Durchfall auf Reisen – Experteninterview mit Prof. Dr. Tomas Jelinek

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Fremde Länder, Speisen und Kulturen entdecken ist für Viele der schönste Ausgleich zum Alltag. Montezuma’s Rache erleben möchte dabei jedoch keiner.

Tatsächlich ist Reisedurchfall neben Sonnenbrand und Mückenstichen die häufigste Erkrankung auf Reisen und die einzige, die potentiell gefährlich werden kann. Schuld sind fremdländische Erreger wie Viren und Bakterien, die wir durch Nahrung und Flüssigkeit aufnehmen und gegen die wir keine Abwehrstoffe haben.

Pünktlich zu Beginn der Reisesaison berät Reisemediziner Prof. Tomas Jelinek im Berliner Zentrum für Reise- und Tropenmedizin täglich viele Reisende darüber, wo das Durchfallrisiko am höchsten ist und wie man sich bestmöglich davor schützen kann.

Regeln zur Vermeidung von Reisedurchfall

• Nur frisch zubereitete, gekochte Speisen essen
• Auf Eiswürfel und Glace verzichten
• Wasser aus hermetisch verschlossenen Flaschen trinken
• Früchte schälen oder mit gekauftem Wasser sehr gut waschen
• Keine Salate oder rohen Früchte im Restaurant essen
• Fleisch, Fisch und Meeresfrüchte nur gut durchgebraten geniessen

Rezepte für den Notfall

Karotten-Reisschleim: 80 Gramm weisser Reis bei leichter Hitze etwa 35 bis 40 Minuten köcheln. Dann pürieren, 1 Prise Salz und etwa 100 Gramm gut gekochte und pürierte Frühkarotten dazumischen. Dem Patienten drei- bis fünfmal täglich je drei bis fünf Esslöffel davon geben.

Karottensuppe nach Dr. Mora: 500 Gramm geschälte Karotten in einem Liter Wasser eine Stunde lang kochen. Anschliessend durch ein Sieb drücken oder im Mixer pürieren. Mit gekochtem Wasser wieder auf einen Liter auffüllen und drei Gramm Kochsalz zugeben.

Notfallgetränk: Ein Liter Wasser während 20 Minuten abkochen. Schwarztee oder Fruchtsaft, ein Teelöffel Salz, eine Messerspitze Backpulver und zwei bis drei Esslöffel Zucker beigeben und über den Tag verteilt trinken.

Das gehört in die Reiseapotheke

Notfallmedikamente: Medikamente, welche die Darmbewegungen hemmen und so den Durchfall stoppen, bewirken eine Reduzierung der täglichen Stuhlgänge. Vorsicht! Diese Wirkung kann erwünscht sein. Gleichzeitig wird aber die Ausscheidung von pathologischen Keimen verhindert. Das kann den Heilungsprozess verlangsamen.

Probiotika: Probiotika sind lebende Mikroorganismen. Sie enthalten Bakterienkulturen und haben eine positive Wirkung auf die Darmtätigkeit. Probiotika wirken ursächlich und verkürzen die Krankheitsdauer, indem sie die natürliche Darmflora wiederherstellen und die Darmtätigkeit regulieren

Homöopathische Heilmittel: Die Homöopathie kennt einige Mittel für die Selbstbehandlung und Vorbeugung. Zum Beispiel Okoubaka. Das Heilmittel wirkt bei Vergiftungen durch Lebensmittel und Bakterien.

Magenbitter: Gewürzweine wie Melissengeist oder Zellerbalsam können dem Magen bei der Verarbeitung ungewohnter Kost helfen.

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