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Masken – vielen fällt dazu ein Maskenball, ein Banküberfall oder die Vermummung ein. Andere schmunzelten über fernöstliche Gewohnheiten, sich in der Öffentlichkeit Atemschutzmasken anzuziehen. Doch seit Corona ist auch in Europa alles anders.

Sind Masken überhaupt sinnvoll?

Vielen Menschen sind Masken lästig. Sei es, weil sie sich in der Atmung eingeschränkt fühlen, die Brille beschlägt oder sie die Mimik ihres Gegenübers nur teilweise sehen und die nicht verbale Kommunikation sehr eingeschränkt ist. Auch Gehörgeschädigte sind in der Verständigung stark behindert. Die Maskenpflicht ist in vielen Bereichen gegeben. Doch was nützen sie wirklich und was muss beachtet werden, um die Wirkung zu gewährleisten?

Wie werden Masken getragen?

Manche Menschen glauben sich um die Vorschriften herum tricksen zu können. Die Maske wird nur über dem Mund getragen. Solange man nicht spricht und über die Nase atmet, nützt sie überhaupt nichts. Die eigene Atemluft gelangt ungefiltert in die Umgebung und die eingeatmete Luft ungefiltert in den Körper. Andere tragen sie am Kinn. Und wenn eine Kontrolle kommt, wird sie schnell hochgezogen.

Drei unterschiedliche Tragweisen der Alltags-Masken
Die Maske nützt nur über Mund und Nase. Über Mund oder Kinn macht sie keinen Sinn. Photo by Stefan Weller

Vorschriften sind nicht einheitlich

In vielen Bereichen werden Mund-/Nasebedeckungen vorgeschrieben. Wo genau, ändert sich fast täglich und richtet sich nach Neuansteckungen bzw. den verantwortlichen Politikern. Es gibt auch Schilder, die nur eine Mundbedeckung anmahnen. Ein Freifahrtschein für Maskenmuffel.

Auf einem Schaufenster wird empfohlen eine Maske zu tragen
Der Hinweis animiert zur Ausrede nur den Mund zu bedecken. Photo by Stefan Weller

Unterschiedliche Masken

Es gibt verschiedene Arten von Masken. Die Gesichtsvisiere, die lediglich die Luft nach unten leiten, aber nicht filtern, dürfen in vielen Bereichen nicht mehr eingesetzt werden.

Eine Frau trägt als Alternative eine Schildmaske
Gesichtsvisiere leiten die Luft nur um und sind oft nicht mehr zulässig. Photo by Stefan Weller

Die einfache Einmalmaske, die von den meisten Menschen getragen wird. Die FFP 1, -2 oder -3 Masken, wurden für den Arbeitsschutz konstruiert und dienen dazu den Anwender vor gesundheitsschädlichen Partikeln zu schützen. Manche dieser Masken haben ein Ausatemventil, das die Aerosole (ausgeatmete Luft) ungefiltert an die Umwelt abgibt und den Anwendern das Ausatmen erleichtert. Sie sind als Fremdschutz ungeeignet.

Die einfachen Masken, dazu gehören Schals, Loops und selbstgenähte Nasen/Mundbedeckungen, wie auch die modischen Designermasken, die kein Zertifikat haben und oft nur bis 40°C gewaschen werden können, unterliegen keiner Norm.

Fünf verschiedene Masken-Typen, die im Alltag getragen werden
1. Einfache medizinische Maske, 2. Maske mit Ausatemventil, 3. FFP3 Maske, 4. Selbstgenähte, waschbare Maske und 5. Loop, bzw. Schal. Photo by Stefan Weller

Die medizinischen Gesichtsmasken unterliegen der Norm DIN EN 14683:2019-10 und sollen dem Fremdschutz dienen. Sie sehen vielen industriell hergestellten, wirkungsärmeren Einfachmasken sehr ähnlich. FFP 1, 2 oder 3 Masken unterscheiden sich durch die Filterwirkung für die Maskenträger/in: FFP1: min. 80%, FFP2: min. 94% und FFP3: min. 99% Filterwirkung und müssen die Norm DIN EN 149:2001 + A1 2009 erfüllen. Sie dienen dem Eigen- und Fremdschutz, sofern kein Ausatemventil eingebaut ist.

Sitzen sie nicht eng an der Haut, nehmen sie eventuell ein paar Tröpfchen auf und sehr viel Luft strömt durch die Lücken in die Umgebung. Das trifft leider auch auf die medizinischen Einmalmasken zu, da sie so gut wie nie lückenlos auf der Haut sitzen.

Vergleichsbild einmal mit Einmalmaske und Maske mit Ventil
Eine medizinische Einwegmaske und die Maske mit Ventil. Beim Bartträger wirkt nicht einmal das Ventil. Die Luft strömt durch den Bart nach außen, hier durch Rauch sichtbar gemacht. Photo by Stefan Weller

FFP Masken ohne Ventil sollen sowohl die eingeatmete, wie auch ausgeatmete Luft filtern. Allerdings müssen sie sehr dicht am Gesicht sitzen und sie belasten die Träger durch großen Atemwiderstand. Der selbstgenähte Mund/Nasenschutz ist, aus mindestens bei 60°C waschbarem Stoff gefertigt, ein Kompromiss, wie auch ein Schal bzw. Loop.

Leider haben viele Stoffe wie z.B. Baumwolle sehr große Gewebeöffnungen und sind eher ungeeignet, sofern sie keine Zwischenlage verwenden. Doch das sind eher theoretische Werte, da alle Masken relativ unwirksam sind, wenn sie von Vollbartträgern verwendet werden oder nicht lückenlos sitzen.

Bild zeigt die Schwachstellen beim Loop/Schal
Der Loop/Schal spannt über die Nase und lässt Luft ausströmen. Photo by Stefan Weller

Das trifft auch bei einem Schal/Loop zu, da hier kein biegsamer Bügel eingebaut ist. Der Stoff spannt von Nase zum Backenknochen und bildet zwei Ausströmungsöffnungen.

Gefahr aus der Maske

Viele Menschen verwenden dieselbe Maske immer wieder, ohne sie zu waschen oder eine Einmalmaske aus Sparsamkeit gegen eine neue auszutauschen. Eine hygienisch sehr bedenkliche Verhaltensweise, da sich ein Bakterien/Viren/Pilzschleim in dem Gewebe ansiedelt, der immer wieder eingeatmet wird und dem Träger, der Trägerin mehr schadet als nützt.

Bild einer Alltagsmaske, die zu oft getragen wurde
Eine zu oft getragene Maske ist aus rein hygienischen Gründen eine Gefahr. Photo by Stefan Weller

Bei medizinischen Masken gibt es klare Vorgaben wie lang und wie oft eine Maske getragen werden darf. Zwar steht auf der Verpackung der Verwendungszweck, aber mit den Bezeichnungen wie z.B. Type IIR EN 14683 (eine medizinische Einmalmaske mit Spritzschutz) kann der Verbraucher wenig anfangen.

Etikett einer medizinischen Maske
Der Aufdruck auf dem Maskenset ist für viele Verbraucher nicht verständlich. Photo by Stefan Weller

Gefälschte Masken, unzureichende Tests

Zu Beginn der Corona Krise gab es einen Maskenmangel. Das führte dazu, dass die Eignungstests vereinfacht wurden. Die ersten Masken wurden fast ausschließlich aus China importiert und ungeprüft auf den Markt gebracht. Um die Flut der Masken zu bewältigen wurde die Prüfung, die normalerweise 6 Wochen dauert, durch einen Schnelltest ersetzt. Ca. 60% der Tests fielen weg. So wurde z.B. die Durchlassprüfung der Aerosole von üblichen 63 Minuten auf 3 Minuten reduziert.

Erst seit Oktober 2020 ist der ursprüngliche Test wieder vorgeschrieben. Vorhandene Masken können aber noch verkauft werden. Nach einer Schätzung der DEGRA sind das von hauptsächlich aus China importierten 8 Milliarden noch etwa 4 Milliarden Stück. Bei den Zertifizierungen haben bei der DEGRA lediglich 15% der zu prüfenden Masken den Test bestanden.

Worauf muss man achten?

Wie kann man sicher sein, eine Maske zu erwerben, die auch sicher ist? Der Aufdruck gibt Aufschluss.

Eine gute Maske enthält alle relevanten Daten
Der Maskenaufdruck enthält alle relevanten Daten. Photo by Stefan Weller

Eine Maske sollte, neben dem Hersteller, folgende Informationen enthalten:

  1. Maskenbezeichnung (hier P367), Art (hier FFP3), «NR» bedeutet Non Reusable, also nicht wiederverwendbar und ist für maximal eine Arbeitsschicht anzuwenden. «R» wäre wiederverwendbar, kann gewaschen bzw. desinfiziert und gereinigt werden. Allerdings dürfen diese R-Masken beim Umgang mit Viren, Schimmelpilzen und Bakterien auch nur einmal, maximal für eine Arbeitsschicht verwendet werden (DGUV-Regel 112-190).

    «D» steht für die bestandene Dolomitstaubprüfung, die eine hohe Staubaufnahmekapazität gewährleistet, was z.B. für einen Steinmetz, nicht aber für Corona relevant ist.
  2. EN 149:2001+A1:2009 ist die Europanorm, die von der Maske eingehalten werden muss. Sie ist für alle FFP Masken verpflichtend.
  3. CE 0086, gibt das Prüflabor an (hier: BSI Assurance UK Ltd, UK), in dem die Maske nach EU-Norm getestet und freigegeben wurde. Man kann das Prüfprotokoll beim Verkäufer anfordern. CE, ohne 4stellige Nummer ist nicht zulässig.

ACHTUNG: Es gibt auch gefälschte Masken mit CE Nummer. Das Prüfunternehmen muss in der EU NANDO Datenbank (New Approach Notified and Designated Organisations) aufgelistet sein. «Ist sie nicht gelistet», so Jörg-Timm Kilisch, DEKRA-Geschäftsführer: «Finger weg! Und wenn man sie schon gekauft hat, ab in den Müll.»

NANDO Datenbank: https://ec.europa.eu/growth/tools-databases/nando/index.cfm?fuseaction=directive.notifiedbody&sort=number&dir_id=33

Ausschnitt aus der NandoMark Datenbank
Ausschnitt aus der NANDO Datenbank. Quelle: NandoMark

Die Einsicht bleibt oft auf der Strecke.

«Mir passiert sowieso nichts», «Ich kenne keinen einzigen Covid 19 Fall in meinem Freundes- und Bekanntenkreis», «Corona ist auch nicht schlimmer, als eine normale Grippe» sind Sprüche, die den eigenen Schutz verharmlosen sollen und mit denen sich «Möchtegernfachleute» aufspielen wollen.

Ein positiver Effekt:

Durch Corona wurde das Thema Hygiene – zumindest bei Einigen – ins Bewusstsein gerückt.

Abstand ist das A und O

Vieles wird falsch verstanden. Abstand ist das erste Gebot. Manche meinen eine Begrüßung könne nicht ohne Berührung vonstattengehen. So reicht man sich nicht die Hände, sondern berührt den Ellenbogen des Gegenübers. Dabei kommen sich die Gesichter aber deutlich näher, als bei einem Handschlag. Wenn es unbedingt sein muss: Pulsberührung. Doch: Warum nicht ganz verzichten und ein paar freundliche Worte sagen?

Zwie Begrüssungsrituale in Zeiten von Corona
Ellenbogenberührung, Pulsberührung. Photo by Stefan Weller

Wie wichtig Abstand ist, zeigt auch ein Versuch. Wir können davon ausgehen, dass sich Viren in der Atemluft ähnlich verhalten wie Rauch aus der Lunge. Aber man sieht und riecht sie nicht. Was liegt näher als die Verbreitung des Atems bei angezogener Maske durch Rauch darzustellen?

Masken-Test: wie sich Aerosole verteilen
Erst nur leicht, dann umhüllen die ausgeatmeten Aerosole den Maskenträger und verteilen sich in der Umgebung. Photo by Stefan Weller

Trotz Maske werden die Aerosole mit den Viren um den Träger verteilt. Wenn man einen Menschen bei einer Begegnung zu nah kommt oder sie sogar riecht (Parfüm-, Schweiß-, Knoblauchduft, etc.), gibt es nur zwei Möglichkeiten: Ausweichen oder Luft anhalten bzw. ausatmen, bis die Person incl. Körperfahne auf Abstand ist.

Was macht Sinn?

Die Maske ist nur ein Teil des Schutzes. Die Einmalmaske sollte auch nur einmal verwendet werden, der waschbare Mund/Nasenschutz muss gewaschen werden. Nasen- oder kinnfrei sollte man keine Maske benutzen, sie nützt niemandem. Auch keine mit Auslassventil. Besonders beim Telefonieren mit dem Mobiltelefon sollte man die Maske nicht unter den Mund schieben, da durch die mehr oder weniger feuchte Aussprache deutlich mehr Tröpfchen in der Umwelt verteilt werden, als beim ruhigen atmen oder sprechen durch die Maske.

Ein Mann telefoniert mit heruntergezogener Maske
Telefonieren mit heruntergezogener Maske.Photo by Stefan Weller

Falsche Sicherheitsvermutung

Es besteht die Gefahr, dass man sich in einer Sicherheit wiegt, die nicht vorhanden ist. Eine Maske filtert Tröpfchen. Nicht aber die komplett ausgeatmete Luft! Brillenträger/innen erkennen dies an den beschlagen Gläsern. Zusätzlich ist die Handhygiene durch sehr häufiges Händewaschen dringend notwendig.

Die Hand ist der Kontakt zu allen Dingen in der Öffentlichkeit. Ob Geländer, Rolltreppenlauf, Produkte im Supermarkt, Geldscheine, die Tastatur am Bezahl- oder Geldautomat, Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln, Bedienknöpfe bei Bus und Bahn, Türklinken, etc., die Hand sammelt alles auf, was die Umwelt an Keimen zu bieten hat.

Eine Maske steckt in der Jeans-Hosentasche
Die Maske in der Hosentasche ist ein Keimfänger erster Güte. Photo by Stefan Weller

Dann wird eine Mund-Nasenmasken wirklich zur Gefahr: Man befördert alle an der Hand klebenden Viren, Pilze und Bakterien direkt auf die Maske und atmet durch sie. Wird die Maske zurechtgerückt, abgenommen, in der Tasche verstaut und dann wieder aufgesetzt, ist sie mit allem kontaminiert, was von den Händen vorher in der Umwelt aufgenommen wurden.

Richtig wäre: Hände waschen, Maske aus Originalverpackung nehmen, diese ausschließlich an den Gummibändern anfassen und über die Ohren ziehen. Maske an Metallbügel über Nase anpassen und unten über das Kinn ziehen. Dann die Maske nicht mehr berühren. Abnehmen nur mit gewaschenen Händen. Als Notbehelf Hände in Geschäften desinfizieren oder eigenes Desinfektionsmittel mitführen.

Hände werden einmal mit Spray und einmal mit Dispenser desinfiziert
Zur Not kann man die Hände desinfizieren. Besser ist gründliches Händewaschen. Photo by Stefan Weller

Maske ist nicht gleich Maske

Auf den Stoff kommt es an, aus dem die Maske gefertigt ist. Leider muss man bei der Maskenpflicht nur irgendetwas, das wie Stoff aussieht, auf dem Gesicht tragen. Damit ist die Pflicht erfüllt. Das Dilemma: Je grober die Maschen, desto leichter kann man atmen. Aber umso mehr Partikel, wie z.B. Viren und Bakterien werden eingeatmet. Ist der Stoff zu dicht, fällt das Atmen schwer.

Im Durchlicht erkennt man die Öffnungen, die Viren mühelos passieren können. Aber, obwohl medizinische Masken oft aus dem gleichen Stoff gefertigt sind wie FFP 2 Masken, passieren bei ihr etwa 90% der Viren, da sie Schlupflöcher durch den lockeren Sitz bietet. Bei den FFP 2 Masken sind es durch die bessere Passform nur 6%.

Vier unterschiedliche Stofftypen für Masken
1 – Industriealltagsmaske. Hier sieht man links Undichtigkeiten. 2 – Schal. 3 – Selbstgenähte Baumwollmaske. 4 – FFP 2 Maske. Photo by Stefan Weller
Tabelle der unterschiedlichen Typen von Masken
Übersicht über die allgemein verbreiteten Anwendungen der unterschiedlichen Masken. Quelle: Stefan Weller

Manche Maskennäher haben eine Tasche eingenäht, in die man ein auswechselbares Fließtuch einschieben kann. Das muss regelmäßig erneuert und die Maske bei hohen Temperaturen gewaschen werden, was auch den angesammelten Keimen in der Maske den Garaus macht.

Eine Maskentasche wird mit Küchenpapier belegt
Das Küchenpapier als Einlage soll die groben Maschen wieder wettmachen. Photo by Stefan Weller

Entwicklung der Masken

Die Maskenentwicklung bleibt nicht stehen. Die Firma Multi Plot beschichtet Masken mit einer Emulsion die Silberionen und Liposomen enthält und Bakterien sowie Viren abtötet. Auch die, die durch anfassen der Maske mit den Fingern an sie herangetragen werden. Solche Masken kosten etwa 2,- € für eine Einmalmaske und ab 10,- € für die wiederverwendbare Maske.

Nicht alle Menschen verbreiten Viren im gleichen Maß

Gerhard Scheuch, ein weltweit anerkannter Aerosolforscher, hat den «Pustefix» entwickelt, bei dem in nur 3 Minuten die ausgeatmeten Aerosole gemessen werden können.

Gerhard Scheuch: «Wir wissen heute, dass etwa 70% der Infizierten überhaupt niemanden anstecken und nur etwa 1-10% der Infizierten stecken 80% der Leute an. Etwa 80% der Menschen verbreiten ca. 100-500 Partikel pro 1 Liter Atemluft. Das sind die, die, auch wenn sie infiziert sind, niemanden anstecken.

Die 1-10% sind sogenannte Superspreader (deutsch: Superverbreiter), bzw. Superemitter, mit mehreren 100.000 Teilchen pro Liter. Über 10.000 Partikel sind erforderlich, um sich zu infizieren.» Der Pustefix misst diese Teilchen und wird von der Firma Pallas produziert. Am Stuttgarter Flughafen wird das Gerät für Passagiere und Mitarbeiter als Coronafrühwarnsystem eingesetzt.

Der Forscher Gerhard Scheuch demonstriert das Gerät Pustefix
Gerhard Scheuch demonstriert den Pustefix bei dem die Partikel der Atemluft gemessen werden und bereits nach 3 Minuten ein Ergebnis vorliegt. © HR, Screenshot defacto

Vorbeugen ist besser als heilen

Alle Menschen hinterlassen ein buntes Bild ihrer selbst in ihren Ausscheidungen. Das hat Frau Prof. Susanne Lackner von der TU Darmstadt auf die Idee gebracht, das Wasser der Kanalisation zu untersuchen. Und tatsächlich lassen sich die Viren etwa 2 Wochen vor einem möglichen positiven Coronatest erkennen. Das wiederum erlaubt ganz gezielt vorbeugende Maßnahmen einzuleiten und durch einen eng begrenzen lokalen Lockdown oder Quarantäne den wirtschaftlichen und psychischen Schaden deutlich zu reduzieren.

Auf dem Bildschirm wird die Frühwarnfunktion von COVID-19 gezeigt
An der Auswertung erkennt man deutlich die Frühwarnfunktion von ca. 2 Wochen © HR, Screenshot Alles Wissen

Ausblick

Je mehr man sich mit dem Thema Ansteckungsvermeidung beschäftigt, umso stärker muss man feststellen, dass Masken nur einen kleinen Teil der Maßnahmen darstellen, die gegen die Verbreitung des Corona Virus eingesetzt werden können. Abstand, Hygiene, häufiges Händewaschen, viel Lüften, aber auch die eigenen Abwehrkräfte stärken sind einfache Möglichkeiten die Ansteckungsgefahr zu minimieren.

An Unverstand ist nicht zu überbieten, in geschlossenen Räumen, ohne starke Lüftung, große Menschenansammlungen zuzulassen. Keiner weiß, wie viele der Anwesenden Superemitter sind. Eine Pustefix Messung wäre hier sinnvoll, aber leider ist dieses Gerät noch zu wenig im Einsatz.

Wäre es nicht sinnvoll, die Weiterentwicklung des Pustefix so zu unterstützen, dass er zu einem günstigen Preis angeboten werden kann? Dann könnten in jeder Schule, in jedem Restaurant, in öffentlichen Einrichtungen, Krankenhäusern und Seniorenheimen die Superspreader erkannt werden. So wären zumindest die Corona Ausbrüche, die durch «unerklärliche» Ansteckungen aufgrund schlecht funktionierender Masken zustande kommen, deutlich reduziert. Mit dieser Erkennung würde die Wirtschaft deutlich weniger geschwächt, als mit der Schließung ganzer Unternehmenszweige.

Ist man immun, wenn man einmal erkrankt war? Das weiß noch keiner. Schnupfen, auch durch Viren verursacht, bekommt man immer wieder. Masern wohl kaum.

Ein Corona-Patient liegt im Intensivbett
Auch wenn genügend Intensivstationen zur Verfügung stehen, nützen diese nichts, wenn das Fachpersonal fehlt. Photo by Stefan Weller

Es ist sicher richtig, dass zum Glück weniger Tote zu beklagen sind, als von manchen Vorhersagen prophezeit wurden. Dazu gehört aber auch, kommt es zu einer schweren Erkrankung, dass die Versorgung in Krankenhäusern gesichert sein muss. Da nützt die beste technische Versorgung, die Anzahl an Notbetten nichts, wenn nicht genügend Fachpersonal zur Verfügung steht. Auch die Impfung kann, sofern sie verfügbar und ausreichend getestet ist, die Pandemie eindämmen.

Menschen auf dem Berg auf einer roten Illustration
Wenn die Vernunft siegt, können wir hoffentlich bald wieder mit unseren Mitmenschen in Kontakt treten. Bild: Gerd Altmann auf Pixabay

Achtsamkeit und rücksichtsvoller Umgang

Bis es soweit ist, sollten wir unser Verhalten intelligent gestalten. Die Masken können nur einen kleinen Schutz darstellen. Streng genommen machen nur FFP 2 oder -3 Masken einen Sinn, wenn sie dicht sitzen und es sich nicht um einen Vollbartträger handelt. Bewegt man sich in der Öffentlichkeit, hat man leider das Gefühl, dass manche immer noch nicht verstanden haben, dass es sich um ein ansteckendes Virus und eine noch recht unerforschte Krankheit handelt.

Noch kann kaum jemand über Spätfolgen und Einschränkungen nach scheinbarer Erholung Auskunft geben. Und wie ausgeprägt sich die Krankheit bei jedem von uns zeigt, kann keiner vorhersagen. Auch nicht, wem wir das Virus weitergeben, wenn wir überhaupt keine Symptome verspüren, obwohl wir infiziert sind. Keiner weiß, ob er nicht selbst ein Superspreader ist. Oder der Nachbar, der Mensch in der Warteschlange, etc.

Und: Corona hin- oder her, auch eine «normale» Grippe möchte wohl kaum jemand von uns haben, zumal an der «normalen» Grippe in den letzten Jahren auch viele Menschen, besonders in der Risikogruppe, verstorben sind.

Lesen Sie zum Thema auch den Artikel: Hygiene – dringend notwendig oder doch überbewertet.

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