Wie gestalte ich einen alpinen Steingarten im Gefäss oder Topf?

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Dekorativ bepflanzte Gefässe als alpiner Steingarten bepflanzt sind sehr attraktiv und am richtigen Ort inszeniert ein echter Hingucker. Sie erinnern an Berge und Gipfel, an schöne Wandertouren, an urchige Alphütten und an wunderschön blühenden Alpweiden. 

Sie sind Erinnerung und Willkommensgruss zugleich. Sei es im Eingangsbereich arrangiert oder auf der Terrasse oder Garten in Szene gesetzt. Sie sind ein echtes Highlight in jedem Garten.

Im obigen Video zeige ich Ihnen eine Anleitung, wie Sie einen alpinen Steingarten in einem Topf oder Gefäss gestalten. Dazu verwenden wir hauptsächlich mehrjährige und winterharte Pflanzen, welche für einen sonnigen und exponierten Standort geeignet sind.

Was versteht man unter einem alpinen Steingarten?

Alpiner Steingarten im Topf pflanzen.

Unter Steingarten versteht man eine Gartenanlage in welchem viel Stein und Kies gebraucht wird. Unter Verwendung von trockenheitsresistenten Pflanzen wird die Gebirgsflora nachempfunden. Meist liegen diese Anlagen an einem sehr sonnigen und exponierten Hang.

aEs sind vor allem die Steingarten- und Alpenpflanzen, welche in diesem Klima sehr gut gedeihen. Wobei hier zu vermerken ist, dass Alpenpflanzen meist sehr hohe Anforderungen an den Standort stellen, so dass sie meist den botanischen Gärten vorbehalten waren.

Seit einiger Zeit sind jedoch Zuchtformen von einigen Alpenpflanzen wie zum Beispiel der Enzian oder das Edelweiss im Handel erhältlich, welche auch in unseren Gärten gut gedeihen.

Welches Gefäss ist für einen alpinen Steingarten geeignet?

Damit Sie an Ihrem Alpinen Steingarten lange Freude haben, ist die Auswahl des Gefässes wichtig. Achten Sie darauf, dass das Gefäss winterhart, das heisst frostsicher ist. Nicht frostsichere Gefässe werden im Winter aufgrund des Ausdehnungsvolumens von gefrierendem Wasser Sprünge erhalten und im Frühling auseinander brechen.

Gefässe für Steingarten
Geeignet sind Terracotta-Gefässe, Pflanzenkästen aus Eternit oder Holz oder Gefässe aus Steinzeug oder Beton. Photo by Andrea Rothenberger

Idealerweise verwenden Sie hoch gebrannte Terracotta-Gefässe, Pflanzenkästen aus Eternit oder Holz oder Gefässe aus Steinzeug oder Beton. Gefässe aus Beton gibt es unterdessen in vielen verschiedenen Formen. Sehr aktuell sind zur Zeit natürlich geformte Gefässe aus Beton, die wie Steine aussehen. Diese mit Enzian Edelweiss und Co. bepflanzt, ergeben einen tollen Effekt, welcher sich sehen lassen kann. Selbstverständlich sind auch Gefässe aus Metall geeignet.

Vorbereitungsarbeiten vor der Bepflanzung des alpinen Steingartens

Zuallererst wird kontrolliert, ob das Gefäss einen genügend grossen Wasserabzug besitzt, damit das Wasser abfliessen kann. So bekommen die verwendeten Pflanzen nicht zuviel Wasser. Sollte der Topf keinen Wasserabzug besitzen und man will kein Loch bohren, wird das fertige Arrangement an einem Ort aufgestellt werden, wo es nicht direkt hineinregnen kann. Gegossen wird in diesem Fall sehr vorsichtig. Besser ist es ein Abflussloch zu integrieren.

Gefäss mit Blähtonkugeln auffüllen
Topf mit Blähtonkugeln auffüllen. Photo by Andrea Rothenberger

In einem zweiten Schritt, wird eine Schicht von 10 – 15 cm Blähtonkugeln in das Gefäss gefüllt und anschliessend mit Erde aufgefüllt. Je nach verwendeten Pflanzen kann die Erde auch mit etwas Sand vermischt werden. Dies bewirkt eine bessere Entwässerung und weniger Nährstoff-Abgabe, welches vor allem bei einer Bepflanzung von sukkulenten (wasserspeichernden) Pflanzen geeignet ist.

In unserem Fall verwenden wir Erde mit etwas Kompost vermischt, damit die Pflanzen genug Nahrung für die nächsten zwei bis drei Jahre erhalten. Die Erde wird bis einen Zentimeter unter den Rand des Gefässes aufgefüllt.

Benötigte Dekorationselemente

  • 1 winterfeste Schale oder Gefäss
  • 1 dekorative Holzwurzel oder Holzstück
  • 1 grösserer Stein
  • 1 – 2 Holzäste
  • 2 – 3 Tannenzapfen
  • ev. 1 – 2 kleinere Steine zur Ergänzung
  • Moos zum Abdecken
Dekorationsmaterial für Steingarten
Dekorationsmaterialien, die Sie für den Steingarten benötigen. Photo by Andrea Rothenberger

Verschiedene Stauden für die Bepflanzung

  • 2 Eziane
  • 1 Edelweiss
  • 1 Mühlenbeckia
  • 1 Efeu
  • 2 – 3 verschiedenfarbige Hauswurze

Arrangieren und Bepflanzen des alpinen Steingarten

Zuallererst wird die Holzwurzel im Zentrum des Gefässes platziert. Anschliessend der Stein. Die zwei Enziane werden etwas versetzt angeordnet, der eine mehr vorne und der andere im hinteren Bereich. Das Edelweiss erhält seinen Platz hinter der Wurzel oder dem Stein. Efeu und Mühlenbeckia werden je eines am seitlichen Ende des Gefässes gesetzt und die beiden Hauswurze in die noch bestehenden Lücken verteilt. Zum Schluss wird alles mit Moss abgedeckt und vorsichtig angegossen.

Alpiner Steingarten im Topf
Fertig arrangierter alpiner Steingarten in Topf. Photo by Andrea Rothenberger

Pflanzen die sich im Steingarten besonders gut machen

Die folgenden Pflanzen erhalten Sie alle im Fachhandel:

Enzian (Gentiana acaulis)

Der Enzian heisst botanisch Gentiana und gehört zu der Familie der Enziangewächse. Es gibt weltweit zwischen 300 – 400 verschiedene Enziane, welche vor allem im Gebirge der gemässigten Zonen der Nordhalbkugel und den Anden beheimatet sind. Einige der Arten sind bekannt durch die Schnapsherstellung, andere als Heilpflanze. Mit seinen enzianblauen Blüten ist er eine sehr aparte Pflanze welche sehr gut in den Alpinen Steingarten passt.

Enzian für den Steingarten
Enzian gibt dem Steingarten eine besonders schöne Farbnote. Photo by Andrea Rothenberger

Edelweiss (Leontopodium vernum)

Das Edelweiss ist eine mehrjährige krautige Pflanze, welche im Gebirge wächst. Sie wächst aufrecht bis kriechend und erreicht eine Höhe von 5 – 40 cm. Die Pflanze ist weiss wollig behaart. Sie sind vor allem im Sommer im Handel oder ganzjährig in einer spezialisierten Staudengärtnerei erhältlich. Hat das Edelweiss im Garten einmal Fuss gefasst, entwickeln sich schöne buschige Stauden welche immer wieder frische Blütenknospen bildet.

Edelweiss im Steingarten
Edelweiss ist eine geschützte Pflanze und darf nur über den Fachhandel bezogen werden. Photo by Andrea Rothenberger

Hauswurz (Sempervivum)

Der Hauswurz gehört zu der Gattung der Familie der Dickblattgewächse (Crassulacea), welche viele Pflanzen mit dickfleischigen Blättern, sogenannte Sukkulenten beherbergt. Der botanische Name der Gattung leitet sich von den lateinischen Worten semper für «immer» und vivus für «lebend» ab und bedeutet so viel wie «Immerlebend». Darum sind Hauswurz auch unverwüstlich und wachsen überall dort, wo es kaum eine andere Pflanze aushält.

Hauswurz im Steingarten
Die robuste Hauswurz hält Hitze und Trockenheit problemlos aus. Photo by Andrea Rothenberger

Sie halten Hitze, Trockenheit und Kälte problemlos aus und sind darum eine ideale Ergänzung für Steingärten, Gefässe oder überall dort wo fast kein Platz zum Wachsen ist. Das Schöne – sie behalten auch im Winter ihre Blätter und sind darum sehr dekorativ. Da es unzählige Sorten und Farben gibt, können auch ganze Hauswurz-Schalen kreiert werden und jede Hauswurz sieht doch ganz anders aus.

Efeu (Hedera helix)

Der Efeu ist eine immergrüne ausdauernde Pflanze, welche zu der Gattung Efeu und der Familie der Araliengewächs angehört. Als schnellwüchsige immergrüne Kletterpflanze, überwuchert er innert kürzester Zeit Mauern und alles was ihm im Wege steht. Das hat den Vorteil, dass ein Garten, in dem Efeu wächst, schnell lebendig und gesund wirkt, da er das ganze Jahr hindurch grün ist und kaum Anforderungen an die Umgebung stellt.

Efeu im Steingarten
Der Efeu ist das ganze Jahr über grün. Photo by Andrea Rothenberger

Auch Insekten lieben den Efeu, sei es durch seinen geschützten dichten Blätterwald oder aber durch seine spät erscheinende Blüte im September und Oktober, welche von honigsuchenden Insekten sehr geschätzt wird.

Einzig was zu beachten ist:

Efeu entwickelt überall wo er mit einem Untergrund in Berührung kommt Haftwurzeln. Mit diesen Haftwurzeln kann er ganze Hausfassaden hochklettern und mit seinen Haftwurzeln beträchtlichen Schaden anrichten. Darum unbedingt an der Fassade ein Klettergerüst anbringen, damit nicht unliebsame Schäden entstehen. Ansonsten ist der Efeu ökologisch gesehen eine sehr wertvolle Pflanze, da er vielen Tieren Unterschlupf und Nahrung bietet.

Mühlenbeckia (Muehlenbeckia complexa)

Die Mühlenbeckia ist eine leicht zu pflegende Zierpflanze und ist sehr vielseitig einsetzbar. Der Boden soll eine gute Wasserdurchlässigkeit aufweisen. Die Pflanze bevorzugt einen warmen, hellen Standort. An einem sonnigen und vor allem warmen Standort gepflanzt, ist regelmäßiges Giessen angesagt, damit sie optimal gedeiht.

In einem Gefäss oder Schale hat die Mühlenbeckia die Tendenz etwas zu wuchern, kann aber ohne Probleme zurückgeschnitten werden. Sollte die Pflanze einmal zu trocken haben, wirft sie ihre Blätter ab. Aber keine Angst, sobald sie wieder genügend Wasser erhält wird sie rasch wieder neue Blätter entwickeln. Die Mühlenbeckia ist keine Steingartenpflanze, aber sehr dekorativ in bepflanzten Gefässen. Wenn man ihr etwas mehr Wasser gibt, als den anderen Pflanzen wird sie sich prächtig entfalten.

Mühlenbeckia im Steingarten
Die Mühlenbeckia ist keine Steingartenpflanze, aber sehr dekorativ. Photo by Andrea Rothenberger

Mühlenbeckia sind auch im Winter sehr dekorativ. Sie verlieren jedoch ab Temperaturen von unter -2° Celcius ihre Blätter, sobald die Temperaturen aber wieder wärmer werden spriesst die Pflanze oberirdisch wieder und erfreut uns mit frischen grünen Blätter. Die Pflanze ist winterfest bis -20°C. An einem Drahtgerüst gezogen, wächst die Mühlenbeckia zu interessanten Skulpturen heran, welche im Garten attraktive Dekorations-Element darstellen. Probieren Sie es doch einmal aus!

Nun wünsche ich Ihnen viel Spass beim Anlegen Ihres alpinen Topfgarten und grüsse Sie herzlich.

Ihre Andrea Rothenberger

 

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