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Geschäftsreisende wissen die zunehmende Verfügbarkeit von WLAN an Bord von Flugzeugen zu schätzen. Über die mit der Nutzung dieser ungeschützten Netzwerke verbundenen Sicherheitsrisiken wird jedoch kaum nachgedacht. Ohne die richtigen Vorsichtsmaßnahmen können Hacker auf vertrauliche Kunden- und Unternehmensdaten und persönliche Informationen zugreifen. Wer WLAN an Bord nutzen will, sollte einige Sicherheitsvorkehrungen treffen.

In den letzten Jahren hat die Anzahl der Fluggesellschaften, die WLAN an Bord anbieten, deutlich zugenommen. Weltweit wird auf etwa 43 % der verfügbaren Sitzplatzkilometer WLAN angeboten. Fast alle Fluggesellschaften bieten WLAN jetzt zumindest für einige ihrer Flugzeuge an, hauptsächlich auf Interkontinentalflügen. Geschäftsreisende wissen diese Innovation zu schätzen und lassen oft alle Vorsicht außer Acht, um während des Fluges ein wenig zu arbeiten.

Einfach erklärt: Am Rumpf des Flugzeugs befindet sich ein Sender, welcher Daten mit dem nächstgelegenen Satelliten austauscht. Dieser wiederum überträgt die Signale an eine Bodenstation, von wo aus diese ganz normal weitergeleitet werden. Als Passagier verbindet man sich während des Fluges mit einem Access Point, also wie mit dem Router zu Hause.

Die WLAN-Verfügbarkeit hängt von der verwendeten Technik ab. Bei den meisten Airlines wird es erst ab einer bestimmten Höhe freigeschaltet, einige erlauben jedoch auch während Start und Landung das Surfen. Voraussetzung ist, dass die Funkwellen die Bordtechnik nicht beeinträchtigen.

Nutzer von offenen WLAN-Netzwerken sind sich Risiken nicht bewusst

Youtube-Nutzung an Bord eines Flugzeuges über WLAN
Youtube-Nutzung an Bord eines Flugzeuges über WLAN. Photo by Javier Cañada on Unsplash

Reisende sind sich oft der großen Risiken nicht bewusst, die ein offenes WLAN-Netzwerk für ihren Arbeitgeber darstellt. Sie riskieren es, ihre Mobilgeräte mit Viren und Malware zu infizieren, die sich dann im Unternehmensnetzwerk weiter verbreiten und andere Nutzer infizieren. Das Unternehmen riskiert zudem den Verlust persönlicher und vertraulicher Informationen. Und nach dem ersten Hackerangriff können weitere Angriffe auf Systeme und Daten folgen. Das kann zu Sabotage und Reputationsverlust führen.

Es gibt einige einfache Vorkehrungen, die jeder Geschäftsreisende treffen sollte, um seine Mobilgeräte und damit das Firmennetzwerk zu schützen. Reisende müssen sich bewusst sein, welche Auswirkungen ihre Handlungen haben können und wie wichtig der Schutz vertraulicher und sensibler Informationen ist.

Treffen Sie Schutzvorkehrungen

  • Installieren Sie ein Anti-Virus-Programm und eine Firewall.
  • Wenn Sie Ihr Gerät mit einem Netzwerk verbinden, sollten Sie sich vergewissern, dass Sie nur über eine vertrauenswürdige, sichere VPN-Verbindung wie Ihr Firmen-VPN auf dieses Netzwerk zugreifen. VPN steht für virtuelles privates Netzwerk. So werden alle Ihre Daten verschlüsselt übertragen. Direkte Verbindungen zu öffentlichen WLAN-Netzwerken sollten durch die VPN-Lösung verhindert werden.
  • Sorgen Sie dafür, dass Mobilgeräte, die von Ihrem Unternehmen gemanagt werden, Updates zu Sicherheitsrichtlinien erhalten.
  • Machen Sie regelmäßige Backups der Daten auf Ihren Mobilgeräten.
Unerlaubter Zugriff auf fremde WLAN-Geräte sind ein Sicherheitsrisiko
Unerlaubte Zugriffe über offene WLAN-Netzwerke sind weitverbreitet und sind ein hohes Sicherheitsrisiko. Photo by NeONBRAND on Unsplash

Natürlich sollten auch Unternehmen Vorkehrungen treffen. Die Maßnahmen können abhängig von der Art der Geschäftstätigkeit und der Speicherung von Kundeninformationen strikter ausfallen:

  • Einsatz von Verschlüsselungstechnologien (z. B. VPNs), um die Vertraulichkeit und Unverfälschbarkeit der Kommunikation zu gewährleisten.
  • Implementierung von Mechanismen zur gegenseitigen Authentifizierung, um die Identität von Sender und Empfänger vor dem Übertragen von Daten zu verifizieren.
  • Verbot der Nutzung unsicherer WLAN-Netzwerke, insbesondere solcher, die für ihre Anfälligkeit bekannt sind.
  • Deaktivierung von Netzwerkschnittstellen, die vom Gerät nicht benötigt werden. Dadurch verringert sich die Angriffsfläche.

Viele Fluggesellschaften, die noch kein WLAN oder Mobilfunk anbieten, wollen ihre Flotte bald aufstocken. Die Nachfrage nach solchen Angeboten ist offenbar groß. Eine Umfrage des Branchenverbands Bitkom ergab, dass sich 66 Prozent der Befragten eine Erlaubnis für Handytelefonate und Internetnutzung während des Flugs wünschen.

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