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Wer kennt sie nicht – die Christrose? Wenn Schnee und Eis die Winterlandschaft in eine Märchenwelt verwandeln, erwacht die Christrose aus ihrem «Winterschlaf». In den Monaten Dezember und Januar hat sie im Hausgarten oder auf der Terrasse ihren grossen Auftritt. 

Ab Dezember streckt sie ihre wundervollen, auffällig weissen Blüten aus dem Schnee und erfreut Garten- wie Blumenliebhaber mit ihrer Blütenpracht. Die robuste und pflegeleichte Christrose ist unbestritten die Königin der winterblühenden Stauden.

Christrosen blühen auch im Winter

Im Garten blüht die faszinierende Staude im Vorfrühling ab März bis April nach der Schneeschmelze. Das Spezielle an der Christrose ist, dass sie bei frostigen Temperaturen Schnee und Kälte trotzt. Dies geschieht durch eine Absenkung des Saftdrucks in den oberirdischen Pflanzenteilen. Liegen nach einer kalten Nacht morgens die Blätter welk am Boden, sind sie nicht erfroren. Die Blätter richten sich im Verlauf des Tages wieder auf.

Schneerose bei Schnee und Eis im Freien
Christrosen blühen bei Schnee und Eis – Photo by Pixabay

An Advent und Weihnachten gehört die Christrose zusammen mit Amaryllis und Orchideen zu einer der begehrtesten Pflanzen und Schnittblumen.

Tipps, auf was Sie beim Kauf der Schneerose achten sollten

Wild wachsende Christrosen, auch Nieswurz, Niger, Schneerose oder Lenzrosen genannt, sind selten und stehen unter Naturschutz. Aus diesem Grund werden sie im Blumenfachhandel ausschliesslich aus Zuchtbetrieben in verschiedenen Grössen und Farben angeboten. Eine gute Abhärtung im Produktionsbetrieb ist wichtig für eine gute Haltbarkeit der Christrose. Mit dieser Massnahme übersteht die Christ- oder Lenzrose Temperaturschwankungen im Aussenbereich ohne Probleme.

Achten Sie darum beim Kauf darauf, dass die Pflanze kräftig und schön buschig ist und einen kompakten Wuchs aufweist. Zu lange und zu weiche Triebe sind ein Zeichen, dass die Christrose im Produktionsbetrieb angetrieben und nicht genügend im Freiland abgehärtet wurde. Sie ist somit nicht genügend kälteresistent und wird Mühe beim Anwachsen haben. Ebenfalls wichtig ist, dass die Pflanze ausreichend Blütenstiele und -knospen besitzt, damit Sie lange an ihrer Blütenpracht Freude haben.

Lenzrosen im Terracotta-Topf
Christrosen mit kompaktem Wuchs in Terracotta-Gefäss by AR

Christrosen mögen warme Temperaturen nicht sonderlich. Bekommen Sie zu Weihnachten Christrosen geschenkt, gönnen Sie ihr ein Plätzchen in einem kühleren Raum. Oder noch besser, sie geben ihr einen vor Schnee geschützten Platz im Hauseingang. Bei guter Pflege wird Ihnen die Christrose viele Jahre halten. Unter lichten Büsche oder Gehölz gepflanzt blüht sie jedes Jahr im Winterhalbjahr.

Wie Sie die Nieswurz pflegen

Lenzrosen im Korb
Bepflanzter Korb mit Lenzrosen. Photo by Andrea Rothenberger

Die Nieswurz sollten in der kühlen Jahreszeit in einem Pflanzengefäss gut feucht gehalten werden. Vor einer frostigen Nacht den Erdballen gut wässern, da der Wurzelballen der Christrose bei zu trockener Erde beschädigt wird. Darauf achten, dass das Gefäss bei Frost bruchsicher ist. Während einer Frostperiode brauchen die gefrorenen Pflanzen Ruhe und dürfen nicht gegossen werden. Ebenfalls sollten Sie die Christrose in dieser Zeit nicht berühren, sonst können die gefrorenen Zellen beschädigt werden.

Christrosen machen sich in einem schönen Topf mit Frühjahrblühern – oder während der Weihnachtszeit mit Seidenföhrenzweigen ausgarniert – als Türsteher oder Balkonschmuck ausserordentlich gut. Der Topf sollte genügend gross und vor allem genügend hoch sein, da die Christrose ein Tiefwurzler ist. Nur so fühlt sich die Pflanze auf Dauer wohl. Idealerweise verwenden Sie hochwertige Kübelpflanzenerde, die mit lehmiger Gartenerde gemischt ist. Für den besseren Wasserabfluss ist auf dem Topfboden eine Drainageschicht mit Blähton (Lecca) empfehlenswert.

Wie giftig ist die Christrose?

Die Christrose gehört zur Gattung der Nieswurze (Helleborus) und ist ein Hahnenfussgewächs (Ranunculaceae). Wie die meisten Hahnenfussgewächse ist sie an allen Pflanzenteilen giftig.

Blüte einer roten Christrose
Blüte einer roten Christrose. Photo by Pixabay

Die Wurzeln enthalten Protoanemonin, Hellebrin sowie verschiedene andere Stoffe. Beim Schneiden der oberirdischen Pflanzenteile empfiehlt es sich Handschuhe zu tragen, da der Pflanzensaft Rötungen und Juckreiz verursachen kann.

Welcher Standort eignet sich für die Pflanze

Sind Christrosen im Garten gut angewachsen, brauchen sie kaum noch Pflege. Schädlinge sind bei diesen Stauden kaum ein Thema. Im September oder direkt nach der Blüte können grosse Horste geteilt und vermehrt werden. Wichtig ist es, die Teilung oder das Umpflanzen außerhalb der Ruhephase vorzunehmen, damit sie gut anwachsen.

Lenzrosen-Kolonie im Garten
Eine weisse Christrosen-Kolonie im Garten. Photo by Pixabay

Eine Mulchschicht aus herabgefallenem Laub fördert das Bodenleben. Regenwürmer und andere Mikrolebewesen fühlen sich hier sehr wohl und verhindern das zu schnelle Austrocknen der Erde. Zusätzlich wird der Boden besser durchlüftet und erhält Nahrung für die kommende Saison.

Wie Sie Lenzrosen düngen

Weihnachtlich dekorierte Schneerose
Weihnachtlich dekorierte Lenzrosen in einer Schale by Andrea Rothenberger

Im Winter fühlen sich Lenzrosen im Garten unter Bäumen und Sträuchern besonders wohl. Durch die humosen Bedingungen erfreut uns der Winterblüher jedes Jahr erneut mit seinen grossen und filigranen Blüten.

Ihr wunderschönen Blätter schmücken als idealer Bodendecker und Lückenfüller jede noch so kleine Ecke im Garten. Kombiniert mit Zwiebelgewächsen wie Tulpen (Tulipa), Schneeglöcklein (Galanthus) oder Krokus (Crocus) ist die Christrose eine wahre Augenpracht. Zu Beginn der Blüte und im Spätsommer freut sich die Niger über eine organische Düngergabe.

Christ-, Lenz- oder Schneerosen wirken in einem schönen Topf mit passendem Dekor sehr attraktiv. Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erholung bei dieser vorweihnachtlichen Beschäftigung.

Ihre Andrea Rothenberger

 

Christrose – die Königin der winterblühenden Stauden
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