Weg zu weniger Gewicht bekräftigen. Andererseits kann ich zugleich auch noch Schadensbegrenzung vornehmen. Auch wenn dies in meinem konkreten Fall wohl etwas länger dauert.

Möglichkeiten gibt es viele: Ich kann z.B. die nächsten Tage weniger Essen. Oder ich plane zusätzlich Bewegung ein. Eine weitere Möglichkeit ist, sich gezielt Zeit einzuplanen, um einen Anti-Ausrutscher-Plan zu entwerfen. Der hilft zwar zum jetzigen Zeitpunkt nicht, die zuviel gegessenen Kalorien zu vermindern. Wenn dadurch in Zukunft ein Ausrutscher weniger passiert, hat es sich trotzdem in jedem Fall gelohnt.

Ziel ins Auge fassen
Ja, ich will wirklich abnehmen und beweise mir dies, indem ich zum Beispiel einen (kleineren) Gipfel erklimme.

Fazit: Ausrutscher passieren

Wichtig ist, dass wir unsere Energie nicht mit uns aufregen verschwenden. Nutzen wir diese Energie lieber positiv. Machen wir einfach motiviert da weiter, wo wir vor dem Ausrutscher waren. Wenn möglich, können wir uns etwas mehr bewegen oder Sport machen. Oder wir schränken uns in den nächsten Tagen sogar etwas ein und gleichen so das «Zuviel» des Vortages wieder aus.

Sicherlich sind Ihnen auch schon Ausrutscher passiert. Was haben Sie für Erfahrungen gemacht? Schreiben Sie doch bitte in die Kommentarzeile, wie Sie damit umgegangen sind. Dafür schon jetzt vielen Dank.

Ich wünsche Ihnen auf Ihrem Weg viel Erfolg,

Ihre Susan Rothenberger

Ausrutscher Schoko-Eier: Wie Ostern nicht zum Jammertal wird
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