Des Königs Kerze – die Königskerze

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Als sich der englische König mit seinem Sohn in den Katakomben von Rom verlief, wären sie fast dem Tod geweiht gewesen. Sie irrten ziellos in der Dunkelheit umher. Eine mitgebrachte Blume, eine Königskerze, fing an zu leuchten und so fanden sie den Ausgang wieder. Soweit die Legende, wie die Pflanze zu ihrem Namen kam. Im Mittelalter wurde ihr stattlicher Fruchtstand in Wachs oder Pech getaucht und als gut brennende Fackel genutzt, auch in Königshäusern. Also Gründe genug für ihren Namen.

Wahrhaft königlich erhaben steht die bis zu 2m hohe Königskerze (Verbascum densiflorum) an Schutthalden und Bahndämmen, sie bevorzugt steinige Orte und trockene Hänge. Man findet sie in allen Höhenstufen in Mittel-, Ost- und Südeuropa, Kleinasien, Nordafrika und Äthiopien. Ihre Blätter und Stängel sind wollig behaart, was ihr auch den Namen Wollblume einbrachte.

Eine medizinische Anwendung ist seit dem Altertum belegt

Schon Hippokrates (460-377) nutzte die Schleimstoffe zur Wundbehandlung, Dioskurides empfahl sie bei chronischem Husten, Durchfall oder Koliken.

Heute wird die Königskerze vor allem bei Atemwegserkrankungen eingesetzt. Die Blüten enthalten reichlich Schleimstoffe, Saponine und Flavonoide und wenig ätherisches Öl. Die reizmildernden Eigenschaften der Pflanzenschleime ergänzen sich hervorragend mit der auswurffördernden und sekretlösenden Wirkung der Saponine. Außerdem wirken die Blüten entzündungshemmend, beruhigend und mild fiebersenkend. Eingesetzt wird die Droge deshalb bei trockenem oder Reizhusten, bei Heiserkeit sowie bei chronischer Bronchitis zur Auswurfförderung. Ach bei Raucherhusten kann man an diese Pflanze denken.

Geerntet werden die Blüten von Juli bis August. Die wasseranziehenden Blüten müssen gut duchgetrocknet werden, weil sie sonst schnell schimmeln können. Sie werden im Bedarfsfall als Tee zubereitet (1TL Droge mit 150ml warmen Wasser übergießen, 10-20min ziehen lassen).

Die Königskerze im alten Rom

Aufgrund des großen Ansehens, das diese Pflanze genoss, durfte die Königskerze im alten Rom nur mit einer Beschwörungsformel gepflückt werden. Ihr Aussehen wurde einem königlichen Szepter gleichgesetzt. Beim Räuchern wurde und wird sie hoch geschätzt. Hier nutzt man sie für energetische Reinigungen in Räumen, in denen sich negative Energien sammeln können. Durch das Verräuchern oder das Aufhängen in Stallungen und Häusern versuchte man sich gegen Gewitter und Blitzschlag zu schützen.

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Im Bedarfsfall werden die Blüten der Königskerze als Tee zubereitet. Bild @Fotolia

In der Volksheilkunden werden die Blüten außerdem bei Blasen- und Nierenerkrankungen, als Antirheumatikum und bei Hauterkrankungen eingesetzt. Schon 1485 im Buch «Garten der Gesundheit» wird die Behandlung mit der Pflanze beschrieben. Die Blumen in Milchrahm zu einer Salbe verkocht, können für alle Hauterkrankungen genutzt werden. Dabei soll es am besten sein, wenn die Behandlung von einer Jungfrau durchgeführt wurde, die dreimalig folgenden Spruch aufsagte: «Jedes Übel wird gehemmt, wenn eine Jungfrau ihm entgegentritt.»

Probieren Sie es aus! Sie haben ein Problem damit? Dann kann es nur an der fehlenden Jungfrau liegen, denn Königskerzen blühen jetzt überall …

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