Der Weg zum Idealgewicht – ohne Versprechen geht gar nichts

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Seit meiner Kindheit bin ich mehr oder weniger stark übergewichtig. Fernab vom Idealgewicht habe ich, wie die meisten Übergewichtigen, schon unzählige Diäten ausprobiert und immer wieder neue Vorsätze gefasst. Voll motiviert begann ich dann die gefühlt tausendste Diät. Nur um ein paar Wochen oder einige Monate später festzustellen, dass ich es wieder nicht geschafft hatte. Die Folgen waren, dass ich ein wenig mehr meiner Selbstachtung eingebüsst hatte und noch ein bisschen schwerer als zuvor war. Der Jojo-Effekt lässt grüssen.

Der Neubeginn: Es muss sich was ändern

Vor gut zwei Jahren lernte ich über Ralf Wuzel die stoffwechsel-optimierte Ernährung kennen. Ohne Diät, nur durch die Umstellung auf meinen persönlichen Ernährungstypen, hatte ich rund 25 Kilo abgenommen. Von meinem Idealgewicht war ich immer noch weit entfernt. Die Waage pendelte sich jedoch – zum ersten Mal in meinem Leben – dauerhaft rund 20 Kilo tiefer ein.

Susan Rothenberger auf dem Weg zum Idealgewicht
Susan Rothenberger: «Der Weg zum Idealgewicht ist mitunter steinig und löst immer wieder Selbstzweifel aus.» © Susan Rothenberger

Dies erfüllte mich auf der einen Seite mit Stolz und stand im Gegensatz zu all meinen früheren Versuchen mein Idealgewicht zu erreichen. Auf der anderen Seite fühlte ich mich unzufrieden. Wenn ich mir gegenüber ehrlich war, hatte ich mein selbst gestecktes Ziel bei weitem verfehlt.

Das Gefühl: Die Angst vor dem Versagen

Als ich vor fast zwei Jahren meinen ersten Artikel über das Thema Abnehmen schrieb, war ich voll motiviert und frohen Mutes. Doch wie viele übergewichtige Menschen nach unzähligen vielen erfolglosen Versuchen abzunehmen, hatte ich unbewusst auch ein wenig Angst. Angst davor, es diesmal wieder nicht zu schaffen. Hatte ich es nicht schon oft probiert? Wieso sollte es diesmal klappen? Bei mir war diese unterschwellige Angst immer da, auch wenn ich sie vor mir selber nicht zugeben wollte.

Auf dem Weg zum Idealgewicht zerplatzen oftmals Seifenblasen
Die Angst, dass die gesetzten Ziele wie Seifenblasen platzen, schwingt immer mit.

Diese Angst, dieses ungute Gefühl spürte ich bei jedem neuen Abnahme-Versuch. Ich vermied jedoch tunlichst, mich damit näher auseinanderzusetzen. So, als würde erst das Benennen dieses Gefühls, es wirklich werden lassen. Und in der Folge, das Nicht-Erreichen meines Zieles als umso grössere, persönliche Niederlage im Raum stehen. Ich wollte meine neue Hoffnung nicht wieder wie eine Seifenblase platzen lassen.

Die Wirklichkeit: Nicht hinsehen ändert nichts an der Wahrheit

Nun ist es leider nicht so, dass wenn ich etwas nicht wahrnehmen will, dies einfach nicht mehr da ist. Wenn ein Kind seine Augen mit den Händen zuhält und im Glauben, man sehe es nicht, Ihnen zuruft: «Du siehst mich nicht!», funktioniert dies ebenfalls nicht. Wohl sieht das Kind Sie nicht mehr, jedoch ist das Kind nicht aus Ihrem Blickfeld verschwunden. Ich hielt es wie das Kind: Wenn ich mir die Augen zuhielt und nicht hinsah, musste ich mich nicht mit meinen unguten Gefühlen rumschlagen. So musste ich mich auch nicht fragen, woher die kamen.

Augen zu: Du siehst mich nicht
Aus den Augen, aus dem Sinn funktioniert auf dem Weg zum Idealgewicht leider nicht. @Fotolia

Beim Lesen des Buches «Fokus!» fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Worauf ich hinaus will: Stellen Sie sich vor, Sie beschliessen abzunehmen und mehr Sport zu treiben. Ihr Ziel ist es, in fünf Monaten an der Hochzeit Ihrer Schwester 15 Kilo weniger zu wiegen. Sie würden an der Hochzeit Ihr wunderschönes, dunkelblaues Kleid tragen, das Sie seit drei Jahren nicht mehr tragen konnten. Gesagt, getan. Sie schreiben sich Ihre Ziele auf und beginnen voll Motivation. Zu Beginn klappt das ganz gut. Doch nach drei, vier Wochen hat der Alltagstrott Sie wieder eingeholt. Ihre Vorsätze sind vergessen und die Liste mit Ihren Zielen ist unter einem Stapel Papier verschwunden. Sehen Sie schon, worauf ich hinauswill?

Als ich mit abnehmen begann, nahm ich mir vor, bis spätestens Anfang 2016 rund 50 Kilo abgenommen zu haben. Voll motiviert startete ich und der Erfolg stellte sich ein. Doch irgendwann – Sie ahnen es sicher schon – hatte der Alltagstrott mein Leben wieder fest im Griff.

Der Fall: Selbstlüge vertreibt das schlechte Gewissen

Mein erstes grosses Ziel, ein Gewichtsabnahme von 25 Kilogramm, hatte ich erreicht. Danach ruhte ich mich aus – allerdings etwas länger als geplant. Ich redete mir ein, ich hätte schon so viel erreicht. Es sei sinnvoll, nun das neue Gewicht längere Zeit zu halten, bevor ich weiter abnehmen würde.

Auf dem Weg zum Idealgewicht verweilt man oft zu lange in der Komfortzone
Auf dem Weg zum Idealgewicht verweilt man nach einem Ersterfolg, ohne wie geplant weiterzumachen und verrät so sich selbst.

Vielleicht kommt Ihnen diese inneren Stimmen bekannt vor? Selbst wenn von Zeit zu Zeit mein schlechtes Gewissen seine Stimme erhob, so brachte ich sie schnell wieder zum Verstummen. Menschen anzulügen ist schlimm. Sich selbst zu belügen, finde ich noch viel schlimmer.

Die Folgen: Stück um Stück Verlust der Selbstachtung

Was war geschehen? Ich hatte mein selbst gesetztes Ziel verraten. Zu Beginn war ich mit dem festem Vorsatz und Ziel vor Augen angetreten, nun für ein und alle Male 50 Kilos abzunehmen. Ich hatte eine bewusste Entscheidung getroffen und mir ein Versprechen gegeben. Ein Versprechen, dass ich diesmal – komme was wolle – dranbleiben würde und nicht aufgeben würde. Wenn ich mir selber ein Versprechen gebe, ist dies als hätte ich mit meinem Ich eine Art Vertrag geschlossen. Wenn ich nun mein Versprechen mir gegenüber nicht einhalte und mein Ziel nicht konsequent verfolge, dann breche ich einen Vertrag und verliere dadurch jedes Mal ein wenig mehr von meiner Selbstachtung.

Der Weg zum Idealgewicht: Mein persönliches Versprechen

Der allerwichtigste Punkt beim Abnehmen ist für mich nun, mir bewusst ein Versprechen zu geben und dieses auch einzulösen – komme was wolle! Dieses Versprechen ist zwar keine Gewähr dafür, dass alles immer perfekt läuft. Auch verhindert es nicht, dass ich Fehler mache, strauchle oder sogar hinfalle. Es wird mir jedoch bei allen Widrigkeiten helfen, mich daran zu erinnern, wofür ich angetreten bin und mir selbst gegenüber treu zu bleiben. Ich setze ab sofort alles daran, damit ich mein Ziel wirklich erreiche. Dies ermöglicht mir wieder, dass ich mich mit gutem Gefühl im Spiegel betrachten kann, weil ich meine Achtung vor mir selbst wieder zurückgewonnen habe.

Verschiedene Wege führen nach Rom
Verschiedene Wege führen nach Rom. Doch ohne Abreisedatum und festgelegtem Ziel begibt man sich nicht auf den Weg.

Mein Ziel steht fest und das Versprechen habe ich mir gegenüber abgegeben – den Weg dahin gehe ich nun weiter. Denn: Hinfallen ist erlaubt, aufstehen ist Pflicht! Geht es Ihnen genauso? Was halten Sie davon, wenn wir diesen Weg gemeinsam gehen?

Interessiert? Dann melden Sie sich doch einfach bei mir: srothenberger@weg7.com

Mit diesem ernst gemeinten Angebot wünsche ich uns viel Erfolg beim Einlösen unserer Versprechen!

Ihre Susan Rothenberger

Der Weg zum Idealgewicht – ohne Versprechen geht gar nichts
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