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Superfoods sind in aller Munde. Jede Woche macht ein anderes Superlebensmittel die Runde. Und Dank findiger Marketingexperten wird momentan einfach vieles kurzerhand zum Superlebensmittel erklärt. Da kann man schnell mal den Überblick verlieren und wird unsicher. Was sind nun Superfoods jetzt wirklich? Was machen sie aus?

Erklärungen und Definitionen

Superfood ist ein Marketingbegriff, der Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen beschreibt. Teilweise beruhen die mit bestimmten Lebensmitteln in Verbindung gebrachten positiven gesundheitlichen Wirkungen auf wissenschaftlich erwiesenen Zusammenhängen.

Superfood wird in einer Holzschale präsentiert
Superfood wird in der Werbung oft für Lebensmittel mit angeblichen Gesundheitsvorteilen verwendet. Quelle: Unsplash

Diese werden aber oft an Tieren oder im Labor getestet, mit zum Teil sehr hohen Dosen, so dass die Frage bleibt, wie sich diese Erkenntnisse auf echte Ernährungsweisen übertragen lassen.

Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel schreibt zum Thema:

«[…] und obwohl wissenschaftliche Studien oft positive gesundheitliche Wirkungen ergeben, lassen sich die Resultate nicht unbedingt auf die reale Ernährung übertragen.»

Das Werben mit Superfood und ähnlichen Begriffen, die den Verzehr von Produkten mit gesundheitsfördernden Effekten in Verbindung bringen, ist gemäß Health-Claims-Verordnung der Europäischen Union verboten, solange eine Wirksamkeit nicht durch ein strenges Zulassungsverfahren bestätigt wurde.

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Begriff seit dem 20. Jahrhundert bekannt

Der Begriff Superfood wird bereits seit Beginn des 20. Jahrhunderts verwendet, ist allerdings erst in den letzten Jahren allgemein bekannt geworden. Es findet sich keine offizielle oder rechtlich bindende Begriffsdefinition.

Laut dem Wörterbuch Oxford English Dictionary wird mit dem Begriff ein «nährstoffreiches Lebensmittel, das als besonders förderlich für Gesundheit und Wohlbefinden erachtet wird», bezeichnet. 

Das Europäische Informationszentrum für Lebensmittel bezeichnet «Lebensmittel, insbesondere Obst und Gemüse, die aufgrund ihres Nährstoffgehaltes einen höheren gesundheitlichen Nutzen als andere Nahrungsmittel haben», als Superfood.

So weit, so gut.

Was ist ein Superfood wirklich?

Zusammenfassend kann man also sagen, als Superfood bezeichnet man Lebensmittel, die besonders vorteilhaft für unsere Gesundheit sind. Sie sind extrem reich an Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralien, Antioxydanzien, Enzymen und gesunden Fetten. Alle diese Nährstoffe sind essenziell für unseren Körper und seine Gesundheit. Sie beugen damit Krankheiten und Mangelerscheinungen vor und unterstützen unser Immunsystem bei akuten und chronischen Erkrankungen.

Eine Aufstellung von Lebensmittel aus dem Supermarkt, die als Superfood gelten
Superfood sind extrem reich an Mikronährstoffen wie Vitaminen, Mineralien, Antioxydanzien, Enzymen und gesunden Fetten. Quelle: Pixabay

Die Mehrheit der Erzeugnisse kommt ganz natürlich vor und wächst aus der Erde wie Früchte, Gemüse, Samen, Gräser, Seetang/Algen und Blätter. Und auch wenn es kein einziges Superfood gibt, welches für alle Krankheiten nutzbar ist, so gibt es doch eine Vielzahl von Lebensmitteln, die auch schon in Studien gezeigt haben, dass sie uns einen Mehrwert für unsere Gesundheit oder gegen spezielle Zipperlein bieten und damit den Namen Superfood verdient haben.

Superfood auf einem Kochlöffel
Die Mehrheit der Superlebensmittel kommt ganz natürlich. Quelle: Pixabay

Wenn man sich die Liste der Superfoods ansieht, tummeln sich darin Früchte wie Quitte und Granatapfel, Gemüse wie Grünkohl oder Adzukibohnen, Samen wie Hafer, Chia oder Lein, Gräser und Wildpflanzen wie Löwenzahn und Gerstengras, verschiedene Algen, Nüsse wie Walnüsse und Pekannuss oder Beeren wie unsere Blaubeere.

Ich möchte Sie in den folgenden Beiträgen gerne ein Stück weit mit verschiedenen Superfoods bekannt machen und lege dabei das größte Augenmerk auf einheimische Produkte.

Tauchen Sie ein in die Welt der heimischen Superfoods

Warum? So haben Sie die Möglichkeit, diese Lebensmittel selbst zu ernten oder dort zu kaufen, wo sie in der Vollreife geerntet worden sind. Viele wirklich tolle Lebensmittel werden durch zu zeitiges Ernten (viele Mikronährstoffe bilden sich aber erst im Reifeprozess der Früchte), Konservieren und lange Transportwege zu weniger wertvollen Nahrungsmitteln.

Ein reifer Apfel liegt im Gras und gilt als Superfood
Früchte selbst ernten oder kaufen, wo sie in der Vollreife geerntet worden sind. Quelle: Unsplash

Achten Sie auch immer auf den Anbau der Erzeugnisse. Wenn der Boden schon durch jahrelange Monokultur ausgelaugt ist, finden sich logischerweise auch weniger Nährstoffe in der Pflanze und ist die Pflanze geschwächt, wird oft mit Düngung oder Herbiziden/Insektiziden  nachgeholfen. Nicht wenige Superfoods haben auch daher belastende Schadstoffrückstände. Hier lohnt es sich also, genauer hinzusehen. 

Viele Studien zeigen, dass die Bodenverarmung auch die Nährstoffdichte in einheimischem Obst und Gemüse beeinflusst. Die Forscher fanden einen sicheren Rückgang von Proteinen, Mineralstoffen und Vitaminen in 43 verschiedenen Gemüsesorten über das letzte halbe Jahrhundert. Wenn wir Superfoods sinnvoll in die Ernährung einbauen und auf die richtigen Sachen zurückgreifen, können wir dank des guten Nährstoffprofils dieser ausgesuchten Lebensmittel diesen Mangel etwas ausgleichen.

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