Winterdepression – keine Lust auf Nichts?

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Wenn die Tage kürzer werden, das Wetter hässlich und grau und die Sonne seltener scheint, verfallen manche Menschen in eine sogenannte Winterdepression. Sie wirken antriebslos, sind niedergeschlagen, lassen sich schwer begeistern, haben ein erhöhtes Schlafbedürfnis und oft Heißhunger auf Süßes. Wissenschaftler streiten auch heute noch darüber, ob dies nicht eine sinnvolle körperliche Reaktion auf die kalte Jahreszeit unserer Vorfahren war.

Nahrung war damals schwerer zu beschaffen, also drehte man die Aktivitäten zurück, schlief mehr als in der übrigen Zeit und versuchte sich Reserven anzufuttern, ähnlich den Tieren, die in Winterschlaf verfallen. Nur in der heutigen Gesellschaft bringt es so seine Probleme mit sich, wenn wir nicht immer voll leistungsfähig  und gut drauf sind, schnell wird man als faul abgestempelt.

Die Winterdepression ist eine saisonale Depression, die in den Herbstmonaten beginnt und im Frühjahr wieder verschwindet. Nicht jede Depression, die im Winter auftritt, ist eine Winterdepression. Nur etwa jede zehnte Depression im Winter ist eine solche. Dies gilt es immer durch einen Arzt oder Therapeuten abzuklären. Eine milde Form der Winterdepression ist der sogenannte Winterblues. Betroffene schleppen sich meist antriebslos und missgelaunt durch die dunkle Jahreszeit, richtig depressiv sind sie aber nicht.

Symptome der Winterdepression

Die Symptome einer Winterdepression machen sich oft anders bemerkbar als bei einer klassischen Depression. Die Menschen sind oft sehr müde und finden morgens schwer aus dem Bett. Typisch ist auch ein gesteigerter Appetit, besonders auf Kohlenhydrate und da vor allem auf Süßes. Betroffene legen in den Wintermonaten dann auch regelmäßig an Gewicht zu. Dies ist im Winter nicht über die Maßen außergewöhnlich, deshalb ist eine Behandlung auch erst dann notwendig, wenn diese Symptome zur Belastung werden.

Keine Energie bei Winterdepression

Weitere Symptome können Energielosigkeit, Allgemeine Lustlosigkeit, Unausgeglichenheit, gedrückte Stimmung und Gereiztheit und die Vernachlässigung sozialer Kontakte bis hin zu eigenen Vernachlässigung sein.

Die Ursachen

Neben genetischen und hormonellen Aspekten, vermuten Experten die Ursache der Winterdepression in veränderten Lichtverhältnissen im Winter. Wenn es dunkel wird, fällt weniger Licht ins Auge und das Hormon Melatonin wird ausgeschüttet, der Mensch wird müde. Da es im Winter auch tagsüber dunkler ist, wird mehr davon ausgeschüttet. Bei Menschen mit Winterdepression ist der Informationsfluss von den Sehzellen im Auge zum Gehirn gestört.

Ursachen der Winterdepression

Man hat herausgefunden, dass deren Sehzellen weniger lichtempfindlich sind und damit noch mehr Melatonin als sowieso im Winter schon üblich ist, gebildet wird. Das Schlafhormon dämpft den Antrieb und macht müde. Auch Serotonin, das sogenannte Glückshormon, ist hier mit beteiligt. Für eine erhöhte Produktion von Melatonin wandelt der Körper Serotonin um, das heißt, der Serotoninspiegel sinkt. Da Serotonin eigentlich die Stimmung heben soll, passiert hier das ganze Gegenteil.

Und nicht zu vergessen, kann Stress, egal aus welcher Richtung er kommt, die Situation verschlechtern und tiefer in die Depression bringen.

Behandlung der Winterdepression

Selbstverständlich sollen Sie hier nicht einfach selbst drauf los behandeln, wir wollen Ihnen nur verschiedene Ansätze zeigen:

Die Lichttherapie

Winterdepression Lichttherapie

Dies ist gleichzeitig die wichtigste Therapieform bei Winterdepression. Hier versucht man den Tag mit künstlichem Licht zu verlängern, früh und abends sitzt der Patient eine Stunde lang vor einem Lichtgerät mit etwa 2.500 Lux oder bei  höherer Leistung entsprechend kürzer, z.B. eine halbe Stunde bei 10.000 Lux (ein heller Sonnentag strahlt mit etwa 100.000Lux)

Medikamente

Bei schweren Formen der Winterdepression können auch Medikamente nötig werden, vor allem Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI).

Psychotherapeutische Begleitung

Zusätzlich kann eine kognitive Verhaltenstherapie Besserung bewirken.

Was Sie selbst tun können

Bewegung

Gerade wenn es draußen schneller dunkel wird und das Wetter oft trübe ist, ist es wichtig, soviel natürliches Tageslicht wie es geht, abzubekommen. Also viel Bewegung im Freien ist angesagt.

Schneeschuhlaufen gegen Winterdepressionen

Es gibt kein schlechtes Wetter, sondern nur unpassende Kleidung! Ob Joggen oder Spazierengehen, ein bedeckter Himmel ist allemal heller als künstliches Licht. Besonders in den Morgenstunden kann man so seinen Kreislauf und die Stimmung anheben.

Lebenseinstellung

Arbeiten Sie an Ihrer Lebenseinstellung. Kein Mensch ist perfekt und auch Sie dürfen Fehler machen. Akzeptieren Sie Ihre eigenen Grenzen und die der Anderen. Versuchen Sie, einen festen Rhythmus und Struktur in Ihr Leben zu bringen.

Eine gute Lebenseinstellung hilft bei Winterdepression

Pflegen Sie Ihre Partnerschaft und Ihre Freundschaften, diese Menschen werden Ihnen auch in schwierigen Situationen zur Seite stehen. Und versuchen sie nicht Dinge zu ändern, auf die Sie keinen Einfluss haben.

Essen und Trinken

Bitte essen Sie auch in Stresssituationen regelmäßig, ausgewogen und gesund. Falls Sie Defizite im Mikronährstoffbedarf haben, ergänzen Sie diese sinnvoll mit einem hochwertigen, komplexen und vor allem bioverfügbaren Präparat. Einzelmineralien und künstliche Vitamine helfen Ihnen hier nicht weiter. Trinken Sie ausreichend Wasser, verzichten Sie auf Alkohol und rauchen Sie wenig oder besser gar nicht.

Entspannung

Es ist wichtig, genügend zu schlafen, sorgen Sie auch für ein angenehmes Schlafklima.

Aktivitäten helfen gegen Winterdepression

Unternehmen Sie regelmäßig etwas, was Ihnen Freude bereitet, am besten in freier Natur und mit Freunden oder Familie. Aber planen Sie auch Freiräume und Zeit für sich selbst ein.

Fazit

Eine Winterdepression kann jeden von uns treffen. Es hat nichts mit Schwäche oder mangelnder Willenskraft zu tun. Wenn Sie Symptome bei sich oder anderen feststellen, reden Sie darüber und suchen Sie sich Hilfe. Winterdepression ist gut therapierbar, die Symptome klingen im Frühjahr ab und können im Sommer wieder verschwunden sein.

Um einer Winterdepression oder dem Winterblues vorzubeugen, behalten Sie Ihre Lebenseinstellung im Auge, bewegen Sie sich regelmäßig draußen, achten Sie auf Ihre Ernährung und sorgen Sie für entspannte Momente.

Kommen Sie gut durch den Winter, er hat auch seine wunderbaren Seiten und der nächste Frühling kommt bestimmt!

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