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Diabetes ist Zivilisationskrankheit. Aber nicht jeder Fall ist gleich. Welche Arten von Zuckerkrankheiten gibt es? Woran erkennt man sie, wie behandelt man sie und wie kann man vorbeugen? Lesen Sie hier das Wichtigste nach.

Was ist Diabetes?

In der Umgangssprache heißt Diabetes auch Zuckerkrankheit. Denn der Zuckerhaushalt ist hier gestört. Beim gesunden Menschen hält das Hormon Insulin aus der Bauchspeicheldrüse den Blutzuckerspiegel in engen Grenzen. Beim Diabetiker schießt der Wert in die Höhe. Ist zu viel Zucker im Blut, dann gelangt er auch in den Urin. Daher der Name Diabetes mellitus. Das heißt übersetzt: «honigsüßer Durchfluss».

Würfelzucker und Insulinspritze
In der Umgangssprache heißt Diabetes auch Zuckerkrankheit. Photo by Pixabay

Drei Arten von Diabetes sollten Sie kennen: Typ 1, Typ 2 und Schwangerschaftsdiabetes. Sie haben unterschiedliche Ursachen und brauchen unterschiedliche Behandlung. Der Schwangerschaftsdiabetes ist ein Sonderfall, denn er verschwindet von selbst wieder.

Typ 1: Der angeborene Diabetes

Beim Diabetes-Typ 1 kann der Körper kein Insulin mehr herstellen. Ursache ist eine Autoimmunerkrankung: Der Körper zerstört die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse. Schlagartig treten die Symptome von Diabetes-Typ 1 auf:

  • schneller, unerklärlicher Gewichtsverlust
  • ständiger Durst
  • ungewöhnliche Trinkmengen: über 10 Liter am Tag
  • häufiger Harndrang
  • weitere mögliche Symptome: Übelkeit, Bauchschmerzen, Schwächegefühl, Sehstörungen

Wie behandelt man Diabetes-Typ 1?

Ein Typ-1-Diabetiker muss das fehlende Insulin sein Leben lang ersetzen. Heute verwendet man dazu einen Insulinpen oder eine Insulinpumpe. Mehrmals am Tag muss der Patient seinen Blutzuckerwert kontrollieren.

Ein Diabetiker spritz Insulin am Bauch
Am Bauch ist auch bei sehr schlanken Personen oder Kindern meist ausreichend Subkutangewebe für die Insulininjektion vorhanden. Photo by Piyabay

Entsprechende Messgeräte gibt es im Fachhandel für Diabetiker. Was die Ernährung betrifft, müssen Typ-1-Diabetiker auf zwei Dinge achten: Einerseits müssen sie ihre Kohlenhydratmenge mitzählen, um genug Insulin zu spritzen. Andererseits müssen sie aufpassen, nicht in den Unterzucker abzurutschen.

Typ 2: Der erworbene Diabetes

Früher nannte man diese Form auch Altersdiabetes. Heute erkranken schon junge Leute häufig daran. Denn schuld an dieser Diabetesform ist die Lebensweise, vor allem die Ernährung mit zu viel Fett und Zucker. Hohe Blutzuckerspiegel und Blutfettwerte über Jahre hinweg machen den Menschen insulinresistent. Die Bauchspeicheldrüse stellt zwar Insulin her, aber der Rest des Körpers reagiert immer weniger darauf. Die Symptome beginnen langsam. Der Typ 2 kann jahrelang unbemerkt bleiben.

Wer bekommt Diabetes-Typ 2?

Übergewichtiger Mann im Freien
Zuviel Zucker in der Ernährung und über Getränke kann über kurz oder lang zu Diabetes führen. Photo by Shutterstock
  • Rauchen
  • Vitamin-D-Mangel
  • Stress
  • genetische Veranlagung

Woran erkennt man einen Diabetes-Typ 2

Diabetes-Typ 2 beginnt mit unspezifischen Symptomen: Müdigkeit, Schwäche und erhöhte Infekt Neigung. Vor allem Blasenentzündungen bekommen Typ-2-Diabetiker häufig. Die spezifischen Zuckersymptome – Durst und häufiges Wasserlassen – treten dagegen erst spät auf. Zur Diagnose eines Diabetes-Typ 2 braucht der Arzt eine Blutprobe und eine Urinprobe.

Wie behandelt man einen Diabetes-Typ 2?

Diabetes-Typ 2 ist meistens heilbar. Die Zuckerkrankheit verschwindet, wenn man die Ursachen beseitigt. Vor allem muss das Übergewicht weg. Das bedeutet:

 Stoffwechselmessung über den Handballen mit einem Analysegerät
Der stoffwechseloptimierte Ernährungstyp kann in wenigen Sekunden über ein nicht-invasives Screening am Handballen festgestellt werden. Photo by Urs Schlegel
  • Ernährungsumstellung: kein Zucker, wenig Fett
  • kein Tabak
  • Sportprogramm entsprechend der Gesundheit des Patienten

Der Arzt begleitet all diese Schritte. Oft kommt ein Ernährungsberater mit ins Team. Die mediterrane Küche hat sich bei Typ-2-Diabetikern besonders bewährt. Macht der Patient gut mit, dann kommt der Stoffwechsel wieder in Ordnung. Mit derselben Strategie können Sie vorbeugen: gesunde Ernährung und genug Bewegung.

Leider bleiben viele Patienten bei ihren ungesunden Gewohnheiten und bevorzugen die Behandlung mit Tabletten (Metformin oder Sulfonylharnstoffe). Reicht das nicht, um den Blutzucker im Normbereich zu halten, dann kommen Insulinspritzen dazu.

Schwangerschaftsdiabetes: ein Sonderfall

Schwangere Frau sitzt auf Steinbank am See
In der Schwangerschaft können die Hormone den Zuckerhaushalt durcheinanderbringen. Photo by Pixabay

In der Schwangerschaft können die Hormone den Zuckerhaushalt durcheinanderbringen. Etwa jede achte werdende Mutter bekommt deshalb vorübergehend Diabetes mellitus. Nach der Entbindung normalisiert sich der Stoffwechsel wieder, und die Schwangerschaftsdiabetes verschwindet.

Wer bekommt Schwangerschaftsdiabetes?

Risikofaktor ist vor allem das Alter der Frau: Bei Schwangeren über 45 Jahren liegt die Häufigkeit von Schwangerschaftsdiabetes bei 45 %. Bei unter Zwanzigjährigen dagegen sind es nur 8 %. Ein weiterer Risikofaktor ist eine übermäßige Gewichtszunahme während der Schwangerschaft. Und Frauen, die früher schon einmal Schwangerschaftsdiabetes hatten, bekommt ihn in der nächsten Schwangerschaft mit etwa 50 % Wahrscheinlichkeit wieder.

Was gibt es zu beachten beim Schwangerschaftsdiabetes?

Früher blieb ein Schwangerschaftsdiabetes oft unbemerkt. Heute macht man routinemäßig den sogenannten Glucose-Toleranztest. Denn meistens verursacht ein Schwangerschaftsdiabetes keine Beschwerden. Die Patientin bekommt vielleicht mehr Durst und häufigeren Harndrang, aber nicht viel. Es ist auch bei neun von zehn Patientinnen keine Behandlung nötig. Gesunde Ernährung reicht, um den Blutzuckerspiegel normal zu halten. Nur eine von zehn Patientinnen mit Schwangerschaftsdiabetes braucht Insulinspritzen.

 

Diabetes mellitus – richtiger Umgang mit der Zuckerkrankheit
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