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Es war einmal vor vielen, vielen Jahren, als es noch Elfen, Feen und Mythen gab. Als man bei Vollmond im Winter, wo die Nächte besonders lang waren, aus den schneeverhangenen Bäumen Geister ihre Grimassen schneiden sah. In nicht zu großer Entfernung das Wolfsgeheul das wahrhafte Schauern über den Rücken laufen ließ. Das war auch die Zeit, als sogenannte «Gelehrte» die Patienten hauptsächlich auf zwei Arten zu kurieren versuchten: Mit Quecksilber und Aderlass. War der Patient robust genug, konnte er überleben – manchmal.

Die einfachen Menschen konnten sich einen solchen «Gelehrten» nicht leisten. Diese schickten ihre Kranken zum Kräuterweiblein, draußen vor den Toren der Stadt. Bei ihnen wurde so geheilt, wie wir es heute als Naturmedizin bezeichnen würden. Diese Frauen verstanden ihr Handwerk, waren mit allen heimischen Gewächsen vertraut und wussten diese so anzuwenden, dass sie tatsächlich zu großen Erfolgen führten.

Westliche Welt weit weg von der Natur

Doch das düstere Mittelalter mit Hexenverbrennungen und dem Verdacht, sie stünden mit dem Teufel im Bunde, löschte schließlich dieses Wissen fast aus. Es gab Ausnahmen, wie die Aufzeichnungen von Hildegard von Bingen, die hinter dicken Klostermauern überlebten. Heute würde sie sich strafbar machen, wenn sie wie damals, Heilversprechen äußern würde und ihre Kräuter nicht zertifiziert wären.

Kräutern im Garten
Kostbarkeiten aus dem Garten der Natur. © Naturzentrum-Freital.de

So ist die gesamte westliche Welt weit weg von der Natur und glaubt vorwiegend an chemische Mixturen, die in Tablettenform bequem zu nehmen, lange haltbar sind und keine Zubereitung, in welcher Form auch immer, von dem Patienten erwarten. Doch langsam besinnen sich die Menschen, dass es sicher besser ist, die Gesundheit zu erhalten, als Krankheiten heilen zu müssen. Wem das gelingt, der wird nicht den Rest des Lebens als Einkommensquelle der Pharmahersteller tätig sein.

Mit Kräutern – wie funktioniert das?

Hinter den Bergen, dort, wo die Pflanzen ohne Chemie auskommen, da wachsen sie noch, diese Kräutlein, diese Blüten, diese Wurzeln. Doch wer kennt sie, die Kostbarkeiten aus dem Garten der Natur? Gibt es sie noch, die Kräuterwissenden, die man einst nahezu ausgerottet hatte? Ja, wir sind fündig geworden: Mitten im Osten von Deutschland lebt sie, die Frau, die sie kennt: Katrin Seemann. Und das Tollste: Sie gibt ihr Wissen weiter!

Kräuter auf der Wiese
Im Garten von Katrin Seemann gibt es viel zu entdecken. ©Naturzentrum-Freital.de
Wo finde ich die Kräuter?

Auch hier wundert man sich. Geht man ein paar Schritte aus Katrins Haustür in den Garten, dann weiß sie zu erzählen. Mit jedem Schritt lässt sie uns ein neues Kräutlein kennenlernen, dürfen wir Bekanntschaft machen mit Pflanzen, die sich ja so ähnlich sehen, wie die anderen, die wir erst vor 2 Minuten begrüßt haben, die jedoch ganz andere Eigenschaften haben, die in der falschen Dosis gar giftig sein können.

Fernab von Autos und Fabriken

Im Garten von Katrin Seemann, der eine Oase der Kräutlein und Nutzpflanzen ist, sind wir überwältigt von der Vielfalt der Pflanzen, die einen wahren Gesundbrunnen in sich zu vereinen mögen.

Doch dann führt uns Katrin in ein nahes Gebiet, fern von Autos, Fabriken und noch weiter in den Wald, also über die Hundegassizone hinaus, um Pflanzen zu entdecken, die man vor dem Kurs bei Frau Seemann überhaupt nicht wahrgenommen hat. Man ist tatsächlich erstaunt, wie es die Natur immer wieder schafft auch das seltene Leben zu erhalten. Und wenn es der Mensch nicht schafft auch noch den letzten Boden chemisch zu durchdringen, dann werden ihm auch diese Geschenke erhalten bleiben.

Kräuter Wanderung mit Katrin Seemann
Eine Kräuterwanderung mit Katrin Seemann ist ein besonderes Erlebnis. © Naturzentrum-Freital.de

In Tagestouren schreitet sie von einer Pflanze zum nächsten Busch, zum Wiesenrand mit all seinen natürlichen Kräutern, von denen sie ja nicht sagen darf, was sie wirklich können, aber dass sie hie und da wohltuend sind, wie im Tee, der ja auch munden darf, das darf sie schon sagen.

Doch was macht man mit diesen Kräutern?

Katrin Seemann hat auch darüber nachgedacht und gibt ihr Wissen weiter. Sie führt im Zentrum der Gesundheit in Freital Kurse durch und beschreibt, wie man die köstlichen Kräuter in die Küche entführt, um dann wohlschmeckenden Genuss zu erleben.

Kräuterkunde im Naturzentrum Freital
Katrin Seemann beantwortet auch Fragen der Genießer von Wildkräutern.  @Naturzentrum-Freital.de

Es werden die Besonderheiten der Kräuter zu verschiedenen Jahreszeiten erläutert und alle Besonderheiten beschrieben – ein persönlicher Service von Frau Seemann, die in erster Linie das Wissen um die Tees, Kräuter und Wildkräuter verbreiten möchte. Als wir sie besuchten, wurden wir in besonders herzlicher Gastlichkeit in ihrem Garten bewirtet und durften die dort lebenden Pflanzen in erster Lesung kennenlernen. Eine erstaunliche Erkenntnis: Frau Seemann ist ursprünglich, herzlich und bodenständig. Keine Allüren begleiten sie. Allein die Kunst der Pflanzen ist ihre Passion.

Zubereitung von Kräuter-Mixturen und Liköre
Die Zubereitung von Kräuter-Mixturen und Liköre gehört ebenso zum Kursangebot. © Naturzentrum-Freital.de
Ein ganz besonderer Drink

Zum Abschluss bekommen wir noch einen ganz besonderen Drink gereicht. Er ist, entsprechend der Jahreszeit, aus Schafgarbe, Löwenzahn und Gundermann zubereitet und wir hätten im Traum nicht gedacht, dass diese Kräuter eine solche Köstlichkeit bieten. Hildegard von Bingen würde schreiben: Er stärkt Ihre Abwehrkräfte. Man muss eben nur das uralte Kräuterwissen wieder aufleben lassen.

Wer auf den Geschmack gekommen ist, kann sich im Gesundheitszentrum informieren. Hier werden Kurse angeboten, die auch Menschen wie Dich und mich soweit schulen, dass auch wir in der Lage sind, die Naturköstlichkeiten zuzubereiten.

Weitere Infos und Rezepte erhalten Sie über www.naturzentrum-freital.de

Von Kräutern und Hexen – zu Besuch bei Katrin Seemann
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