Wie Sie Tomatenpflanzen richtig pikieren bzw. vereinzeln

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Tomaten oder Paradiesäpfel oder Paradeiser wie sie in Deutschland und Österreich auch genannt werden, ist eines der beliebtesten Gemüse. Passionierte Hobbygärtner stellen sich Jahr für Jahr der Herausforderung, Tomatenpflanzen im Garten, auf der Terrasse oder auf dem Balkon selber anzuziehen. Die Mühe und Ausdauer wird ab Juli/August belohnt. Gibt es doch nichts Schöneres als seine Tomaten direkt ab dem Strauch zu pflücken und erntefrisch zu verarbeiten.

In einem der letzen Artikel habe ich Ihnen gezeigt, wie Sie Tomaten selber auf der Fensterbank aussäen können. In diesem Artikel zeige ich Ihnen wie Sie Tomatensämlinge erfolgreich pikieren bzw. vereinzeln, damit Sie starke Tomatenpflanze erhalten.

Junge Tomatensämlinge welche nach 7 Tagen und einer Temperatur von 20 bis 22 Grad Celicius auf der Fensterbank gekeimt sind.
Junge Tomatensämlinge welche nach 7 Tagen und einer Temperatur von 20 bis 22 Grad Celicius auf der Fensterbank gekeimt sind. Photo by Andrea Rothenberger

Wann ist der beste Zeitpunkt zum Pikieren von Tomaten-Jungpflanzen?

Nach circa 7 Tagen sind die Tomatensamen gekeimt. Die Haube des Zimmergewächshauses können Sie nun entfernen. Damit die jungen Tomatensämlinge nicht «Aufgeilen» (Fachausdruck für zu lange und zu schwache Triebe), müssen die jungen Tomatenpflanzen ab jetzt unbedingt kühler gehalten werden. Temperaturen bei ca. 15-18 Grad Celsius sind ideal. Sobald die Pflänzchen ihre ersten zwei Laubblätter gebildet haben, sind sie für das Vereinzeln kräftig genug.

Junge Tomatenpflanze im Pikiertopf
Der richtige Zeitpunkt um Tomatenpflanzen zu pikieren, ist, wenn sie die ersten zwei Laubblätter entwickelt haben. Photo by Andrea Rothenberger

Wie pikiere ich Tomatensämlinge am besten?

Heben Sie die einzelnen Tomatenpflanzen vorsichtig mit einem Pikierholz oder Bleistift aus der Aussaatschale. Zu lange Wurzeln werden auf vier Zentimeter gekürzt. Als Topf empfehle ich Jiffy Pot Töpfe oder Kunststofftöpfe im Durchmesser von 7 cm. Topf mit Tomatenerde füllen, mit dem Pikierholz ein möglichst tiefes Loch bohren und die Pflanze vorsichtig in die entstandene Senkung einpflanzen. Darauf achten dass die Wurzeln und der Stängel der Pflanze so tief wie möglich in den Topf gesetzt werden. Leicht andrücken und zum Schluss gut angiessen. Die ersten 2-3 Tage noch etwas wärmer stellen. Dies begünstigt das Anwachsen. Anschliessend möglichst kühle bei 12-15 Grad Celsius stellen.

Frisch pikierte Tomatenpflanzen im Topf
Frisch pikierte Tomaten in Schale oder Topf. Photo by Andrea Rothenberger

Wo die kleinen Tomatenpflanzen jetzt am besten weiterwachsen

Der Ideale Ort zur Weiterpflege der Tomate ist nun ein kleines Gewächshaus, Folientunnel oder höheres abgedecktes Frühbeet. Eine zusätzliche Luftpolsterfolie isoliert das Gewächshaus bei Kälteeinbrüchen gut. Wird eine etwas kältere Nacht erwartet (unter 10 Grad Celsius) können die Tomaten-Jungpflanzen zusätzlich mit leichtem Gemüsevlies als Kälteschutz abgedeckt werden.

Kleines Gewächshaus mit Luftpolsterfolie isoliert
Kleines Gewächshaus mit Luftpolsterfolie isoliert. Photo by Andrea Rothenberger

Auch ein heller jedoch kühler Raum (12-15 Grad Celsius) auf der Südseite sollte für die ersten paar Wochen nach dem Pikieren genügen. Zu beachten ist, dass die Temperatur bei Sonneneinstrahlung nicht zu hoch wird, da sonst die Tomatenpflanze zu lange und zu schwache Triebe entwickelt.

Sobald die Tomaten etwas grösser sind (ca. 15 cm) dürfen sie an warmen Tagen ohne weiteres im Freien stehen. Der Vorteil ist, dass sich die Tomatenpflanzen kompakter und robuster entwickeln. Aber Achtung: Stellen Sie die Jungpflanzen zu Beginn nicht direkt an die Sonne, sonst kann es leicht zu Verbrennungen auf den Blättern führen. Am besten gewöhnen Sie die Pflanzen an einem schattigen Orten langsam an die höhere Lichtintensität an.

Tomatenpflanzen dürfen bei wärmeren Temperaturen (ab 10 Grad) untertags an einem geschützten Platz auch draussen stehen.
Tomatenpflanzen dürfen bei wärmeren Temperaturen (ab 10 Grad) tagsüber an einem geschützten Platz auch draussen stehen. Photo by Andrea Rothenberger

Bei welchen Temperaturen ist bei jungen Tomatenpflanzen Vorsicht geboten?

Bis Mitte Mai kann es auch nach warmen Tagen zu empfindlichen Nachtfrösten kommen. Darum ist es umso wichtiger die kälteempfindlichen Pflänzlein in solchen Nächten zusätzlich zu schützen. Da Tomatenpflanzen unter 3 Grad Celsius erfrieren, rate ich hier entweder die Pflanzen vorübergehend in einen frostfreien Raum zu stellen oder mit einer Gewächshaus-Heizung die Temperatur etwas anzuheben.

Erntefrische Tomaten auf dem Markt
Erntefrische Tomaten auf dem Markt. Photo by Andrea Rothenberger

Das Umziehen ins Haus ist eine etwas aufwendige Arbeit lohnt sich aber bei sehr kalten Temperaturen auf jeden Fall. Bei dauerhaft 5 bis 10 Grad Celsius können die Tomaten Kälteschäden erleiden. Die Pflanze bleibt im Wachstum stehen und braucht etwas Zeit sich wieder davon zu erholen. Leicht violett verfärbte Blätter sind ein Hinweis darauf, dass die Tomatenpflanze zu kalt hatte. Schaffen Sie wärmere Bedingungen und die Tomatenpflanze wird sich wieder davon erholen.

Wie Sie sehen ist es gar nicht so schwer mit etwas Wissen und Know How seine Tomatenpflanzen selber anziehen.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg und viel Freude dabei.

Ihre Andrea Rothenberger

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