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Jedes Jahr erkranken rund 4 Millionen Menschen in Deutschland an einer Depression. Oftmals beginnt die Krankheit schleichend, betroffen sind alle Altersgruppen, Männer und Frauen.

Allerdings ist die Diagnose Depression anfangs nicht immer leicht zu stellen. «Schlecht drauf» ist schließlich jeder einmal. Wie aber stelle ich fest, ob ich einfach nur unter Stress leide oder mich schon mitten in einem Burn-Out befinde?

Professor Dr. Christoph Bamberger ist Internist, Endokrinologe und Vorsorge-Experte bei Conradia Medical Prevention in Hamburg. Gestresst ist heute fast jeder – nur, woran stelle ich fest, dass ich schon auf dem Weg in eine Depression bin?

In der Stressphase sind alle Systeme aktiviert, wir sind nervös, schwitzen, die Muskeln verkrampfen sich. Beim Übergang in die Burnout-Phase (von einigen auch als «Stress-Depression» bezeichnet) kehrt sich das um: wir sind müde, abgeschlagen, können uns zu nichts mehr aufraffen.

Was sind die klassischen Alarmzeichen einer Depression (Burnout)?

Man könnte es so sagen: bei Stress sind wir übermotiviert, v.a. aus Angst, es nicht zu schaffen. Sobald wir in das Burnout rutschen, sind wir unter- bis komplett unmotiviert. Der klassische Burnout-Patient sitzt stundenlang am Schreibtisch und schafft es maximal, einen Aktenstapel von links nach rechts zu schieben.

Wie kann ich vorbeugen?

Indem ich chronischen Stress rechtzeitig erkenne. Akuter Stress – für maximal einen Monat – ist kein Problem. Dauert die Stresssituation jedoch länger an, und kommen körperliche Symptome hinzu (z.B. Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, Magenprobleme, Verdauungsstörungen, Schlafstörungen), ist es Zeit zu handeln und offensichtliche Stressoren zurückzufahren. Häufig liegt eine Mehrfachbelastung mit entsprechendem Multitasking zugrunde. Dann muss man sich fragen: welche Aufgabe kann ich verschieben oder am besten ganz streichen?

Gibt es Menschen, die eine höhere Resilienz haben – und was kann man von diesen Menschen lernen?

Ja, gibt es. Das hat viel mit Genetik zu tun. Erlernbar ist eine Grundhaltung, die auf der Überzeugung basiert: ich muss gar nichts. Das kann man sich natürlich nicht eben mal so sagen. Um eine solche Überzeugung in sich zu verankern, sind Meditationstechniken mit Mantra-artiger Wiederholung solcher «positiver Glaubenssätze» notwendig. Aber es funktioniert.

Prof. Bamberger ist Internist, Endokrinologe und Direktor von Conradia Medical Prevention in Hamburg. Er gehört international  zu den führenden Ärzten für Präventiv-Medizin und ist Autor zahlreicher Bücher und Ratgeber.  

www.conradia-checkup.de

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