Ingwer – eine alte Heilpflanze neu entdeckt

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In China wird der Ingwer bereits seit Jahrtausenden angebaut und auch medizinisch genutzt. Über Handelswege gelangte er in den Mittelmeerraum, wo er rasch als Gewürz geschätzt wurde. Im Orient wurde der Ingwer schon vor 5000 Jahren lobend erwähnt, wer im klassischen Altertum mit dem exotischen Ingwer seine Mahlzeiten bereicherte, gehörte ganz sicher zur Oberschicht, denn Ingwer wurde mit Gold und Silber aufgewogen.

Schnell wurde auch seine Heilkraft bekannt und genutzt. Schon Dioskurides (40 – 90 v.Chr.) nutzte die Inhaltsstoffe als Magen-Darm-Mittel. Später beschrieben auch Hildegard von Bingen, Paracelsus und andere seine Nutzung bei Magenerkältungen, Magen-Darm-Schmerzen, Blähungskoliken, zur Anregung der Schweißbildung, gegen Zahnschmerzen oder auch als Aphrodisiakum.

Der Ingwer erlebt eine Renaissance

Ab dem 18. Jahrhundert geriet die Pflanze in Mitteleuropa in Vergessenheit. Erst durch die verstärkte Zuwendung zur asiatischen Küche erlebte der Ingwer in den letzten Jahren eine Renaissance.

Geerntet wird die Droge ca. 10 Monate, nachdem im Frühjahr ein Wurzelstück in die Erde gelegt wurde. Aus dem horizontal kriechendem Wurzelstock treibt ein bis zu einen Meter hoher schilfartiger Spross mit einer zapfenartigen Blüte. Als Droge wird nur der Wurzelstock verwendet.

Ingwer als Pflanze
Ein wüchsiges und robustes Ingwergewächs aus Nordindien. Bild@kraeuter-und-duftpflanzen.de

Frischer Ingwer verströmt ein warmwürziges Aroma, er schmeckt scharf aromatisch mit einem blumig-zitronigem, etwas bitterem Beigeschmack. Bei den Inhaltstoffen handelt es sich mit 1-4% um ätherischen Öle (Zingiberen und Zingiberol) und 5-8% Scharfstoffe (Harze: Gingerol und Shogaol), Bitterstoffe, Fette, Zucker und Schleimstoffe.

Die Wirkungen sind vielfältig

Ingwer wird bei Verdauungsbeschwerden wie Appetitlosigkeit, Blähungen, Koliken, Magenverstimmungen, Gastritis, aber auch bei Pankreasinsuffizienz eingesetzt. Es kommt zur Steigerung der Speichel-, Magen- und Gallensaftsekretion, der Gallefluss wird gefördert, wodurch auch Fettverdauungsstörungen positiv beeinflusst werden können. Ingwer wirkt keimtötend und unterstützt eine Darmsanierung, er führt zur Tonussteigerung und Anregung der Darmperistaltik. Außerdem liegt eine nachgewiesene spasmolytische (entkrampfende) Wirkung vor.

Eine spezielle Wirkrichtung des Ingwers ist auch seine antiemetische Wirkung, das heißt, er wirkt brechreizlindernd und verhütet die Symptome der Reisekrankheit (Schwindel, Übelkeit, Erbrechen), genauso wie postoperative Übelkeit und Schwangerschaftserbrechen (nach ärztlicher Rücksprache!)

Auch bei rheumatischen Erkrankungen und Atemwegserkrankungen wurde eine therapeutische Wirkung nachgewiesen.

Ingwer als Knolle
Ingwer kann als frische Wurzelknolle gekauft und verarbeitet werden. Bild@Fotolia

Für eine Tasse Tee benötigen Sie ½ TL frisch zerkleinerte Wurzel und übergießen diese mit kochendem Wasser, danach 7 min. ziehen lassen. Bei Verdauungsbeschwerden 1 Tasse vor den Mahlzeiten trinken, bei Reisekrankheit vor Reiseantritt mehrere Tassen trinken. Es gibt aber auch fertige Tinkturen (20 Tropfen vor Reiseantritt) oder Fertigpräparate.

Ich selbst bevorzuge lieber die frische Wurzel als Tee wie oben beschrieben (Infus) oder in dünne Scheiben geschnitten 5 min. köcheln lassen (Dekokt). Nach einem Winterspaziergang genieße ich auch ohne die oben beschriebenen Indikationen die wärmende Wirkung des Ingwers. Morgens getrunken weckt er die Lebensgeister, kurbelt das Stoffwechselfeuer an und hält den Geist wach.

Und wo wir gerade von Feuer sprechen: Dem Ingwer werden schon immer magische Kräfte zugesprochen. Die alten Schriften überliefern uns, der Ingwer kommt direkt aus dem irdischen Garten Eden und nicht nur in den Märchen aus 1001 Nacht spielt er eine Rolle als Aphrodisiakum. Wen wundert es bei dieser stimulierenden Wärme?

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