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Da ich auf meine Geschichte «Vom übergewichtigen Trampeltier zum gewichtigen Business Weib» immer wieder angesprochen werde, nutze ich diese, Ihnen meine ganze Geschichte aus dem Leben zu erzählen. Warum? Um Sie ein wenig zu motivieren und zu inspirieren, selbst Veränderungen zuzulassen.

Sie kennen, so wie ich, Übergewicht, Selbstzweifel, Versagensängste, sind schon mal gescheitert und vermissen Ihr Selbstwertgefühl? Alle diese Themen sind ein Teil meiner Geschichte. Kein Mensch wird so geboren. Wir alle lassen uns durch bedingte Lebensumstände formen. Heute ist mir bewusst, dass ich das Ergebnis meiner Erfahrungen und meiner dazugehörigen Gedanken bin.

Jahre mit allen Höhen und Tiefen

Meine Geschichte ist nicht in einen Artikel zu fassen, denn 57 gelebte Jahre mit allen Höhen und Tiefen, passen nicht in eintausend Worte. Begleiten Sie mich eine Zeit lang.

In der ersten Folge meiner Lebensgeschichten geht es um Übergewicht. Das begleitet mich schon lange und ist auch immer noch vorhanden. Doch wird es weniger.

Vor ein paar Jahren war Übergewicht das Haupthema.
Vor ein paar Jahren war Übergewicht das Haupthema. Photo by Heike Ochel-Hewig

Meine Geschichte fängt schon in ganz jungen Jahren an. Ich war im vierten Schuljahr und immer die Größte. Selbst von den Jungen war keiner so groß wie ich. Obwohl ich nicht dick war, fühlte ich mich dick. So redete ich mir über die Jahre ein: «Heike du bist zu dick.» Mit 15 Jahren verfolgte ich schon die Diäten, die in Illustrierten angepriesen wurden und versuchte mich auch teilweise daran. Mit siebzehn Jahren hatte ich eine Größe von 1,70m und wog 73 Kilo. Heute weiß ich, dass ich keine Modelmaße hatte, doch ich war nicht zu dick. Allerdings glaubte ich das zu der Zeit.

Zum Glück hatte ich den Beruf zur Köchin gewählt und hatte den ganzen Tag mit Essen zu tun.

Köchin scheidet Zwiebel auf einem Hpolzbrett
Als Köchin hatte ich den ganzen Tag mit Essen zu tun. Photo by Caroline Attwood on Unsplash

Täglich ging ich gut gelaunt zur Arbeit und hatte jede Menge Spaß damit, Menschen etwas «Gutes» zu tun. Hunger hatte ich kaum noch. Hier probieren, da probieren und den ganzen Tag die Düfte des Essens in der Nase. So war ich meistens mit wenig Essen satt.

Hauptsache Spaß am Leben

Nach sechs Monaten Ausbildungszeit wog ich noch 63 Kilo und fühlte mich pudelwohl. Ich lernte Günter, meinen heutigen Mann, kennen und die Welt war in Ordnung. Wir beide strotzten nur so vor Lebensfreude. Unser Motto zu der Zeit lautete: Hauptsache Spaß am Leben. Das bedeutete für uns, mit Spaß unsere Arbeit tun, gemeinsam bei Lagerfeuerromantik die Natur genießen und unter freiem Himmel schlafen. Zumindest in der warmen Jahreszeit.

Jugentliche sitzen zusammen am Lagerfeuer
Gemeinsam bei Lagerfeuerromantik die Natur genießen. Photo by Pixabay

Zu dieser Zeit hatte ich noch fünf Pferde. Diese sensiblen Geschöpfe haben schon immer eine große Rolle in meinem Leben gespielt und das tun sie noch heute. Mir ging es gut. Ich lebte in einer Unternehmerfamilie und mir mangelte es an nichts.

Eines Morgens teilte mir meine Mutter mit: «Heike, heute Abend müssen wir mal reden.»  Das bedeutete nichts Gutes. Hatte ich etwas ausgefressen? Ich war mir keiner Schuld bewusst. Gedanken, um das Geschäft meiner Eltern, hatte ich mir noch nie gemacht. Bis zu dem abendlichen Gespräch.

Das veränderte auf einen Schlag mein ganzes Leben. Meine Eltern teilten mir mit, dass sie Konkurs anmelden müssten. Ich wusste gar nicht was das bedeutete. Bis mein Vater mir abends mit Tränen in den Augen erklärte, dass das Geschäft schlecht lief und wir unser Haus und somit auch die Pferde verkaufen müssten.

Für mich brach eine Welt zusammen

Verzweifelte junge Frau
Ein Gespräch mit meinen Eltern veränderte auf einen Schlag mein ganzes Leben. Photo by Pixabay

Wieso hatte ich von all dem nichts mitbekommen? Ich war doch gerade noch glücklich und hatte Spaß mit allem was ich tat. Vier Monate später wohnten wir nicht mehr in unserem Haus und auch nicht mehr in dem Dorf, in dem ich mich so wohlfühlte. Wir wohnten in einer Mietwohnung, ohne Pferde, in einer kleinen Stadt. Ich verstand die Welt nicht mehr.

Mein Vater fand keine Arbeit

Ein Mann ist traurig und hat keine Freude mehr am Leben
Ohne Arbeit macht das Leben keinen Spass mehr. Photo by Pixabay

Zu dieser Zeit wurde noch mit dem Finger auf Menschen gezeigt die, wie es damals hieß, Konkurs gingen. Ich wollte meinen Eltern helfen, doch ich wusste nicht wie. So setzte ich mich mit Günter, mein Freund, zusammen. Wir kannten uns gerade mal ein Jahr. Da wir beide sehr verantwortungsbewusste Menschen sind, übernahmen wir die volle Verantwortung für meine Eltern. Wir gründeten eine Firma, obwohl das in keiner Weise etwas mit unseren Berufen zu tun hatte. Das neue Unternehmen war an das vorherige Geschäft meiner Eltern angelehnt.

Günter und ich blieben als Vollzeitbeschäftigte in unseren Berufen tätig und bauten gleichzeitig das neue Unternehmen im Baunebengewerbe auf.

Mann arbeitet mit einer Schneidemaschine auf der Baustelle
Ein Geschäftsaufbau für meinen Vater. Photo by Pixabay

So hatte mein Vater wieder Arbeit und Günter und ich jeweils einen mindestens 16-18 Stunden-Tag. Für uns bedeutete das, dass wir uns kaum noch sahen. Wenn wir uns sahen und miteinander sprachen, ging es nur noch um Angebote, Rechnungen, Termine, Kundengespräche und so weiter. Es ging um alles, was in einem kleinen Unternehmen getan werden muss.

Das einzige, das wir vergaßen, waren wir selbst

Einsam im stressigen Leben
Workerholics, ohne jeglichen Spaß am Leben. Photo by Pixabay

Spaß, den wir beide in unserer kurzen Zeit zuvor hatten, wurde für uns zum Fremdwort. Wir beide wollten für immer zusammenbleiben und heirateten. Nach zwei Jahren Vollzeitköchin und Unternehmerin, wurde unser Sohn geboren. So arbeitete ich nur noch an den Wochenenden als Köchin. In der Woche war ich Mama und Unternehmerin. Günter war in seinem Vollzeitjob als Elektroniker unterwegs und im Anschluss auf den Baustellen tätig. Für ihn waren sechzehn bis achtzehn Stunden Arbeit täglich normal geworden. Nach drei Jahren hatten wir es finanziell wieder geschafft, so dass wir und meine Eltern von unserem kleinen Unternehmen leben konnten. Wir merkten nicht, dass wir uns zu Workerholics, ohne jeglichen Spaß am Leben, entwickelt hatten.

Ich hatte mich gewichtsmäßig verdoppelt

Übergewichtige Frauen auf der Strasse
Mein Gewicht hatte sich auch stetig weiterentwickelt und zwar extrem nach oben. Photo by Pixabay

Heute weiß ich, dass mein Körper durch meine damalige ständige Überforderung ohne Spaß einfach Energie brauchte. Diese holte ich mir übers Essen. Doch merkte ich gar nicht, dass das, was ich da in mich rein stopfte, gar keine Energie lieferte, sondern mir immer mehr Energie raubte. Doch in meinem Kopf saß der Werbespruch, Mars macht mobil bei Arbeit, Sport und Spiel, fest. So waren keine Süßigkeiten vor mir sicher. Ob Schokolade, Kuchen oder Pudding, ich fand immer und überall irgendetwas Süßes. Die Folgen für mich – pures Hüftgold.  So schwer wie ich aussah, so empfand ich auch mein Leben. Heute stimme ich dem Sprichwort «So wie innen, so auch außen» zu. Den Spaß, den ich als Köchin mit meiner Arbeit hatte, war verloren gegangen.

Dinge wie Rechnungen und Angebote schreiben standen auf der Tagesordnung

Büroarbeiten am Schreibtisch erledigen
So schwer wie ich aussah, so empfand ich auch mein Leben. Photo by Pixabay

Den Zahlungsverkehr überwachen und die Buchhaltung vorbereiten. Das alles waren Dinge, die ich als Ausbildungsberuf abgelehnt hatte. Denn mein Vater hätte gerne gesehen, dass ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht hätte. Er hatte für mich einen Termin zum Vorstellungsgespräch, bei einem ihm damals bekannten Unternehmen, gemacht. Klar hab ich mich dort vorgestellt. Doch als der Personalbearbeiter mich fragte: «Fräulein Ochel, warum sind sie denn hier?» konnte ich nur zur Antwort geben: «Weil mein Vater mich schickt.» So hatte sich die Ausbildung zur Bürokauffrau für mich erledigt.

Doch genau das, was ich nicht wollte, tat ich nun Tag für Tag

erschöpfte Frau im Hamsterradpf
Mein Vater hätte gerne gesehen, dass ich eine Ausbildung zur Bürokauffrau gemacht hätte. Photo by Pixabay

Sind Sie auch schon mal frustriert und tun sich was «Gutes» zum Beispiel mit Süßigkeiten? Fühlen Sie sich auch erst gut und dann wieder schlecht? Bei mir war das immer ein Wechselspiel der Gefühle. Jedoch ließ ich zu der damaligen Zeit zu, etwas zu tun, das mir überhaupt keinen Spaß machte. Weiterhin ließ ich zu, dass mich die süße Verführung in Form von Schokolade, Kuchen, Gebäck, Pudding und vieles mehr, absolut im Griff hatte.

Heute sind noch Tage dabei, an denen ich dem Essen verfalle

Bewusst essen für ein gesundes Leben
Frustessen gehörte damals zur Tagesordnung. Photo by Pixabay

Da ich jedoch heute viel bewusster damit umgehe, treffe ich schneller wieder Entscheidungen für ein weniger gewichtiges Leben. Was sich natürlich sofort an den Kilos auf der Waage zeigt.

Heute weiß ich, dass Arbeit die keinen Spaß macht Energie raubt. Diese Energie holen wir uns irgendwo anders her. Bei mir war es zu viel Süßes und insgesamt zu viel zu Essen. Was ist es bei Ihnen? Fühlen Sie sich schlecht und empfinden Sie Ihre Arbeit als schwer? Denn wir sind das Ergebnis dessen, was wir erleben, denken und essen.

Doch wir und damit meine ich jeden einzelnen, tragen die Verantwortung für unser Tun und Handeln selbst.

Mein Tipp für Sie, stellen Sie sich folgende Fragen:

  1. In welchen Situationen neigen Sie zum Frustessen?
  2. Was verbirgt sich dahinter?
  3. Wenn Sie darauf eine Antwort haben, welchen Weg gehen Sie dann?
  4. Treffen Sie Ihre Entscheidung!
  5. Gehen Sie Ihren Weg!

Sollten Sie einen Wegweiser an Ihrer Seite brauchen, mit meiner Erfahrung und meinem heutigen Wissen helfe ich Ihnen gerne weiter.

Senden Sie mir eine Mail ochel-herwig@gmx.de oder rufen Sie mich an 02751-4279291.

Wie sich mein Leben weiterentwickelte und wie ich anfing, an mir zu zweifeln, lesen Sie in meiner nächsten Geschichte.

Aus dem Leben: Das einzige, das wir vergaßen, waren wir selbst
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1 KOMMENTAR

  1. Wow, ein sehr sympathischer Artikel!

    Das ist genau das: Wir vergessen uns selbst im Alltag.
    Mit dem Artikel erinnert man sich wieder daran, dass man wieder an sich selbst denken soll, mehr noch, dass man auch um sich selbst sorgen und hegen soll.

    Danke für den sehr offenen Artikel!

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