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Trockene Augen sind bei rund 35% aller Menschen der Grund, weswegen Sie bei Augenproblemen einen Augenarzt aufsuchen. Was sind eigentlich trockene Augen und warum werden Augen trocken?

Tränen dienen den Augen zum Schutz indem sie verhindern, dass die Oberfläche austrocknet. Der Tränenfilm lässt die Lider ohne Reiz über Hornhaut und Bindehaut gleiten und spült Fremdkörper aus dem Auge aus. Außerdem stellt er eine ideale Barriere zur Atmosphäre dar, wodurch scharfes Sehen erst möglich wird. Der Tränenfilm enthält Nährstoffe und Sauerstoff und schützt durch Enzyme vor Krankheitserregern.

Normalerweise wird von der Haupttränendrüse sowie von zahlreichen kleinen Drüsen die Tränenflüssigkeit in ausreichender Menge gebildet. Durch den Lidschlag wird die Flüssigkeit verteilt, so dass das Auge gleichmäßig feucht gehalten wird. Der Tränenfilm besteht aus drei Schichten, einer wässrigen, einer schleimigen Schicht und einer Fettschicht, die den Film vor dem Verdunsten schützen soll.

Wenn die Tränenflüssigkeit vermindert oder in ihrer Zusammensetzung verändert ist, so dass die Hornhaut und Bindehaut, nicht mehr artgerecht benetzt werden können, dann spricht man vom sogenannten Trockenen Auge.

Einteilung der Erkrankung für trockene Augen:

Die Erkrankung wird eingeteilt in trockene Augen mit verminderter Tränenproduktion (10% der Fälle) und trockene Augen mit vermehrter Verdunstung des Tränenfilms. In den meisten Fällen liegt eine Mischform vor.

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Trockene Augen sollten frühzeitig von einem Arzt behandelt werden, um schwerwiegende Schädigungen der Hornhaut zu vermeiden. Bild © fotolia

Auslöser des trockenen Auges können verschiedene Erkrankungen sein, jedoch haben auch Umweltfaktoren (exogene Faktoren) einen großen Einfluss auf das Auge. Aus diesem Grund räume ich der Krankengeschichte (Anamnese) einen hohen Stellenwert ein:

Krankengeschichte bei trockenen Augen:

Aktuelle Anamnese

  • Haben Sie Symptome wie ein Fremdkörpergefühl oder ein Trockenheitsgefühl bemerkt?
  • Brennen oder jucken Ihre Augen?
  • Sind Ihre Augen gerötet?
  • Haben Sie Schleimabsonderungen aus dem Auge bemerkt?
  • Haben Sie müde wirkende/geschwollene Augen?
  • Haben Sie gelegentlich Augenschmerzen – z. B. bei Luftzug?
  • Tragen Sie eine Brille? – Sind die Beschwerden im zeitlichen Zusammenhang mit der neuen Brille aufgetreten?
  • Tragen Sie Kontaktlinsen? – Wie lange schon und wie lange täglich? – Welche Pflegemittel benutzen Sie?
  • Sind Ihre Augen lichtempfindlich?

Soziale Anamnese

  • Welchen Beruf üben Sie aus?
  • Sind sie in Ihrem Beruf schädigenden Arbeitsstoffen ausgesetzt?
  • Wird in Ihrer Umgebung geraucht, d. h. Sie sind Passivraucher?
  • Rauchen Sie? Wenn ja, wie viele Zigaretten, Zigarren oder Pfeifen pro Tag?

Umweltanamnese

  • Arbeit am Computerbildschirm (Bildschirmarbeit)
  • Sehen Sie intensiv Fern (TV)?
  • Halten Sie sich in trockener Raumluft (überhitzte Räume, Fußbodenheizung, Klimaanlagen) auf?
  • Wie ist die Beleuchtung an ihrem Arbeitsplatz / in ihrer Wohnung und wie lange halten Sie sich in künstlicher Beleuchtung auf?
  • Arbeiten Sie intensiv an Kopierern und Druckern (Ozon)
  • Wie ist ihre Lüftung im Auto eingestellt

Eigenanamnese inklusive Medikamentenanamnese

  • Vorerkrankungen (Diabetes mellitus, Autoimmunerkrankungen, z. B. rheumatoide Arthritis, Infektionserkrankungen u.a.)
  • Nehmen Sie regelmäßig Augentropfen mit Konservierungsmitteln – wie lange? Wie häufig?

Medikamentenanamnese

  • In diesem Zusammenhang möchte ich nur erwähnen, dass eine ganze Reihe von Medikamenten im Zusammenhang mit der Entstehung eines sog. «trockenen Auges» stehen können.
Bei trockenen Augen kann ein Schirmer-Test gemacht werden
Bei trockenen Augen kann ein Schirmer-Test gemacht werden. Bild © fotolia

Untersuchung bei trockenen Augen

Eine umfassende Untersuchung ist die Grundlage für die Auswahl der weiteren diagnostischen Schritte und der daraus resultierenden Therapie:

Inspektion (Betrachtung) der Haut und Schleimhäute und der Augen:

  • Inspektion der Lider:
    • Lidschlagfrequenz
    • Lidstellung und Lidschluss:
    • Lidfehlstellung? (z. B.  Auswärtskippung / Einwärtskärung des Augenlide)
    • Lidrandentzündung

Die spaltlampenmikroskopische Untersuchung zeigt:

  • Hautrötung und Schädigung der Augenoberfläche mit punktförmigen Epitheldefekten (Keratitis punctata superficialis);
  • Spätstadium bzw. schwerer Verlauf: Bindegewebsverhärtung und Hornhautkomplikationen
  • Tränensee (Tränenmeniskus) am unteren Lidrand reduziert
  • Ggf. zusätzlich Zeichen einer Meibomdrüsendysfunktion (verdickte Lidränder und Teleangiektasien/makroskopisch sichtbare Erweiterungen oberflächlich gelegener kleinster Blutgefäße)

Bei Bedarf sind zusätzlich Laboruntersuchunge (Entzündungszeichen, Rheumadiagnostik, Antikörper etc.) oder andere Tests (Schirmer-Test, BUT etc.) erforderlich, um der Ursache für das trockene Auge auf den Grund zu gehen.

Trockene Augen durch häufige Bildschirmarbeiten
Wer viel vor dem Computerbildschirm sitzt, sollte seinen Augen eine regelmäßige Pause gönnen. Bild © Fotolia

Prävention für trockene Augen

Zur Prävention der Keratokonjunktivitis sicca (Syndrom des trockenen Auges) muss auf eine Reduktion individueller Risikofaktoren (je nach den Angaben in der Krankengeschichte) geachtet werden. Zum Beispiel sollte das Rauchen eingeschränkt und am Bildschirmarbeitsplatz entsprechende Pausen ggf. in Kombination mit Augenübungen durchgeführt werden.

Therapieoptionen

Das Therapieziel ist es, die Linderung der Beschwerden durch Wiederherstellung der normalen Tränensekretion zu erreichen.

Therapieempfehlungen:

Zuerst Feststellung der Ursache der trockenen Augen

Allgemeine Maßnahmen

Linderung der Symptome durch Wiederherstellung der normalen Tränensekretion bzw. Einsatz von Tränenersatzstoffen bzw. Supplementen (diätetische Behandlung mit Supplementen).

Lidrandhygiene und Lidrandpflege (Lidkantenpflege):

  • Morgens und abends heiße Kompressen (mind. 39 °C;) für 10 Minuten auf die geschlossenen Augenlider legen, dadurch verflüssigt sich das ölige Sekret in den verstopften Meibomschen Drüsen und Verkrustungen lösen sich.
  • Massage der Augenlider (Lidmassage). Dazu wird bei geschlossenem Auge das Ober- und Unterlid mit einem Wattestäbchen oder einer Kompresse, jeweils in Richtung der Wimpern, massiert; dadurch wird das ölige Sekret aus den Drüsen gedrückt.
  • Reinigung der Lidränder mit lauwarmem Wasser mit feuchten Tüchlein oder Wattestäbchen und einem milden Reinigungsmittel (z. B. verdünntes Baby-Shampoo). Entfernen Sie dabei alle Verkrustungen im Bereich der Augenlider, insbesondere auch zwischen den Wimpern.

Vermeiden von Passivrauchen!
Stressreduktion!
Augenübungen!

Dr. Elke Gand

Ggf. Wechsel von Medikamenten, die ursächlich trockene Augen auslösen können (nur nach ärztlicher Anweisung!)

Vermeidung von folgenden Umweltbelastungen:

  • intensives Fernsehen
  • Tragen von Kontaktlinsen
  • Autogebläse
  • Ozon, z. B. aus Kopierern und Druckern
  • trockene Raumluft wg. überhitzter Räume, Fußbodenheizung, Klimaanlagen
  • Unzureichende oder falsche Beleuchtung
  • Umweltbelastungen (z. B. Staub)

Konventionelle nicht-operative Therapieverfahren für trockene Augen

  • Augentropfen
  • liposomales Augenspray
  • Augengel
  • Augensalben
  • Augenbäder

Ernährungsmedizin

Typgerechte Ernährung
Eine typgerechte Ernährung kann bei trockenen Augen helfen. Photo by myPfadFinder
  • Typgerechte Ernährungsberatung auf der Grundlage einer Ernährungsanalyse
  • Ernährungsempfehlungen gemäß einem Mischköstler unter Berücksichtigung der vorliegenden Erkrankung. Das bedeutet u. a.:
    • ein- bis zweimal pro Woche frischen Seefisch, d. h. fette Meeresfische (Omega-3-Fettsäuren) wie Lachs, Hering, Makrele
    • ballaststoffreiche Ernährung (Vollkornprodukte, Gemüse)

Beachtung folgender spezieller ernährungsmedizinischer Empfehlungen:

Ernährung dauerhaft reich an:

  • Vitaminen (Vitamin A, C, E, D, B2, B6, B12, Folsäure, Biotin)
  • Spurenelementen (Zink)
  • Omega-3-Fettsäuren (Meeresfische) und Omega-6-Fettsäure (Gamma-Linolensäure, GLA)

Einnahme eines geeigneten Nahrungsergänzungsmittels bzw. diätetischen Lebensmittels

Physikalische Therapie

  • Luftraumbefeuchtung

Operative Verfahren:

Falls eine Therapie mit Tränenersatzmittel nicht ausreichend, kann eine Verödung der Tränenpünktchen hilfreich sein. Die Tränenpünktchen leiten die Tränenflüssigkeit zu den ableitenden Tränenwegen. Sind sie verödet, fließt die Tränenflüssigkeit langsamer ab, was zu einer Linderung der Beschwerden führt. Ein temporärer Verschluss der Tränenpünktchen durch kleine Kollagen- oder Silikonstöpsel (engl. punctun plugs) kann ebenso helfen. Dieses ist wirksam bei schwerem hypovolämischem trockenem Auge.

Organisationen und Selbsthilfegruppen:

Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BzgA)
Postfach 91 01 52, D-51071 Köln
Telefon: 0221-89920
Fax: 0221-8992300
E-Mail: poststelle@bzga.de, Internet: www.bzga.de

Weitere Informationen über trockene Augen erhalten Sie auch über die GesundheitsStrategen

Trockene Augen – was hilft dagegen und was kann ich tun?
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4 KOMMENTARE

  1. Auch vor diesem Bericht kann man nur den Hut ziehen 😉 sehr informativ und sehr gut erklärt. Es ist eben ein Forum für Experten.

    M.Hein

  2. Ich stimme Hr. Hein zu. Und bin froh über jeden Bericht der die naturheilkundliche Augenbehandlung mit Akupunktur ins Bewusstsein der Menschen bringt.
    Deshalb von mir der unterstützende Hinweis, dass die Augenakupunktur auch bei altersbedingter Makuladegeneration eine bedeutende Hilfe sein kann.
    Gruß
    Klaus Schleusener, Karlsruhe

  3. Ist mir alles zu sehr aus der ärztlichen Sicht geschrieben. Trockene Augen sind Protest, weil man sich den ganzen Unsinn in der Welt nicht mehr anschauen kann und will. Passiver Protest. Alles ist in einen See aus Entfremdung getaucht, der aber so trocken ist, dass man ständig Durst hat, auch die Augen, die verdursten, weil ihnen der Sinn fehlt. Durst und Hunger, Gattungshunger, Hunger nach der Gattung Mensch, nach dem Gemeinsamen, dem Zusammensein. Lösung: Vielheitseinheit auf der Basis von Krankheit, so lautet der Fachbegriff.

    Ein Tipp zum Thema Augenübungen, wenn man alsbald der Welt in die Augen schauen will, sich aktiv wehren will, aktiver Protest: Palmieren ist bei Patienten gut erprobt, ausnahmsweise mal etwas Gutes, was von einem Arzt entwickelt wurde: William Bates (1860-1931). Kann man im Internet recherchieren.

    Weitere Erfahrungen zu Augenkrankheiten, ganz ohne Arzt gelöst, findet man hier:
    http://www.spkpfh.de/Diapathik_einer_Glaubensfreiheit.htm

    Gerne auch mal bei uns auf dem Blog nachschauen:
    https://gattungsvorschein.wordpress.com

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