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«Lieblich im Geruch, bedeutend an Kraft, nützlich als Trank, hilfreich befunden in den meisten Krankheiten» – so beschreibt schon der Mönch Walahfried Strabo im 9. Jahrhundert den Salbei. Nicht nur als große Heilpflanze wurde Salbei verehrt, sondern man betrachtete ihn auch als mächtige Hilfe gegen den Tod. In einem Volksspruch heißt es: «Wer auf Salbei baut, den Tod kaum schaut.»

Sabei (Salvia officinalis) ist ein Lippenblütler, der im Mittelmeergebiet beheimatet ist. Mönche führten die Pflanze im Mittelalter in Mitteleuropa ein, seitdem ist er aus den Kräutergärten nicht mehr weg zu denken. Die Gattungsbezeichnung «Salvia» ist vom lateinischen «salvara = heilen» abgeleitet, was ihre Wichtigkeit unter den Heilpflanzen unterstreicht.

Salbei hat hohen Anteil an ätherischem Öl

Die wichtigsten Inhaltsstoffe des Salbeis sind einmal sein hoher Anteil an ätherischem Öl (1-2,5% mit Hauptkomponenten Thujon, Cineol, Campher), aber auch ein hoher Gerbstoffanteil sowie Bitterstoffe, Triterpene, Steroide und Flavonoide. Der hohe Anteil an ätherischem Öl ist auch dafür verantwortlich, dass Salbei und vor allem sein reines ätherisches Öl oder alkoholische Extrakte dieser Pflanz während einer Schwangerschaft nicht angewendet werden darf (gilt nicht für Spülungen oder Gurgellösungen). Dies gilt im Übrigen für alle Pflanzen mit einem solch hohen Anteil an ätherischem Öl.

Salbei Tee
Salbei-Tee lässt sich vielseitig einsetzen. Bild@Fotolia

Aber genau diese Inhaltsstoffe sind verantwortlich für die enorme Heilkraft, die in dieser Pflanze steckt. Salbei wirkt antibakteriell, fungistatisch, virustatisch, adstringierend, sekretionsfördernd, schweißhemmend und antiphlogistisch. Er wird deshalb hauptsächlich angewendet bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut, Entzündungen der Darmschleimhaut und Durchfällen oder bei dyspeptischen Beschwerden wie Völlegefühl und Blähungen. Salbei hemmt die Drüsenfunktionen und findet deshalb auch Anwendung bei übermäßiger Schweißbildung (als Tee und Waschung) oder auch als Tee zum Abstillen.

Möchte man sich eine Gurgellösung herstellen, übergießt man 1TL feingeschnittene Droge mit 1 Tasse heißem Wasser und lässt das ganze 10min. ziehen, Salbeitee zum Trinken dagegen lässt man nur 1-3min. ziehen.

Behandlungen mit Salbei

Egal ob Hieronymos Bock, Paracelsus oder Hildegard von Bingen, Salbei wird in allen ihren Schriften erwähnt, hier finden sich noch zahlreiche weitere Anwendungsgebiete wie Fieber, Harnwegserkrankungen, Kopfschmerzen, Menstruationsstörungen, als Schutz vor ansteckenden Krankheiten, zur Behandlung von Hundebissen und mehr.

Salbei kann gegen Krankheiten eingesetzt werden
Salbei hat heilende und präventive Eigenschaften. Bild@Fotolia

Um eine so hoch angesehene, und dazu noch aromatisch duftende Pflanze rankte sich auch immer der Aberglaube. Dem Salbei, wie auch anderen aromatischen Pflanzen, wurde eine antidämonische Wirkung zugesprochen, womit man Hexen und Teufel vertreiben konnte. Salbei wurde von den Frauen auch gern in die Kirche mitgenommen, nicht nur wegen eines antidämonischen Effekts, sondern auch, um nicht bei der Predigt einzuschlafen. Ab und zu am Salbei riechen, sollte ein Einschlafen verhindern. So bekam die Pflanze auch den Namen «Altweiberschmecken» oder auch «Schmackeblett». Salbeiblätter wurden auch als Symbol treuen Gedenkens auf Grabstätten gestreut, da die Blätter sich nur langsam zersetzten.

Mit Zaubersprüchen zum Liebeszauber

Salbeiblätter sollten Genesung bringen, welche man mit Zaubersprüchen beschrieben und nach bestimmten Regeln gegessen hatte. Auch im Liebeszauber fanden solche Beschriftungen statt, um die Zuneigung seiner Auserwählten zu gewinnen. Auf ein Salbeiblatt wurde «Adam und Eva» geschrieben, auf ein zweites «Jesus und Maria» und auf ein drittes der eigene Name. Im Anschluss werden die Blätter zu Pulver verbrannt und dieses in das Essen oder Getränk der Liebsten gemischt. So kann die Liebe entfacht werden.

Probieren Sie es doch einfach aus! Und vergessen Sie auf keinen Fall, sich den Salbei in die Hausapotheke zu holen!

Ihre Katrin Seemann
www.naturakademie-freital.de

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