Das The­ma Ge­sund­heit be­trifft je­den, denn nie­mand ist gern krank. Das Schlüs­sel­wort in die­sem Sys­tem, da sind sich die Ge­sund­heits­ex­per­ten ­ei­nig, lau­tet Prä­ven­ti­on. Und weil Prä­ven­ti­on deut­lich güns­ti­ger und zu­dem schmerz­frei­er ist als hei­len, las­sen sich die Ge­sund­heits­sys­te­me stän­dig neue Stra­te­gi­en ein­fal­len, um den Men­schen Prä­ven­ti­on schmack­haft zu ma­chen. Doch auch Prä­ven­ti­on selbst hat ein Ge­sund­heits­pro­blem: Sie hinkt, und die­ses Lei­den ist be­reits chro­nisch. Der Grund: 

Prävention ist freiwillig

Ha­ben Sie sich heu­te Mor­gen ei­gent­lich die Zäh­ne ge­putzt? Ja, na­tür­lich, denn es geht für uns alle ja um weit­aus mehr als nur um fri­schen Atem: Wer sich re­gel­mä­ßig die Zäh­ne putzt, zwei­mal jähr­lich zur zahnärzt­lichen Kon­trol­le geht und dort so­gar Leis­tun­gen wie die pro­fes­sio­nel­le Zahn­rei­ni­gung in An­spruch nimmt, hat nicht nur An­spruch auf die ge­setzliche Re­gel­ver­sor­gung, son­dern zu­sätz­lich auch auf at­trak­ti­ve Bo­nusleistungen der Kran­ken­kas­sen, soll­te ei­nes Ta­ges doch ein­mal teu­rer Zahn­ersatz not­wen­dig wer­den. Be­son­ders im Be­reich Zahn­me­di­zin nutzt man für vor­beu­gen­de Maß­nah­men gern das Wort «Pro­phy­la­xe».

Kinder putzen sich die Zähne

Ha­ben Sie sich schon ein­mal ge­fragt, war­um die­ses von al­len als fair emp­fun­de­ne Zah­lungs­mo­dell nur für Zäh­ne gilt? Was ist ei­gent­lich mit den üb­ri­gen 99 % un­se­res Kör­pers? Nun, die dür­fen wir mit dem Se­gen des Ge­sund­heits­sys­tems im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes ver­wahr­lo­sen las­sen: Mit le­ga­len Dro­gen wie Zu­cker, Fett, Al­ko­hol und Ni­ko­tin, ja so­gar mit il­le­ga­len wie Crys­tal Meth und He­ro­in dür­fen wir un­se­ren Kör­per an die Grenz­li­nie zwi­schen Le­ben und Tod trei­ben. Wir dür­fen ihn tä­to­wie­ren, pier­cen und so­gar peit­schen, und das nicht nur mit Ex­trem­sport­ar­ten. War­um wer­den wir für man­geln­de oder feh­len­de Pro­phy­la­xe in al­len an­de­ren Be­rei­chen nicht an­tei­lig zur Kas­se gebe­ten, wenn teu­re Ope­ra­tio­nen oder gar le­bens­lan­ge Be­hand­lun­gen fäl­lig wer­den? War­um wird für alle an­de­ren Bau­stel­len des Kör­pers und der Psy­che nicht ein Min­dest­maß an Ei­gen­in­itia­ti­ve ge­for­dert? Oder an­ ders­rum ge­fragt: Wie viel Prä­ven­ti­on darf man ei­nem mün­di­gen Men­schen zu­mu­ten und au ürden?

Es sollte ein Grundgesetz des Wissens sein

Ge­sund­heit ist das höchs­te Gut. Lei­der er­ken­nen die meis­ten das erst, wenn sie sie nicht mehr ha­ben. Und je jün­ger man ist, des­to we­ni­ger ist man be­reit, das The­ma in sei­nen kraft­strot­zen­den Le­bens­plan zu im­ple­men­tie­ren: Nur Senio­ren le­sen die Apotheken­Umschau. Ge­sund­heit ist aus der Sicht jun­ger Men­schen et­was, mit dem man sich frü­hes­tens in ei­nem Al­ter beschäf­tigen muss, in dem sta­tis­tisch ge­se­hen Ge­fah­ren wie Brust­ bzw. Pro­statakrebs nicht nur die Ge­sund­heit, son­dern gleich das gan­ze Le­ben bedrohen.

Die meis­ten Ge­fah­ren für die Ge­sund­heit sind al­ler­dings we­ni­ger dra­matisch. Sie ha­ben schlei­chen­den Cha­rak­ter, aber gro­ße Aus­wir­kun­gen auf un­se­re Le­bens­qua­li­tät: Stress zum Bei­spiel, und ganz be­son­ders die mo­der­ne Form, der di­gi­ta­le Stress; psy­chi­sche Er­kran­kun­gen, die ent­ste­hen, wenn wir uns dem Tem­po der Ver­än­de­run­gen nicht mehr ge­wach­sen füh­len; und na­tür­lich nicht zu­letzt all die Ängs­te, de­nen wir uns in tur­bu­len­ten Zei­ten im Pri­vat­le­ben und im Be­ruf stel­len müssen.

Unser Problem

Herzenssache Mensch von Ralf Wuzel
Mein Buch «Her­zens­sa­che Mensch – Prä­ven­ti­on braucht Stra­te­gie» ist ab so­fort im Buch­han­del, BoD oder Ama­zon erhältlich.

Der Blick für das lang­fris­ti­ge Wohl­be­fin­den, geschwei­ge denn für Prä­ven­ti­on, ist un­ter­ent­wi­ckelt. Und er wird auch nicht von au­ßen ge­för­dert, denn we­der in Schu­len noch in Un­ter­neh­men wer­den auch nur an­satz­wei­se Kon­zep­te oder Stra­te­gi­en ge­bo­ten, die Schal­ter in Köp­fen um­le­gen können.

Zah­len und Fak­ten gau­keln uns al­ler­dings das ge­naue Ge­gen­teil vor: Dem­nach sind über 10 Mil­lio­nen Deut­sche in Fit­ness­stu­di­os re­gis­triert – Ten­denz seit Jah­ren stei­gend –, und die Ver­kaufs­zah­len für schi­cke Fitness­Tracker am Hand­ge­lenk und Gesundheits­Apps schie­ßen in nie für mög­lich ge­hal­te­ne Hö­hen. Die Zahl der Ve­ge­ta­ri­er und Ve­ga­ner steigt wei­ter­hin, und seit un­zäh­li­ge Koch­shows die Sen­de­plät­ze al­ler Fern­seh­ka­nä­le pflas­tern, freu­en sich die Buch­händ­ler über explodie­rende Um­sät­ze in den Be­rei­chen Koch­bü­cher und Diätratgeber.

Doch das sind lei­der al­les Stroh­feu­er, die ge­nau­so schnell ver­puf­fen wie die im­mer wie­der gu­ten Vor­sät­ze zum Jah­res­wech­sel. Ein Blick in die Aus­ga­ben­lis­te des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­te­ri­ums sagt al­les (seit 1992 stei­gen die Auf­wen­dun­gen kon­ti­nu­ier­lich an), und ein Blick in die Fuß­gän­ger­zo­ne an ei­nem ge­wöhn­li­chen Sams­tag­nach­mit­tag be­weist, wie sehr Fast­food, Soft­drinks und Be­we­gungs­man­gel der Be­völ­ke­rung im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes zusetzen.

Im Bereich Gesundheit geschieht viel – leider nicht viel Effektives

Die ge­setz­li­chen Kran­ken­kas­sen er­hö­hen je­des Jahr die Aus­ga­ben für Vor­sor­ge und kämp­fen mit im­mer wie­der neu­en Pro­gram­men ge­gen Wind­müh­len­flü­gel, wäh­rend die meis­ten an­de­ren Trä­ger nur ein­fi­xes Jah­res­bud­get zur Ver­fü­gung stel­len, das seit vie­len Jah­ren auf demsel­ben Le­vel liegt. Wenn wir al­lein den An­teil der Un­ter­neh­men an den Ge­samt­aus­ga­ben für Ge­sund­heit 2016 be­trach­ten, der bei überschau­baren 4,3 % lag, wis­sen wir, wo die He­bel an­zu­set­zen sind.

Eine interessante Frage in diesem Zusammenhang lautet:

Wie vie­le Krank­hei­ten sind heu­te leich­ter ver­meid­bar als heil­bar? Die Gesund­heitsStrategen ha­ben sich zum Ziel ge­setzt, das Pro­blem an der Wur­zel zu pa­cken: Wenn wir in Sa­chen Prä­ven­ti­on schon nicht auf di­rek­tem Weg in die Köp­fe der Men­schen ge­lan­gen, ge­hen wir eben den Um­weg über die Un­ter­neh­men. Wir set­zen dort mit un­se­ren stra­te­gi­schen An­ge­bo­ten al­ler­dings nicht auf den Be­fehl von oben oder auf das Gieß­kannenprinzip, son­dern auf den Her­den­trieb und den ge­sun­den Men­schenverstand der Mit­ar­bei­ter, der nicht im­mer den Ge­set­zen der Lo­gik folgt. Mit­hil­fe ziel­ge­rich­te­ter Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­su­chen wir, je­den Ein­zel­nen mit un­se­ren Lö­sungs­kom­pe­ten­zen von der Not­wen­dig­keit zu über­zeu­gen, der Ge­sund­heit den nö­ti­gen Stel­len­wert einzuräumen.

Prävention braucht Strategie: Ralf Wuzel an einem Unternehmer-Summit
Ralf Wu­zel an der Un­ter­neh­mer-Ver­an­stal­tung «Staff-Sum­mit», die re­gel­mäs­sig in Deutsch­land, Ös­ter­reich und Schweiz statt­fin­det. Pho­to by @uschleg

Hel­fen Sie uns, Ihre Mit­ar­bei­ter für das The­ma Ge­sund­heit zu sensibi­lisieren. Si­chern Sie sich mit ge­sun­den Mit­ar­bei­tern ein ge­sun­des und da­mit schlag­kräf­ti­ges Un­ter­neh­men – und erst so die Vor­aus­set­zung für lang­fris­ti­gen Erfolg.

Ihr Ralf Wuzel
Grün­der «Die­Ge­sund­heits­Stra­te­gen»

Her­zens­sa­che Mensch – Prä­ven­ti­on braucht Strategie
5 (100%) 6 vo­tes

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein
Bitte Name eingeben

acht − eins =