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Am dritten Tag nach dem Lockdown schrieb mir eine Bekannte: «Ich fühle mich furchtbar, einfach nur zu Hause sitzen und nichts tun ist nicht mein Ding. Mir fällt jetzt schon die Decke auf den Kopf!» Von heute auf morgen sind bei vielen von uns plötzlich gewohnte Strukturen weggebrochen. Das ist für uns alle eine große Herausforderung und wir müssen erst lernen, mit dem gewonnenen «Mehr-an-Zeit» umzugehen und neue Gewohnheiten zu bilden. 

Angewohnheiten, auf die wir ungern verzichten

Wir alle haben liebgewonnene Gewohnheiten, die uns in der jetzigen Situation – Zuhause in unseren vier Wänden – fehlen. Was können wir nun tun, um nicht einen «Wohnungs-Koller» zu bekommen? Wie nutzen wir dieses «Mehr-an-Zeit» und wie helfen uns neue Gewohnheiten, unseren Tag positiv zu strukturieren?

Um unser Überleben in grauer Vorzeit zu sichern, hat die Evolution in unserem Gehirn einen Mechanismus eingebaut, routinemäßige Handlungen zu automatisieren. Dadurch sparte unser Gehirn viel Energie, die für überlebenswichtige Handlungen – wie zum Beispiel die Flucht vom Säbelzahntiger – bereitstanden. Dieser Mechanismus ist bis heute erhalten: Der Sozialpsychologe Bas Verplanken schätzt, dass in unserem täglichen Leben Gewohnheiten zwischen 30 und 50 Prozent unserer Handlungen ausmachen.

Gewohnte Strukturen geben uns Sicherheit

Zugleich geben uns gewohnte Strukturen im täglichen Leben Sicherheit: Wenn wir eine bestimmte Handlung immer auf eine bestimmte Weise ausführen, haben wir über diesen Bereich die Kontrolle. Vielleicht ist dies mit ein Grund, wieso viele Menschen sich in der momentanen Situation verunsichert fühlen: Schließlich mussten wir aufgrund der Corona-Krise gewohnte Verhaltensregeln – denken Sie zum Beispiel nur an den Wegfall der herkömmlichen Begrüßung – aufgeben und neue dazu lernen. 

Team-Mitglieder begrüssen eine neue Kollegin mit einem Handschlag, was in unseren gewohnten Strukturen fest verankert ist
Händeschütteln gehört als fester Bestandteil zu unseren gewohnten Strukturen und Angewohnheiten. Quelle: pixabay

Dazu kommt, dass Strukturen wegbrachen: Familien leben plötzlich 24 Stunden und 7 Tage die Woche auf engem Raum zusammen, während Alleinstehende oder Paare in ihren vier Wänden auf sich allein gestellt sind. Gerade in einer Zeit, die das Selbstverständnis unseres Seins durchschüttelt, lohnt es sich gezielt neue Gewohnheiten zu etablieren und sich neue Tagesstrukturen zu schaffen.

Gewohnte Strukturen helfen uns schwierige Zeiten zu überbrücken

Gewohnte Strukturen zu ändern ist nicht immer einfach. Doch gerade die veränderten Umstände sind eine große Chance, neue Gewohnheiten zu bilden und unseren Tag positiv zu strukturieren. Sie geben uns in einer Zeit, die uns verunsichert, Halt und das Gefühl, unser Leben unter Kontrolle zu haben.

Möchten Sie mehr darüber erfahren, wie Sie neue Strukturen in Ihr tägliches Leben einbauen können? In einem Vortrag gehe ich näher darauf ein. Die Aufzeichnung des Vortrags finden Sie unter PNI Aktuell. Unter nachfolgendem Link finden Sie weitere Informationen auch für andere Themen.

Sollten Sie generell Abwechslung gebrauchen können oder um weitere Anregungen froh sein, finden Sie bei uns wöchentlich kostenlose Online-Vorträge, Interviews und Präsentationen zu vielfältigen Themen, die Ihnen, ob Privatperson oder Unternehmen, in der derzeitigen Situation nützliche Informationen bieten. Wir leben in einer herausfordernden Zeit. Uns ist es wichtig, Ihnen über diese anders geartete «Nachbarschaftshilfe» Unterstützung zu bieten.

Passen Sie gut auf sich auf und bleiben Sie gesund,

Ihre Susan Rothenberger

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