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Wer sich Gedanken über Glück und Gesundheit macht, kommt am Tabakkonsum nicht vorbei. Mit 6 Millionen Todesopfern jährlich belegt das Rauchen laut WHO Platz 1 unter den vermeidbaren Todesursachen – trotz Rauchverbotszonen und trotz abschreckender Bilder und Warnhinweise auf den Verpackungen.

Das liegt daran, dass die Werbung insbesondere die jüngsten Konsumenten im Auge hat. Tabakwerbung im Fernsehen ist längst verboten, nicht zuletzt durch den Einsatz der ehemaligen Bundesgesundheitsministerin und Kettenraucherin Katharina Focke, die das Rauchen im Zuge der Anti-Raucher-Kampagne Anfang der Siebziger aufgegeben hatte, um ihre Vorbildfunktion zu erfüllen.

Vom Arzt empfohlen

Dass vierzig Jahre später immer noch so viele Menschen rauchen, liegt daran, dass die Tabakkonzerne sehr gut wissen, wie Werbung auch ohne Fernsehen funktioniert. Die meisten Raucher greifen im Alter von 12 bis 16 Jahren zur ersten Zigarette. Damit gehören sie zu der Generation, die man mit Werbung über andere Kanäle am besten beeinflussen kann.

Wenn wir fünfzig oder sechzig Jahre zurückschauen, müssen wir den Kopf schütteln, wenn wir hören, mit welchen Argumenten Tabakkonzerne damals in Werbespots geworben haben: Der Glimmstengel hielt fit, förderte die Verdauung und war ein Schlankmacher, der gleichzeitig gegen Müdigkeit wirkt. «Vom Arzt empfohlen» war einer der damaligen Slogans. Als die Milliardenklagen die Kassen der vermögenden Tabakriesen zu leeren drohten, stiegen sie um: Ab sofort war Rauchen zwar nicht gesund, aber cool. Der Ausdruck eines ganz besonderen Lebensgefühls. Symbol dieser großen Freiheit war der Marlboro-Mann – auch im richtigen Leben ein Kettenraucher, der im Alter von nur 51 Jahren vom Lungenkrebs besiegt wurde.

Der wohl bekannteste Darsteller als «Malboro man» Wayne McLaren starb 1992 an Lungenkrebs.
Der wohl bekannteste Darsteller als «Malboro man» Wayne McLaren starb 1992 an Lungenkrebs. Photo by pixabay

Rauchen ist ein soziales Phänomen. Der Konsum geht einher mit Bildungsständen und Einkommensklassen. Gymnasiasten rauchen weniger als Hauptschüler, Ärztinnen weniger als Friseusen. Rauchen ist aber gleichzeitig ein psychologisches Phänomen. Warum rauchen Menschen? Warum rauchen Deutsche deutlich weniger als Griechen? Es ist nicht allein die Abhängigkeit vom Nikotin, es ist weitaus subtiler: Die Zigarette bringt Menschen durch den Tag. 19 Freunde pro Packung helfen hervorragend gegen Einsamkeit und Depression. Dasselbe leisten Zucker und Alkohol: Sie sind ebenfalls temporäre Hilfen, um all die Dinge zu vergessen, die uns belasten.

Was passiert im nächsten Schritt?

Wenn Rauchen, Alkohol und falsche Ernährung uns krank gemacht haben? Ihre Krankenversicherung bezahlt Ihnen gern den Herzschrittmacher und die Bypass-Operation, also die Dinge, die das Ergebnis Ihres Lebensstils bekämpfen. Für Ihren Lebensstil selbst kommt sie allerdings nicht auf – den müssen Sie allein begleichen. Sie müssen sich den gesunden Teil des Lebens schon selbst finanzieren. Und das allein durch die richtigen Entscheidungen: Weniger (oder besser gar nicht mehr) rauchen, weniger Alkohol und gesündere Ernährung.

Gesundheitspolitiker und Krankenkassen haben die Lösung bereits erkannt: Durch Vorbeugung Symptome mit geringen finanziellen Mitteln bekämpfen statt die Probleme zu lösen, die die wirklich hohen Kosten verursachen. Rückenschule statt Bandscheibenoperation. Das Problem ist, diese Lösungen in die Gehirne der Menschen zu transferieren. Hier in diesem Zusammenhang eine spannende Liste:

Risiko Rauchen

Wie Gesundheit, Gehirn und Glück interagieren, zeige ich Ihnen in einem späteren Artikel.

Ihr Ralf Wuzel

Hinweis:


In losen Abständen publiziere ich Auszüge aus meinem Buch «myPfadfinder – Jetzt bin ich mal dran!». Wer nicht warten will, kann das Buch direkt online bei BoD Buchshop beziehen.

Glück & Gesundheit: Rauchen ist ein soziales Phänomen
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