Wahrscheinlich waren es die Mönche, welche den Hopfen erstmals für die Bierbrauerei entdeckten. Doch den Hopfen braucht man nicht nur für ein gutes Bier, man nutzt ihn auch als Magenbitter, zum besseren Schlafen oder als Anaphrodisiakum. Gern spekuliert man heute noch, ob gehopftes Bier, welches den männlichen Geschlechtstrieb dämpft, aus genau diesen Gründen von den Mönchen gebraut wurde, aber das konnte bis heute nicht abschließend geklärt werden.

Der Hopfen und seine Biologie

Der Hopfen (Humulus lupulus) zählt zu den Hanfgewächsen und stammt ursprünglich aus Osteuropa. Er wächst heute wild an Flussufern und feuchten Gebüschen und wird in vielen Ländern der gemäßigten Zone kultiviert. Die Droge, welche wir medizinisch nutzen, stammt nur aus dem kultivierten Anbau.

Hopfenkultur im Anbaugebiet
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Die 3-6m hohe (in Kultur bis 12m hoch) Pflanze hat gegenständig angeordnete, lang gestielte, raue Blätter mit tief gesägtem Rand. Hopfen ist zweihäusig und neben den rispenartigen, grünen, hängenden männlichen Blüten, welche in den Blattachseln stehen gibt es noch die weiblichen zapfenförmigen Fruchtstände (als Hopfendolde bezeichnet), welche als Droge verwendet werden.

Medizinisch werden die Hopfenzapfen verwendet

Man erntet die weiblichen Blütenstände im September, kurz bevor sie völlig ausgereift sind. Die frisch getrockneten Hopfenzapfen werden abgesiebt und so die Drüsenhaare gewonnen. Sie bilden ein orangegelbes, klebriges Pulver, welches würzig und bitter schmeckt.  Die Hopfenzapfen selbst haben einen kräftig würzigen Geruch und schmecken kratzend und etwas bitter.

Nachts besser schlafen

In den Hopfenzapfen finden wir 15-30% Harze, in den Hopfendrüsen sogar 50-80%, die zur Hälfte aus dem Hopfenbitterstoff mit den wichtigsten Komponenten Humulon und Lupulon bestehen. Diese zwei Stoffe sind sehr labil und wandeln sich bei längerer Lagerung in den sedierenden Wirkstoff 2-Methyl-3-buten-2-ol um. Egal wie das Ding heißt, dieser Stoff ist dafür verantwortlich, dass wir nachts besser schlafen können. Weitere wichtige Inhaltsstoffe sind ätherisches Öl, Gerbstoffe und Flavonoide.

Hopfenzapfen als Heilmittel
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Die Bitterstoffe regen die Sekretion des Magens und der Speicheldrüsen an, wodurch wir es hier mit einem milden Appetitanreger zu tun haben, der gleichzeitig seine beruhigende Wirkung bei nervösen Magenbeschwerden entfaltet. Die größte Bedeutung hat Hopfen sicherlich aber als mildes Sedativum, er wirkt schlaffördernd, beruhigend und krampflösend. Hopfenextrakte wirken zudem antibakteriell und werden momentan auch in der Krebsforschung weiter untersucht, da es Beobachtungen gibt, dass beispielsweise Brustkrebszellen im Wachstum gehemmt werden.

Hopfen dämpft die (männliche) sexuelle Erregung und lindert Wechseljahrsbeschwerden.

Indikationen

Die Indikationen ergeben sich daraus: Hopfen wird angewandt bei Schlaflosigkeit, vor allem bei Einschlafstörungen, bei Befindlichkeitsstörungen wie innere Unruhe, Angstzustände, nervöser Reizbarkeit mit Erschöpfung, bei Rastlosigkeit, Nervosität, bei nervösen Magenerkrankungen und bei Appetitlosigkeit. Außerdem findet die Droge Anwendung bei sexueller Überregbarkeit, Wechseljahrsbeschwerden und als Anaphrodisiakum für Männer.

Hopfen als Heilpflanze und Tinktur
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Bei den vorgenannten Indikationen wird Hopfen in Form von Tee, Tinktur oder als Fertigpräparat genutzt. Weitere Anwendungen sind äußerlich möglich, z.B. als Badezusatz, in der Aromatherapie oder als Schlafkissen (alle 2-3 Wochen das Kissen mit neuen Kräutern füllen).

Hopfenzapfen werden vorwiegend mit Melisse, Baldrian, Passionsblume und/oder Johanniskraut kombiniert.

Der Hopfen wurde immer mit Ruhe und Gelassenheit in Verbindung gebracht

Dies zeigte sich beispielsweise in der getragenen Stimmung, welche die Arbeiter bei der Ernte des Hopfens an den Tag legten. Und es zeigte sich auch nach dem Genuss des wichtigsten Produkts aus dem Hopfen, dem Bier. Hopfen besitzt eine beruhigende und entspannende Wirkung, diese wird etwa seit dem 10.Jh. genutzt. Zur Bierherstellung wird die Pflanze vermutlich schon seit dem 9. Jahrhundert verwendet. Zu diesem Zweck wurde der Hopfen anfänglich in den Hopfengärten der Klöster kultiviert, um auch für die Fastenzeit eine geschmackvolle Speise zu besitzen. Es hatte zur Fastenzeit den Vorteil, dass Bier reich an Kalorien war und gleichzeitig die Sinne dämpfte. Diese Wirkung erstreckt sich im Besonderen auf sexuelle Erregungszustände, was ja im klösterlichen Leben als fehl am Platze gilt, in der Fastenzeit besonders.

Hopfenzapfen werden geerntet
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Galt einerseits der Hopfen als Anaphrodisiakum, war er andererseits im slawischen Raum ein Sinnbild für Fruchtbarkeit. Bräute wurden mit Hopfen überschüttet, ein Hopfenkranz auf dem Kopf einer Jungfrau bedeutet heiteres Gemüt und Freisein von Liebeskummer.

In der nordischen Mythologie stand besonders Donar/Thor, der germanische Gewitter- und Fruchtbarkeitsgott, mit dem Hopfen in Verbindung. Thor war ein trinkgewaltiger Gott, der oft auch den vergorenen Getränken, also auch dem Biere zusprach. Unter den Tieren waren ihm die Ziegen heilig, die auch seinen Wagen zogen. Der Ziegenbock gab den Bockbierfesten im Frühjahr ihren Namen.

Hopfen und die Mythologie
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Wenn Sie also das nächste mal erschöpft und überreizt nach Hause kommen, gönnen Sie sich doch ein Tasse Hopfentee, oder, so mache ich es, gemischt mit Baldrian, Melisse und Johanniskraut. Sie werden merken, wie gut dies tut.

Und liebe Herren, was sollten Sie sich aus dem Artikel noch mitnehmen? Wenn Sie abends noch großes vorhaben, verzichten Sie am besten auf Bier. Sie wissen schon, warum 😉

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Da ist Hopfen und Malz verloren – oder doch nicht?
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