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Gesunde Bildung wird aus meiner Erfahrung immer noch als ein Gebinde aus gesunder Ernährung, Bewegung und Wissenserwerb verstanden, am wenigsten als schöpferischer Akt, wo Neues durch Erfahrung erworben wird in kreativen Lernräumen. Gesunde Bildung basiert in allererster Linie auf tragfähigen und wertschätzenden Beziehungen zwischen Kindern und ihren Pädagogen.

Gesundes Lernen ist immer eine Frage von gelingenden Beziehungen, eine Frage von Achtsamkeit, Empathie und ganzheitlicher Wahrnehmung.

Was genau ist damit gemeint?

Folgt man den vier Grundbedürfnissen eines Menschen, von denen uns Maslow schon zu berichten wusste, dann gilt es, diese zu erfüllen, das Bedürfnis mit sich selbst in dieser Welt zu sein, zu wachsen und sich zu entfalten, Verbundenheit zu leben und eine sinnvolle Aufgabe zu erfüllen. Wenn die Erfüllung unserer elementaren, menschlichen Bedürfnisse nicht als Grundlage von Bildung verstanden und umgesetzt werden, sind wir von gesunder Bildung noch weit entfernt.

Jugendliche zelebrieren "Gesunde Bildung" durch Verbundenheit
Photo by Edvin Johansson on Unsplash

Das auffälligste ist, dass unser Gehirn jedoch genau auf diese Weise lernt, alles Neue wird über die tragende Beziehung, Verbundenheit gelernt, Kooperation ist das verbindende Mittel oder der verbindende Schlüssel, um gesund und Gehirngerecht zu lernen.

Nur so ist der Lernende in der Lage, die in seinem Gehirn angelegten vier Quadranten gleichermaßen anzusprechen. Unsere derzeitige Bildung basiert bisher auf einem linearen Denk-und Lernkonzept, das in der linken Gehirnhemisphäre angelegt ist, wie Zahlen, Daten Fakten, Analysefähigkeiten, Struktur und vernachlässigt die rechte Gehirnhälfte in der alle wichtigen Fähigkeiten angelegt sind wie Ganzheitlichkeit, Kreativität, visionäres Denken, Intuition Kunst und Musik.

Quadranten vollumfänglich nutzen

Die Kunst ist beide Seiten dieses genialen Werkzeuges miteinander zu verbinden und somit in der Lage zu sein, die vier in unserem Gehirn angelegten Quadranten vollumfänglich nutzen und einsetzen zu können. Niemand würde nur auf einem Bein durchs Leben laufen, Wissensvermittlung wird bis heute so und nicht anders konzipiert.

Auch unsere Fähigkeiten emotionale und tragfähige Beziehungen auszubilden wohnt im rechten Oberstübchen. Es gilt also die bestehende Brücke zwischen der linken und rechten Hemisphäre unseres Gehirns zu überqueren, sonst bleiben wir einseitig orientiert und dann hat die schulische oder betriebliche Bildung nichts mit gesundem Lernen zu tun. Das zeigen uns Jahr für Jahr die Gallupstudien auf, wo Millionen in Trainings und Weiterbildung investiert werden und nachhaltiger Erfolg noch immer auf sich warten lässt.

Wir brauchen, um kreativ zu sein den Abenteuergeist, die Begeisterung, das Erproben, experimentieren, lernen durch Erfahrung. Es gilt kreative Lernräume zu schaffen, Herz und Hirn miteinander zu verbinden und mutig Neues zu wagen. Gesunde Bildung basiert auf gelingenden Beziehungen, braucht tragfähigen Formen der Orientierung wie Kern Werten und darf vor allen Dingen Freude machen und Begeisterung auslösen.

Bildung ist für mich das auszubilden, was im Menschen angelegt ist, anstatt ihn mit nutzlosem Wissen zu füttern, von dem heute niemand sagen kann, ob das, was Kinder heute lernen, morgen je gebraucht werden wird.

Was jedoch sicher gebraucht wird, dass unsere Kinder und Jugendlichen selbstbewusst heranwachsen, mutig Neues ausprobieren und entdecken ihr Leben, kooperativ mit anderen Menschen gestalten lernen und eine Zukunft ausrufen, die heißen könnte: Die Welt ist voller Lösungen.


Passend zur ARD-Themenwoche «Zukunft Bildung», haben Theresia Maria Wuttke (Theos Consulting AG) und Ralf Wuzel (DieGesundheitsStrategen) eine Bildungsinitative unter dem Motto «Gesunde Bildung» ins Leben gerufen.

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