Geschätzte Lesezeit: 3 Minuten

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Männern. Es bestehen aber gute Heilungschancen, wenn der Prostatakrebs in einem frühen Stadium entdeckt wird. Doch leider nimmt nur jeder siebte Mann eine dementsprechende Vorsorgeuntersuchung wahr. Conradia Medical Prevention hat sich in München und Hamburg auf moderne Checkup-Medizin spezialisiert. Die Früherkennung von Prostata-Erkrankungen ist eine der wichtigsten Untersuchungen, wenn es um Männergesundheit geht. 

Dr. Matthias Röthke ist Radiologe und Prostata Experte bei Conradia Medical Prevention in Hamburg:

Radiologe und Prostata Experte Dr. Matthias Röthke
Dr. Matthias Röthke, Radiologe und Prostata Experte. Quelle: Conradia Medical Prevention

Warum gehen viele Männer nicht oder zu selten zur Prostata-Vorsorge-Untersuchung?

Es ist verständlich, dass bei vielen Männern eine Hemmschwelle besteht. Denn es handelt sich dabei um eine digital-rektale Untersuchung. Der Arzt tastet mit dem Finger durch den Analkanal die Prostata ab. Dahinter steckt auch oft ein falsches Schamgefühl. Männer wollen nicht gern vom Arzt im Intimbereich berührt werden. Nur sollte deshalb kein Mann seine Gesundheit leichtfertig aufs Spiel setzen. Gerade bei Erkrankungen der Prostata ist die Früherkennung so immens wichtig.

Ist die Prostata-Untersuchung zuverlässig?

Die Aussagekraft dieser Untersuchung ist leider begrenzt. Deswegen ergänzen viele Urologen sie um eine Ultraschall-Untersuchung, die eine weitaus bessere Aussagekraft besitzt. Das ist jedoch nicht viel angenehmer: dabei muss die Ultraschallsonde ebenfalls in den Enddarm durch den Anus eingeführt werden. Hierbei entsteht ein unangenehmes Druckgefühl. Auch diese Untersuchung ist daher nicht sonderlich beliebt. 
Dennoch: ein Grund, Angst vor der Untersuchung zu haben, besteht auch hier nicht.

Es gibt nun auch die Möglichkeit, mittels MRT die Prostata «sanfter» zu untersuchen? 

Die Magnetresonanztomographie ist ein Verfahren, bei dem Weichteilstrukturen in hervorragendem Kontrast dargestellt werden können. Mittlerweile ist die MRT auch für die Prostata soweit erforscht, dass sie im Klinikalltag durchgeführt werden kann. 

Mit dieser Untersuchung lassen sich Tumore sehr genau und vor allem frühzeitig lokalisieren, und ich kann es nicht oft genug betonen: gerade die Früherkennung ist bei Prostata Erkrankungen so enorm wichtig.

Wie läuft eine solche «sanfte» Prostatavorsorge ab?

Ein wesentlicher Fortschritt ist dabei: man braucht keine Spule mehr, die in den Enddarm eingeführt werden muss.

Die ganze Untersuchung dauert etwa eine halbe Stunde, ist strahlungsfrei und risikolos: Der Patient liegt dabei bequem auf dem Rücken. Unter bestimmten Bedingungen wird ein sehr gut verträgliches Kontrastmittel intravenös gegeben, um die diagnostische Genauigkeit zu erhöhen.

Wer sollte sich untersuchen lassen?

Auf jeden Fall alle Männer, bei denen ein Verdacht auf ein Prostatakarzinom besteht. Dieser Verdacht wird in der Regel vom Urologen erhoben oder durch einen auffälligen PSA-Test beim Hausarzt ermittelt. Auch Männer, die eine familiäre Belastung mit Prostatakrebs haben, können von dieser Untersuchung profitieren. Ein Karzinom lässt sich sehr früh und genau mittels MRT diagnostizieren.

Ab welchem Alter empfehlen Sie überhaupt eine regelmäßige Vorsorge?

Grundsätzlich empfehle ich eine Früherkennungsuntersuchung ab dem 45. Lebensjahr. Bei genetischer Disposition ab 40 Jahren. Diese Früherkennung sollte auch die Bestimmung des PSA-Wertes beinhalten. Das ist die Untersuchung auf das prostataspezifische Antigen im Blut. Bei einem auffälligen PSA-Wert sollte im Anschluss sofort eine MRT der Prostata gemacht werden.

Was ist, wenn man einen verdächtigen Befund erhält?

Das Wichtigste ist bei einem verdächtigen Befund, dass dieser mit höchster Sicherheit abgeklärt wird. Das ist entscheidend für die weitere passende Therapie. Durch das Prostata-MRT kann genau lokalisiert werden, wo und ob eine Feinnadelbiopsie durchgeführt werden muss. Krebs-verdächtige Herde werden genau lokalisiert und im Bild markiert. So kann der Arzt sie problemlos wiederfinden und die Untersuchung wird dem Patienten um einiges erleichtert.

Eine Biopsie ist vor allen Dingen wichtig, um die Aggressivität des Prostatakarzinoms zu bestimmen. Daran leiten sich dann nämlich die jeweiligen Therapieoptionen – wie die aktive Überwachung oder operative Entfernung der Prostata – ab. 

Vielen Dank an Dr. Matthias Röthke, er ist Radiologe und Prostata-Experte bei Conradia Medical Prevention in Hamburg.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!

Ich akzeptiere

Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein