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Linsen sind bei den Hülsenfrüchten gefragt wie lange nicht mehr. Das etwas altmodische Gemüse, das Arme-Leute-Essen von einst, wird zum Trend-Nahrungsmittel in der modernen Küche. Die Vorzüge der Linsen sind außerordentlich.

Wie alle Hülsenfrüchte sind Linsen echte Eiweißpakete und strotzen nur so vor Vitalstoffen. Neben reichlich Ballastoffen kann sich auch die Liste an bioaktiven Substanzen wie Saponinen, Flavonen und Phenolsäuren sehen lassen.

Linsen: Raffinierte Vielfalt mit tollen Aromen

Linsen sind vielseitig verwendbar und zeichnen sich durch ihre sagenhafte Sortenvielfalt aus. Neben der altbekannten braunen Tellerlinse gibt es heutzutage in gut sortierten Märkten rote, grüne, gelbe, schwarze und sogar lilafarbene Sorten. Manche werden mit der Schale angeboten und wieder andere sind geschält. Beide Varianten haben ihre Vorteile. Die ungeschälten Hülsenfrüchte sind nährstoffreicher und geschmacksintensiver, da sich in der Schale die meisten Nährstoffe und Aromen befinden.

Außerdem gilt: Je kleiner die Frucht, desto aromatischer schmecken sie.
Außerdem gilt: Je kleiner die Frucht, desto aromatischer schmecken sie. Photo by Pixabay

Ob herzhaft, süß oder exotisch, die Hülsenfrüchte sind in der Küche dank ihrer unterschiedlichen Aromen vielseitig einsetzbar. Sie gehören heutzutage zu den kulinarischen Verwandlungskünstlern schlechthin.

Hülsenfrüchte sind echte Powerpakete

Aber nicht nur des Geschmacks wegen sollten Hülsenfrüchte auf dem Speiseplan stehen – auch der Gesundheit zuliebe. Die unscheinbaren Samen versorgen unseren Körper mit reichlich Eisen, Kalium, Zink, Magnesium und Kalzium. Neben dem Provitamin A, den nervenstärkenden B-Vitaminen sowie der Folsäure und dem zellschützenden Vitamin E, enthalten 100 g Linsen rund 8-10 Gramm Ballaststoffe. Diese bringen die Verdauung in Schwung und sorgen für ein langes Sättigungsgefühl.

Eine kanadische Studie mit Leistungssportlern hat ergeben, dass deren Ausdauerleistung signifikant anstieg, wenn sie vor einem Wettkampf, anstelle von Kartoffeln oder Nudeln, vermehrt Linsengerichte gegessen hatten. Denn neben den vielen komplexen Kohlenhydraten füllen Linsen mit ihrem hohen Eisengehalt ganz nebenbei unsere Energiespeicher wieder auf. Eisen ist Bestandteil des Hämoglobins (als Hämoglobin bezeichnet man den eisenhaltigen roten Blutfarbstoff in den roten Blutkörperchen), welches den Sauerstoff von der Lunge zu allen Körperzellen transportiert und dadurch den Organen und dem Gehirn mehr Energie liefert, wodurch auch die Konzentration verbessert wird.

Linsen werden oft in Suppen verwendet.
Linsen werden oft in Suppen verwendet und kann man gut vorkochen. Photo by Pixabay

Linsen strotzen nur so vor bioaktiv verwertbarem Eiweiß. Unsere Organe und Muskeln benötigen eine konstante Versorgung mit Eiweiß für die Regulierung und den Aufbau unserer Zellen. In Kombination mit anderen eiweißhaltigen Lebensmitteln entwickeln sie sich zu einem fast vollwertigen Fleischersatz. Am besten ergänzt man sie mit Kartoffeln, Gemüse, Salat, Getreideprodukten, Nüssen oder Samen, aber auch mit Eier- oder Milchprodukten.

Rohe Hülsenfrüchte sind im übrigen unverdaulich, gekocht oder gekeimt jedoch ein Genuss. Gekeimt liefern sie dem Körper alle essenziellen Aminosäuren, die für die verschiedenen Funktionen im Körper notwendig sind und den Muskelaufbau optimal unterstützen. Dafür eignen sich vor allem die kleineren Sorten wie  Berg- oder Puy-Linsen. Rote oder gelbe geschälte Linsen keimen nicht.

Hülsenfrüchte machen gute Laune

Den komplexen Kohlenhydraten verdanken wir dass unser Gehirn nach einer Mahlzeit aus Hülsenfrüchten auf gute Laune umschaltet. Die komplexen Kohlenhydrate werden nur langsam verdaut und gelangen so kontinuierlich ins Blut und machen uns in diesem Zuge ganz nebenbei länger satt. Damit die Produktion des Glückshormons Serotonin im Gehirn so richtig in Gang kommt, bedarf es der Aminosäure Tryptophan. Sie ist in Fleisch, Joghurt, Fisch und Eiern enthalten. Wer also in Zukunft Linsen mit diesen Lebensmitteln kombiniert, schaltet sein Gehirn auf gute Laune um.

Geräuschlos genießen

Jedes Böhnchen bringt ein Tönchen oder wie meine Oma immer sagte: «Linsen bringen jeden Po zum Grinsen!». Hülsenfrüchte haben den Ruf sich nicht geräuschlos aus dem Körper zu verabschieden. Schuld daran sind die sog. «schwer verdaulichen Kohlenhydrate» also die Schalen der Hülsenfrüchte. Diese werden erst im Dickdarm aufgespalten. Dieser Begleiterscheinung lässt sich allerdings leicht den Wind aus den Segeln nehmen.

Zubereitung eines Linsengerichts
Zutaten für ein Linsengericht. Photo by Pixabay
  • Weichen sie die ungeschälten getrockneten Linsen ein und schütten sie das Einweichwasser weg. Spülen sie die geschälten Linsen ebenfalls gut ab.
  • Garen sie die ungeschälten Linsen separat und salzen sie die Linsen erst im garen Zustand.
  • Kräuter und Gewürze unterstützen sie bei der Verdauung von Hülsenfrüchten. Insbesondere Anis, Bohnenkraut, Fenchelsamen, Kümmel, Majoran und Rosmarin. Kümmel und Fenchelsamen treffen oft nicht immer auf Gegenliebe. In diesem Fall hilft Koriander als ausgleichendes Element. Mischen Sie zu gleichen Teilen Kümmel oder Fenchelsamen mit Koriandersamen. Dadurch verlieren Fenchel- und Kümmelsamen an geschmacklicher Präsenz. Die Wirkung wird jedoch nicht beeinflusst.
  • Genießen sie Hülsenfrüchte regelmäßig. Unser Verdauungssystem ist lernfähig.

Für einen Hauch Exotik sorgen im übrigen Ingwer und Kokosmilch.

Hülsenfrüchte enthalten u.a. Purine enthalten und sind für Menschen, die an Gicht leiden, eher ungeeignet.

Genießen Sie wöchentlich mindestens eine Portion Hülsenfrüchte!

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Linsen erleben unter den Hülsenfrüchten ein Comeback
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